Pokal als Hamburger Liga-Therapie

HSV-Coach: "Bayern kommt genau richtig"

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Josef Zinnbauer setzt beim HSV auf Geschlossenheit.

München - So kann man auch mal eine Pleite aufarbeiten und sich gleichzeitig auf den Pokal-Hit gegen den FC Bayern einstimmen. Statt harter Worte und kerniger Kampfansagen gab es am Montag reichlich Spaß für die HSV-Profis.

Die Bayern, gegen die man vom HSV ohnehin nicht viel erwartet, kommen nun natürlich genau zum richtigen Zeitpunkt. Wobei ja eigentlich die Bundesliga sowieso viel wichtiger ist.

Als die Spieler am Montag zum Training auf den Platz kamen, war von Katerstimmung nach dem 0:3-Rückschlag in Berlin nichts mehr zu spüren. Der Spaß stand im Fokus. Zusammen im Kreis laufen, auf Kommando in die Mitte stürmen, Dreiergruppen bilden und die, für die kein Platz mehr frei war, mit Liegestützen bestrafen – das war der erste Teil. Es folgten Spiele auf kleine Tore. Ein Team durfte dabei nur negativ kommunizieren, das andere musste jede Aktion „schönreden“. Trashtalk-Training als Aufbaumittel. Von Trainer Joe Zinnbauer, der Montag – wie erwartet – seinen Profi-Vertrag bis 2016 unterschrieb, eine Maßnahme mit ernstem Hintergrund. Der Coach: „Wir waren zuletzt viel zu leise. Wir müssen uns gegenseitig helfen. Egal ob positiv oder negativ. Das haben wir probiert. Es hat funktioniert und auch ein Stimmungsplus erzeugt.“

Diese Spieler wechselten zwischen dem FC Bayern und dem HSV

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Der nächste Schritt zurück in die Erfolgsspur soll nun Mittwoch gegen Bayern folgen. Dabei steht das Ergebnis nicht an erster Stelle. Vielmehr geht es auch schon um das nächste Ligaspiel am Samstag gegen Leverkusen. Zinnbauer deutlich: „Wir brauchen nicht darüber reden, dass wir uns riesengroße Chancen gegen Bayern ausrechnen. Aber wir werden dieses Spiel auch sicher nicht herschenken. Es ist Pokal, das Stadion ist voll. Die Jungs sind dran, das vergangene Spiel im Kopf loszuwerden. Das geht am besten mit einem guten Spiel. Wir müssen wieder mehr Stabilität reinbekommen und mehr Aggressivität an den Tag legen. Da kommt Bayern genau richtig – auch wenn der Brennpunkt bei uns zurzeit natürlich vielmehr auf der Bundesliga und dem nächsten Spiel gegen Leverkusen liegt.“

Zinnbauer setzt auf Geschlossenheit, Spaß, harte Arbeit und die Bundesliga. Im Pokal gegen die Bayern erwartet er keine Wunderdinge. Ein Schachzug sicherlich nicht ohne Hintergedanken. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein.

Frederik Ahrens, Florian Rebien

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