Manchester City ist noch weit weg

Identitätskrise beim FC Bayern? Ein Kommentar

München - FC-Bayern-Reporterin Hanna Schmalenbach nimmt zur aktuellen Kritik von Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld Stellung. Der hatte bemängelt, dass man sich beim Rekordmeister von der deutschen Mentalität entferne.

2001, im Giuseppe-Meazza-Stadion von Mailand, waren es vier. Oliver Kahn, Stefan Effenberg, Mehmet Scholl und Thomas Linke. Ein deutsches Quartett in der Startaufstellung beim Champions League-Triumph des FC Bayern gegen den FC Valencia. Ansonsten: Zwei Franzosen, ein Ghanaer, ein Schwede, ein Engländer, ein Bosnier, ein Brasilianer. Eine Multi-Kulti-Truppe, die nicht „deutscher“ war als jene Elf, die Pep Guardiola zum Bundesliga-Auftakt gegen den Hamburger SV auf den Rasen schickte. Und das unter der Regie von Ottmar Hitzfeld.

Der ehemalige Trainer des Rekordmeisters wird nicht genau nachgerechnet haben, als er den Bayern das eigentlich sorgenfreie Wochenende am Sonntagabend mit ungewohnt kritischen Worten doch noch etwas vermieste. Von der „deutschen Mentalität“ entfremde man sich derzeit, monierte er im TV-Studio, als Beispiele nannte er die Verpflichtungen von Douglas Costa (der anstelle von Mario Götze spielt) und Arturo Vidal (der für Bastian Schweinsteiger kam). Die Zahlen geben ihm Unrecht – aber muss man die immer lauter werdende Identitäts-Diskussion rund um den FC Bayern wirklich quantifizieren?

Hitzfeld ist nicht der Einzige, der dieses Bauchgefühl einer drohenden Identitätsikrise in sich trägt. Die Fans diskutieren, intern ist man sich des Themas bewusst – und trotzdem: Ganz zeitgemäß ist der Kritikpunkt nicht. Es war einmal der Traum des FC Bayern, deutsche Nationalspieler in den eigenen Reihen zu versammeln, so viele Eigengewächse wie möglich in den Profi-Kader zu bringen und am besten jeden Tag laut „mia san mia“ zu rufen. In einem Geschäft, das von Erfolgszwang und Geld dominiert wird – und in dem man den Anspruch hat, zu den Besten der Welt zu gehören – ist dies aber kaum mehr möglich.

Es hat goldene Generationen gegeben um Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger, um Thomas Müller und Holger Badstuber, planbar sind solch große Würfe allerdings nicht. Es ist daher richtig, sich auf dem Transfermarkt mit Top-Spielern anderer Nationalitäten zu verstärken, um die eigenen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Optimal ist, wenn sie lange bleiben und die Mentalität des Klubs irgendwann so verkörpern wie David Alaba, Franck Ribery oder Arjen Robben – das stimmt Fans und Verein froh. Gefährlich wird es, wenn – wie etwa bei Manchester City – nur mehr wild eingekauft wird. Davon allerdings ist der FC Bayern (noch) etwas entfernt.

Hitzfeld: Bayern hat kein totales Vertrauen zu Götze

Rubriklistenbild: © MIS

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