Herausforderer mit Bayer und Gladbach

Herr Kramer, Herr Herrmann: Wie wollen Sie die Bayern stürzen?

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Christoph Kramer (r., nächste Saison bei Bayer Leverkusen) und Patrick Herrmann.

Köln - Christoph Kramer (Bayer Leverkusen) und Patrick Herrmann (Gladbach) gehören in der neuen Saison zu den Herausforderern des FC Bayern. Sind sie mit ihrer Rolle des Jägers einverstanden? Die tz traf sie zum Interview.

Während der Fokus dieser Tage auf dem DFB-Team und den Länderspielen gegen die USA und Gibraltar liegt, laufen bei sämtlichen Bundesligaklubs bereits die Planungen für die kommende Saison. Und hier kann es für Wolfsburg, Leverkusen & Co. nur ein Ziel geben: den FCB nach drei Titeln in Serie wieder vom Thron zu stoßen. Auch im Kreise der Nationalmannschaft finden sich derzeit einige Bayern-Jäger, die diese These stützen – auch wenn sie sich keine allzu großen Hoffnungen zu machen scheinen.

„Ich denke, dass die Bayern den Kampf um die Meisterschaft weiterhin selbst in der Hand haben“, so Christoph Kramer zur tz. Der Ex-Gladbacher, der künftig im Dress von Leverkusen auflaufen wird: „Es kann ein Stück weit enger werden, aber ich denke, dass sie sich auch in den nächsten Jahren durchsetzen werden.“

tz-Reporter Menzel-Lopez bei der Nationalmannschaft mit Patrick Herrmann ...

Im Kölner Hyatt, wo sich das DFB-Team auf den Test gegen Klinsis US Boys vorbereitet, gibt es daher auch keine Kampfparolen in Richtung der Bayernspieler. Im Gegenteil, die Akteure der Konkurrenz verneigen sich vor den Münchnern. Kramer: „Man muss auch enormen Respekt vor der Leistung von Bayern München haben. Es ist sehr unangenehm, Woche für Woche der Gejagte zu sein. Und sie sind immer der Gejagte, jeder gibt gegen sie die zwei Prozent mehr – dass sie sich nach 34 Spieltagen trotzdem immer durchsetzen, ist richtig krass. Aber man hat jetzt auch an uns, Wolfsburg und Leverkusen gesehen: Sie sind absolut zu schlagen!“ Vor allem in der Rückrunde kam das Pep-Team öfter unter die Räder, Kramers Appell lautet daher: „Man muss mit aller Macht probieren, da oben so nah wie möglich heranzukommen.“

Die Frage ist nur: Wie? Geht es nach dem Leverkusener, sind nicht die direkten Duelle mit dem FCB ausschlaggebend. „Ihre Qualität ist so groß, dass sie gegen die Kleinen nie Federn lassen“, so Kramer zur tz. „Uns kann es hingegen schon mal passieren, dass wir 3:1 gegen Frankfurt verlieren oder zweimal 2:2 gegen Mainz spielen. Das sind alles Punkte, die Bayern nie im Leben verlieren würde. Wenn Frankfurt nach München kommt, weiß jeder: 2:0, 4:0 – auf jeden Fall ein klarer Sieg. Das gibt’s bei Gladbach eben nie.“

... und Christoph Kramer.

Kann Patrick Herrmann bestätigen. Der Fohlenstürmer, der vergangene Saison elf Kisten erzielte und jetzt vor seinem Debüt mit dem DFB-Team steht, glaubt aber schon daran, dass einige Mannschaften die Bayern kommende Saison ärgern können. „Für uns kommt es noch ein wenig zu früh, aber es gibt Mannschaften, die das Zeug dazu haben“, so Herrmann zur tz. „Es gibt ja auch keine Mannschaft, die kontinuierlich am Limit spielt. Wenn jetzt Dortmund, Wolfsbug, oder auch Leverkusen eine super Saison erwischen, dann haben sie auch das Zeug dazu.“ Eine Prognose, die auch der Attraktivität der Liga nicht schaden würde. Kramer: „Als Kind wolltest du nie wissen, wer absteigt, sondern wer Meister wird. Jetzt kommt der Fokus auf den Abstiegskampf. Aber wenn es oben spannend ist, juckt der Abstiegskampf niemanden mehr.“ Dass es oben wieder spannend wird, dafür will Kramer am liebsten selbst sorgen. „Ich bin nicht nach Leverkusen gegangen, um jedes Jahr Vierter zu werden und Champions-League-Quali zu spielen“, so der 24-Jährige. „Das ist eine herausragende Mannschaft mit hervorragenden Einzelspielern und einem sehr guten Spielsystem. In vier Jahren würde ich an meine Vita schon gern noch einen Titel hinzufügen. Und ich denke, dass das mit Bayer möglich ist.“ Ob die Bayern da mitspielen?

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