Hertha vs. FC Bayern

Beer: "Ich befürchte ein Resultat wie gegen Dortmund"

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Der Hertha-Schal ist Pflicht: Ex-Löwe Erich Beer.

Berlin - Von 1971 bis 1979 spielte Erich Beer für die Hertha. Und auch heute noch ist er Fan des Hauptstadtklubs. Im Interview sprach er über die Pokal-Pleite, seinen Ex-Klub 1860 und warum er gegen den FCB nicht im Stadion sein kann.

Er ist eine Hertha-Legende und steht mit 83 Bundesligatreffern nach wie vor auf Platz zwei der Rangliste beim Berliner Traditionsklub, für den er von 1971 bis 1979 gespielt hat. Die Liebe ist geblieben: Erich Beer ist eingefleischter Hertha-Fan und konnte sich bisher über eine tolle Saison freuen. Platz vier, die Champions League ist noch drin, „et läuft“, wie der Berliner sagt. Auch wenn das ganz große Ziel, das Erreichen des Pokalfinales in der eigenen Stadt schwer danebengegangen ist. Die tz unterhielt sich mit Beer, der einst auch beim TSV 1860 gespielt hat, dort sogar Trainer war und nach wie vor in München wohnt.

Herr Beer, waren Sie am Mittwoch zufällig in Berlin? 

Beer: Zufällig nicht. Ich war dort, weil ich hautnah miterleben wollte, wie meine Hertha ins Pokalfinale einzieht.

Hat nicht ganz geklappt – ein 0:3 gegen Dortmund. Wie enttäuscht sind Sie?

Beer: Sehr enttäuscht. Man glaubt gar nicht, was vor dem Spiel für eine überragende Stimmung in der Stadt war. Hertha hier, Hertha da, Hertha überall. Und dann legt die Mannschaft so eine schwache Partie hin. Ohne jegliche Aggressivität, ohne Schaum vorm Mund vergibt man die Chance, endlich ins Pokalfinale in der eigenen Stadt einzuziehen.

Trainer Pal Dardai wurde vorgeworfen, dass er der Mannschaft eine zu vorsichtige Marschroute mit auf den Weg gegeben habe…

Beer: Er ist natürlich noch ein junger Trainer, aber wissen Sie was: In so einem Spiel brauche ich eigentlich keinen Trainer. Da müssen alle Spieler die Ärmel hochkrempeln und los geht’s. Aber es gab im Grunde kaum eine Phase, in der die Mannschaft die Leute im ausverkauften Olympiastadion mitgenommen hätte. Werder Bremen hat mir da einen Tag vorher in München beim 0:2 gegen die Bayern in dieser Hinsicht weitaus besser gefallen.

Gutes Stichwort: Am Samstag empfängt die Hertha den FC Bayern (bei uns im Live-Ticker). Sind Sie da auch wieder dabei?

Beer: Nein, am Wochenende spiele ich Kindermädchen, da muss ich auf die Enkel aufpassen. Sonst wäre ich in Berlin geblieben.

Erich Beer: Hertha macht Spaß

Mal abgesehen vom Pokalspiel macht die Hertha in dieser Saison ja auch Ihnen sicher wieder viel Spaß, oder?

Beer: Natürlich. Die Mannschaft war lange Dritter, liegt jetzt auf Platz vier. Vergangenes Jahr ist sie nur knapp dem Abstieg entronnen. Also was dort passiert ist, das macht schon Spaß. Allerdings habe ich den Eindruck, dass der Truppe zuletzt irgendwie die Puste ausgegangen ist, deshalb habe ich auch wenig Hoffnung, dass gegen die Bayern was zu holen sein wird. Wenn die Münchner konzentriert spielen, befürchte ich ein ähnliches Resultat wie gegen Dortmund. Aber vielleicht gibt’s auch eine Trotzreaktion. Allerdings war die Stimmung nach dem Pokal-Aus in ganz Berlin schon sehr im Keller.

Jetzt mal das Pokalspiel beiseite gelassen, was ist der Grund dafür, dass die Hertha von einem von vielen Seiten gehandelten Abstiegskandidaten sogar vor dem Sprung in die Champions League steht?

Beer: Weil Pal Dardai das in der Bundesliga schon sehr gut gemacht hat. Da kann man nur sagen: Alle Achtung. Ich kenne ihn ja persönlich und weiß, dass er viel von seiner Mannschaft verlangt. Außerdem ist er ein sehr guter Taktiker. Das Pokalspiel vergessen wir jetzt wieder. Und Manager Michael Preetz hat bei den Neueinkäufen ein glückliches Händchen gehabt. Dabei war er oft so umstritten, und immer wieder wurde mal seine Entlassung gefordert. Jetzt aber zahlt es sich aus, dass man im Verein immer ruhig geblieben ist.

Wurfgeschosse in Stadien: Bierbecher, Sellerie, eine Katze und Dildos

Unruhig wie immer ist es bei Ihrem zweiten Lieblingsverein, dem TSV 1860. Mit Daniel Bierofka soll jetzt wieder mal ein neuer Trainer den Sturz in die Dritte Liga verhindern…

Beer: Vielleicht kann Daniel ja in den noch ausstehenden vier Spielen die Mannschaft richtig heißmachen. Allerdings werde ich nie verstehen, dass bei Sechzig immer der Trainer schuld sein soll. Gegen Braunschweig muss jetzt ein Sieg her, sonst wird das wohl nichts mehr mit dem Klassenerhalt.

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