"Ein Trainer ist ein Söldner"

Hitzfeld sieht Klopp als  "großen Kandidaten" für Bayern

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Ottmar Hitzfeld spricht über Jürgen Klopps Zukunft und Franz Beckenbauers Gefühlswelt.

Zürich/Lörrach - Wird Jürgen Klopp Nachfolger von Pep Guardiola beim FC Bayern? Ottmar Hitzfeld kann sich das durchaus vorstellen, wie er in einem Interview verrät.

Am Tag nach der Rücktrittserklärung von Jürgen Klopp steht vor allem eine Frage im Raum: Wohin zieht es den 47-Jährigen, wenn er im Sommer sein Amt bei Borussia Dortmund niederlegt? Angeblich sollen mehrere britische Vereine an ihm interessiert sein, darunter Manchester City und der FC Arsenal. Oder nimmt sich Klopp gar ein Jahr Auszeit, um 2016 den FC Bayern zu übernehmen, wenn der Vertrag von Pep Guardiola ausläuft?

Klopp zu Bayern? Hitzfeld sieht "überhaupt kein Problem"

Von Borussia Dortmund zum Rivalen FC Bayern - ist ein Wechsel von Klopp an die Isar überhaupt vorstellbar? Ein Mann kann diese Frage aus eigener Erfahrung beantworten: Ottmar Hitzfeld. Nachdem er 1997 mit dem BVB die Champions League gewonnen hatte, trat er zurück, machte eine einjährige Pause und wurde anschließend Trainer der Bayern. In Klopp sieht Hitzfeld ebenfalls einen heißen Kandidaten für die Münchner, wie er in einem Skype-Interview mit dem Schweizer Portal blick.ch bestätigt. Die Rivalität zwischen den Klubs hält er dabei nicht für ein Hindernis: "Ich sehe da überhaupt kein Problem. Der Trainer ist eigentlich ein Söldner, der wird eingestellt, damit er dem Verein Erfolg bringt. Wenn die Türe sich öffnet, dann ist er sicherlich ein großer Kandidat für Bayern." Wie genau Klopps Zukunft aussehen wird, darüber ist Hitzfeld "selbst gespannt."

Neben der Personalie Jürgen Klopp beschäftigte Hitzfeld auch die "erschreckende Leistung" des deutschen Rekordmeisters in Porto. Besonders thematisiert der ehemalige Bayern-Trainer die harsche Kritik von Franz Beckenbauer an Innenverteidiger Dante. "Wenn das jetzt ein Isländer wäre oder wenn er vom Nordpol kommt, dann würde ich sagen, gut, der hat die Skistiefel noch an. Aber so: fürchterlich", hatte der Kaiser nach dem Spiel bei Sky geschimpft. Zu diesem Gefühlsausbruch sagte Hitzfeld: "Das ist der Stil von Franz Beckenbauer, wenn er verliert und wenn er sauer ist. Dann kennt er keine Gefühle mehr und ist unglaublich hart. Aber das muss man wegstecken als Spieler, als Trainer."

Für das Rückspiel am Dienstag ist Hitzfeld sich übrigens sicher: "Bayern München wird das Halbfinale erreichen. 3:1 ist nicht so schlimm, wie es auf den ersten Moment aussieht."

Das gesamte Interview mit Ottmar Hitzfeld können Sie hier anschauen.

sr    

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