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Interview vom Tegernsee: FCB-Patron Hoeneß setzt Nagelsmann Frist und fordert Garantie für „Messias“ Musiala

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Von: Patrick Mayer

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Ehrenpräsident des FC Bayern: Uli Hoeneß.
Ehrenpräsident des FC Bayern: Uli Hoeneß. © Sven Hoppe/dpa

Der FC Bayern kriselt, und Uli Hoeneß schaltet sich vom Tegernsee ein. Der Patron hat eine Botschaft an Julian Nagelsmann und an Hansi Flick - gewohnt unmissverständlich.

München/Bad Wiessee - Er ist bekannt dafür, das Feuer auf sich zu ziehen, wenn es beim FC Bayern rumort. Die Rede ist freilich von Uli Hoeneß, dem Ehrenpräsidenten und Patron des deutschen Bundesliga-Rekordmeisters. Und so führt der 70-Jährige in diesen Tagen fleißig Interviews, gerne auch mal auf Eigeninitiative hin - per Anruf im „Doppelpass“ von Sport1.

DFB-Team und FC Bayern: Es läuft nicht rund für mehrere Münchner

Am späten Dienstagabend (26. September) wurde der Weltmeister von 1974 nach dem wilden 3:3 (0:0) des DFB-Teams in England bei RTL zugeschaltet, aus seinem Wohnort Bad Wiessee am Tegernsee rund 50 Kilometer südlich von München.

„Nach der Halbzeit hat unsere Mannschaft 20 bis 25 Minuten hervorragend gespielt“, analysierte Hoeneß das Unentschieden der deutschen Nationalmannschaft im WM-Härtetest vor dem Auftakt gegen Japan und meinte: „Es ist schade, dass die Mannschaft durch die Gegentore nochmal den Rückenwind verloren hat. Ein Sieg hätte der Mannschaft extremes Selbstvertrauen gegeben.“ Die Asiaten werden am 23. November (14 Uhr MEZ) erster Gegner der Deutschen bei der Winter-WM in Katar sein.

Im Video: Hansi Flick schwärmt von Bayerns Jamal Musiala

Es folgten unmissverständliche Botschaften an Bundestrainer Hansi Flick und FCB-Coach Julian Nagelsmann. Er „vertraue auf Hansi Flick. Er ist ja ein Optimist und sieht immer das Positive in allem. Ich bin zuversichtlich, dass Deutschland in guter Verfassung gegen Japan antreten wird“, erklärte der frühere Bundesliga-Manager. Hoeneß‘ These: Die Form der DFB-Kicker ist unweigerlich mit dem Leistungsstand des FC Bayern verbunden. Schließlich standen vor den deutschen Länderspielen gegen Ungarn (0:1) und in London sieben Spieler aus München in Flicks‘ Kader: Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Jamal Musiala, Thomas Müller, Leroy Sané und Serge Gnabry.

Uli Hoeneß nimmt FC Bayern und deutsche Nationalmannschaft in die Pflicht

Zuletzt waren die Bayern jedoch in der Fußball-Bundesliga in vier Spielen in Folge sieglos geblieben. Beim 0:1 in Augsburg enttäuschte der Serienmeister auf ganzer Linie. Eine Leistungssteigerung sei nun „dringend notwendig“, erklärte Hoeneß in gewohnt deutlicher Wortwahl, „sowohl für den FC Bayern als auch für die Nationalmannschaft. Wenn Manuel Neuer und Leon Goretzka dabei sind, ist der Bayern-Block groß.“ Neuer und Goretzka mussten am Wochenende wegen Corona-Infektionen vom Nationalteam abreisen.

Man konnte ja meinen, Messias würde für Deutschland spielen.

Uli Hoeneß bei RTL über Jamal Musiala

An Nagelsmann gerichtet sagte der langjährige Bayern-Präsident bei RTL: „Ich denke, dass man in der Bundesliga und in der Champions League in den nächsten vier bis sechs Wochen die Möglichkeit hat, an der Form zu arbeiten. Man muss sagen, unsere Mannschaft hat zuletzt nicht gut gespielt. Und wenn unsere Spieler bei Bayern wieder in ihre Form kommen, wird auch die Nationalmannschaft davon profitieren.“ Das klang schon wie eine Frist für Ergebnisse und einen Entwicklungsschritt, mindestens wie ein Warnsignal für den Trainer.

FC Bayern: Klare Botschaft von Uli Hoeneß und Trainer Julian Nagelsmann

Hoeneß meinte weiter: „Unsere ganze Mannschaft hat zuletzt nicht die Leistungen gebracht, die man gewohnt war. Zu Beginn der Saison waren es ja überragende Spiele. Da hat man wirklich hervorragend gespielt. Diese Form war zuletzt nicht da, und da wird über Spieler des FC Bayern immer diskutiert.“ Ungefragt wandte er sich ein weiteres Mal klar an den FCB-Coach: „Der Trainer, Julian Nagelsmann, kann sich jetzt auf die Spiele vorbereiten, die da kommen. Wenn unsere Spieler wieder ihre Form kommen, wird auch die Nationalmannschaft davon profitieren.“ Damit nicht genug.

Bundestrainer und Bayern-Star: Hansi Flick (Mi.). und Jamal Musiala.
Bundestrainer und Bayern-Star: Hansi Flick (Mi.). und Jamal Musiala. © IMAGO / Schüler

Hoeneß forderte zudem einen Stammplatz für Musiala, der in England erneut überragte - und zwar sowohl in der Nationalmannschaft als auch bei den Bayern. Er sei ein „großer Fan“ des erst 19-jährigen Youngsters, erklärte er: „Im Vorfeld dieses Spiels wurde er unter Druck gesetzt ohne Ende. Man konnte ja meinen, Messias würde für Deutschland spielen. Er hat diesem Druck Stand gehalten. Jamal ist natürlich ein Spieler, wenn er so spielt wie heute, muss er beim FC Bayern und auch in der Nationalmannschaft gesetzt sein.“

Für die nächsten Aufgaben, die da kommen. Und diese stehen für die Münchner in der Bundesliga am Freitag (20.30 Uhr) gegen Bayer Leverkusen und am 8. Oktober bei Borussia Dortmund (18.30 Uhr, jeweils bei tz.de im Live-Ticker) an. (pm)

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