Rakitic ist Barcelonas Stratege

Der Mann, der Messi trägt

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Da staunt auch Ronaldo: Rakitic ist ein richtig feiner Techniker.

Barcelona - Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar haben zusammen 108 Tore erzielt. Das wäre aber kaum möglich ohne den Mann, der im Hintergrund die Arbeit macht: Ivan Rakitic.

Es ist eine beängstigende Zahl, die derzeit durch die Zeitungen in Deutschland und Spanien geht: 108. Genau so viele Tore markierten allein Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar in allen Wettwerben dieser Saison zusammen – das Supertrio des FC Barcelona überrennt die Gegner nach Belieben. Sturmfloh Messi ragt mit 51 Toren (in 50 Spielen!) noch einmal heraus. Wie so oft werden die Millionen Zuschauer ihre Augen am Mittwoch wieder hauptsächlich auf den Argentinier richten. Während ein anderer im Hintergrund die Arbeit für ihn macht: Ivan Rakitic.

Der Kroate ist die Entdeckung des FC Barcelona in dieser Saison. Im Sommer für überschaubare 18 Millionen Euro vom FC Sevilla gekommen, hat sich der Nationalspieler neben den gestandenen Stars Busquets und Iniesta im Mittelfeld der Katalanen etabliert, der 27-Jährige zieht unauffällig die Fäden und stopft unangenehme Löcher. So wurde Barcelona in dieser Saison nicht nur wieder zur Tormaschine, die Mannschaft fängt sich auch selbst kaum Gegentreffer ein. In der Champions League sind es gerade einmal sieben – auch weil Rakitic die Konterversuche der Gegner gezielt abfängt. Und so letztlich auch Messi glänzen lässt.

Dabei war bei dem gebürtigen Schweizer nicht unbedingt zu erwarten, dass er einmal zum Mittelfeldstrategen des großen FC Barcelona aufsteigt. Heinz Hermann, Rekordnationalspieler der Schweiz und früherer Jugendtrainer beim FC Basel, kann sich noch gut an den jungen Rakitic erinnern. Er sagt: „Man hat früh gesehen, dass er ein talentierter Spieler ist. Ich habe ihn als U 21-Coach des FC Basel in meine Mannschaft bekommen, er hat dann auch relativ schnell den Sprung in die erste Mannschaft geschafft. Aber er gehörte nicht zu denen, die schon mit 23 oder 24 Jahren als fertige Spieler gelten. Dass er es nun bis ins Mittelfeld des FC Barcelona geschafft hat, davor kann man nur den Hut ziehen.“

Über die Profimannschaft des FC Basel ging es zu Schalke 04, dann von Sevilla zu den Katalenen. Für Hermann alles in allem eine Leistung des Willens. So hatte Rakitic schon immer einen sehr klaren Kopf und wusste, was er zu verbessern hatte. Mithilfe seiner Familie, insbesondere seines Vaters, konnte er sich kontinuierlich steigern. Hermann sagt: „Als ich ihn bei mir hatte, waren Zweikampfstärke und die Schnelligkeit immer ein wenig das Defizit bei ihm. Diese Dinge hat er angenommen und weiterentwickelt. Dass er technisch schon immer sehr stark war, hat man früh gesehen. Und seine strategischen Fähigkeiten waren sicher auch immer da. Alles weitere musste er sich über die Jahre hinweg aber aneignen.“

Er musste, und er wollte. Schon immer war es sein großer Traum, einmal bei seinem Liebslingsverein, dem FC Barcelona zu spielen. Dafür kämpfte der heute 27-Jährige hart. Gegenwind machte ihm noch nie etwas aus. Nachdem er nach fünf Jahren in den Jugendnationalmannschaften der Schweiz plötzlich erklärte, für das Heimatland seiner Eltern auflaufen zu wollen, erhielten er und seine Familie Morddrohungen. Raktitic aber zog sein Ding durch, heute ist er eine feste Stütze des kroatischen Teams von Trainer Niko Kovac.

Hermann: „Ich habe Ivan als einen sehr abgeklärten Jungen kennengelernt. Er war kein lauter, aber wenn er etwas sagte, dann hatte das Hand und Fuß.“ Und so tritt er auch im Mittelfeld des FC Barcelona auf. Rakitic überzeugt durch Leistung, nicht als Lautsprecher. In Barcelona mag man das. Messi mag das.

Michael Knippenkötter

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