Bierhoff: „Ein sehr interessanter Spieler“

Trotz englischer Staatsbürgerschaft: DFB wirbt um Jamal Musiala

Für welche Auswahl wird sich Jamal Musiala entscheiden? Momentan deutet alles auf die „Three Lions“
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Für welche Auswahl wird sich Jamal Musiala entscheiden? Momentan deutet alles auf die „Three Lions“

Jamal Musiala durchlief sämtliche Junioren-Auswahlteams der „Three Lions“. Jedoch hat er auch eine DFB-Vergangenheit. Daran klammern sich nun Bierhoff & Co. - und hoffen auf einen Sinneswandel.

  • Nachwuchstalent Jamal Musiala spielt momentan für die U21 von England.
  • Der 17-Jährige lief auch bereits für den DFB auf.
  • LautOliver Bierhoff möchte man ihn zur Deutschen Nationalmannschaft holen.

München - Jamal Musiala gilt momentan als das größte Nachwuchstalent des FC Bayern. Sein Marktwert verzehnfachte sich innerhalb des letzten halben Jahres von einer Million auf zehn Millionen Euro. Kein Wunder, dass viele europäische Top-Klubs ein Auge auf den 17-Jährigen geworfen haben. 

Doch auch in SachenLänderauswahl scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen zu sein. Der Offensivspieler lief zwar in den letzten Jahren regelmäßig für Englands Junioren-Nationalmannschaften auf, wäre aber auch für den DFB spielberechtigt. Mehr noch: Bereits zweimal trug er das Trikot der Deutschen Nationalmannschaft - und zwar in derU16.

Jamal Musiala: Geboren in Stuttgart, später nach England

Musiala besitzt die englische Staatsbürgerschaft, wurde allerdings in Stuttgart als Sohn eines nigerianischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. Er wuchs in Hessen auf, zog mit seiner Mutter aber schon im Alter von sieben Jahren nach England - erst vorübergehend dann dauerhaft. Nach den Stationen FC Southampton undFC Chelsea folgte 2019 der Wechsel zum FC Bayern.

Dass man auch beim DFB mit der Biografie Musialas bestens vertraut ist, deutete nun Oliver Bierhoff gegenüber „Sport1“ an. „Jamal Musiala ist ein sehr interessanter Spieler, den wir aufgrund seiner DFB-Vergangenheit und seinen aktuellen Leistungen beobachten“, so der Funktionär. Es habe daher vor einigen Monaten bereits Kontakt zwischen ihm und den DFB-Verantwortlichen im Juniorenbereich gegeben.

„Er hat sich momentan dafür entschieden, für die englische U21-Nationalmannschaft zu spielen, was wir natürlich respektieren“, sagt Bierhoff. Trotzdem werde man ihn weiterim Auge behalten und immer wieder erörtern, „ob sich seine Einstellung ändern kann.“ Bisher blieben alle Bemühungen jedocherfolglos.

Musiala zum DFB - aber nicht um jeden Preis

Der DFB stellt klar, dass es beim Werben um Musiala nicht allein um Sportliches gehen soll. „Uns ist vor allem wichtig, dass sich unsere Nationalspieler zu unserem Land, unseren Mannschaften und unseren Werten bekennen und damit identifizieren“, so Oliver Bierhoff. 

Selbst wenn Musiala seine ersten Pflichtspiel-Einsätze für die A-Nationalmannschaft der „Three Lions“ bereits hinter sich hätte, wäre der Zug für den DFB noch nicht abgefahren. Aufgrund einer Reform der FIFA ist es nun möglich, bis zum  21. Lebensjahr die Länderauswahl zu wechseln, vorausgesetzt der Spieler hat weniger als drei Pflichtspiele absolviert. Zuvor war dies schon nach dem ersten Einsatz nicht mehr möglich. (Pascal Edenhart)

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