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Spanien-Experte: Darum lief es für James bei Real nicht mehr

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James Rodriguez (r.) wird bald mindestens zwei Mal in der Saison gegen Dortmund spielen.

Er war der Torschützenkönig der WM 2014, doch bei Real Madrid lief es für Bayern-Neuzugang James nicht gut. Warum, erklärt Real-Experte Marco Ruiz in unserer Kolumne.

Er ist erst 26. Seit Dienstag. Und hat eine linke Goldklebe. James gehört in die Top Ten der Welt, wurde jetzt zum Opfer der Transferdoktrin von Präsident Perez. Bei Real wird nämlich nur um des Kaufens Willen gekauft. Daher war irgendwann kein Platz mehr für James bei Real. Und nun, nachdem Real die U 21-Perle Ceballos verpflichtet hat, noch weniger. Dabei hat James stets unter Beweis gestellt, dass er vielseitig einsetzbar ist. Am besten verstand ihn Ancelotti. Seine erste Saison bei Real unter ihm war seine glänzendste. Mit Modric-Isco-James im Zentrum und der BBC davor gelang es Real, die Rekordserie von 22 Siegen in Folge aufzustellen. Am auffälligsten: die Assists des Kolumbianers, 14/15 waren es 18 an der Zahl.

Ancelotti gab ihm zu verstehen, dass es offensiv wie defensiv genau derselben Mühe bedarf, um es in Europa zu schaffen. Doch kaum war der Italiener weg, änderte sich auch James’ Werdegang. Für viele liegt die Ursache für seinen Leistungsabfall außerhalb des Platzes: Seine Frau, Volleyballerin Daniela Ospina und Schwester von Keeper David Ospina, nahm in der Heimat an einer Reality Show teil. Ihre Abwesenheit hat ihm die Türen zum Madrider Nachtleben geöffnet.

Nach Benitez ging es bergab

Bei Real übernahm Benítez, der ihm jedoch nicht das Vertrauen schenkte. Den Trainer störte, dass James sich während des Sommers nicht an der Schulter operieren ließ, da er befürchtete, er müsse dies dann während der Saison nachholen. Am Ende kam James um die OP herum, Benítez war aber auch nicht sonderlich froh, dass der Kolumbianer erst ein paar Tage nach seinen Mitspielern zur Sommertour des Klubs in den Staaten stieß. Seitdem ging es mit James nie wieder bergauf. Nicht einmal mit Zidane. Die vergangene Saison war die schwerste für den Torschützenkönig der WM 2014. Er war der fünfte Ersatz auf einer Position hinter Isco, Asensio, Kovacic und Lucas Vazquez – und explodierte daraufhin nach dem Klub-WM-Sieg in Tokio: „Ich muss an meine Zukunft denken, ich will mehr Minuten spielen. Ich kann nicht versichern, dass ich in Spanien bleibe“, sagte er.

Doch es wurde alles noch schlimmer. Dass er beim CL-Finale in Cardiff nicht einmal auf der Bank Platz nehmen durfte, war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Sein Entschluss stand fest: Er wollte Real den Rücken kehren. James, die linke Goldklebe, die bei Real nie ihren Platz fand, wird den Bayern nicht nur viel Fußball, sondern auch den ein oder anderen Euro in die Kassen spülen. Was Trikot-Verkäufe angeht, liegt der Mann auf Kolumbien unter den Top Drei der Welt. Wichtiger ist aber das, was er auf den Platz bringt. Ancelotti weiß das. Und wie er es aus ihm herausholen kann.

Marco Ruiz, AS, Spanien

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