Norwegens Teamchef im tz-Interview

Fjörtoft über Ödegaard: "Er ist einfach einmalig!"

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Jan Aage Fjörtoft (r.) am Mittwoch im Gespräch mit Pep Guardiola.

Doha - Prminenter Gast beim FC Bayern: Norwegens Teammanager Jan Aage Fjörtoft beobachtet die Münchner in Doha. Er verrät der tz, warum Top-Talent Martin Ödegaard so gut ist.

Ist das Rennen um Martin Ödegaard entschieden? Das 16-jährige Wunderkind soll seine Wahl getroffen haben – und der FC Bayern in die Röhre gucken. Wie die spanische Marca berichtet, steht Ödegaard kurz vor der Unterzeichnung eines Sechsjahresvertrages bei Real Madrid. Real-Boss Florentino Perez höchstpersönlich soll den Norweger überzeugt haben. Das konnte Jan Aage Fjörtoft, Teammanager der norwegischen Nationalmannschaft, nicht bestätigen, als ihn die tz in Doha traf. Der Ex-Bundesligaprofi verrät allerdings, warum Ödegaard so gut ist.

Herr Fjörtoft, was macht man eigentlich während so einer Hospitation bei einem Verein? Schaut man sich nur das Training an?

Jan Aage Fjörtoft: Nein, für uns ist es vor allem wichtig, das Drumherum zu sehen. Außerdem haben wir während der Zeit hier verschiedene Meetings. Norwegen ist eine kleine Fußballnation. Wir sind hier, um zu lernen.

Warum ausgerechnet beim FC Bayern?

Jan Aage Fjörtoft.

Jan Aage Fjörtoft: Wir haben uns auch schon Einheiten von Schalke angeguckt. Und den FC Bayern verfolge ich sowieso. Wir haben die jüngste Nationalmannschaft Europas, daher ist die Hospitation beim FCB optimal. Bei jungen Spielern spricht man ja immer von ihrer Schule, ihrer Ausbildung. Und ich glaube, dass es keinen besseren Lehrer gibt als Pep Guardiola.

Warum?

Jan Aage Fjörtoft: Man sieht bei jedem Spiel, und hier auch bei jedem Training, dass Pep den Fußball lebt – und das 24 Stunden am Tag. Wir haben uns gestern vor dem Training unterhalten, es war ein sehr interessantes Gespräch. Ich bin ein großer Fan seiner Arbeit. Deshalb lohnt es sich, hier vorbeizuschauen.

Also wäre ihr Supertalent Martin Ödegaard hier auch bestens aufgehoben.

Jan Aage Fjörtoft: Verstehen Sie bitte, dass ich mich über dieses Thema jetzt nicht äußern möchte.

Können Sie Ihr Juwel denn zumindest charakterisieren?

Super-Talent Martin Ödegaard: Ist schon alles klar mit Real?

Jan Aage Fjörtoft: Unser Nationaltrainer hat ihn mit 15 Jahren das erste Mal berufen. Seine sportlichen Qualitäten waren uns bekannt, wir wollten ihn als Persönlichkeit kennenlernen. Und ich kann Ihnen sagen: Seine Einstellung und sein Verhalten sind einmalig. Er hat schon in seinen ersten Länderspielen immer den Ball gefordert, kann mit der Kugel umgehen und hat eine super Balance. Und auf seiner Tour bei den europäischen Top-Klubs hat er überall einen super Eindruck gemacht, egal wo er war.

Seine Anlagen sind also wirklich so überragend?

Jan Aage Fjörtoft: Wenn man mit 15 Nationalspieler wird, dann muss man schon was drauf haben. Und er hat das Vertrauen nicht nur sportlich, sondern auch menschlich gerechtfertigt. Der Umgang mit den Kollegen passt, das ist auch wichtig.

Was raten Sie ihm denn?

Jan Aage Fjörtoft: Nationaltrainer Per Mathias Högmo und ich reden viel mit ihm und seinem Vater. Wir sagen ihnen unsere Meinungen. Aber die Entscheidung muss er selbst treffen. Wir werden ihn, egal für welchen Verein er sich entscheidet, unterstützen.

In der Bundesliga wäre er doch sicher gut aufgehoben. Oder sehen Sie andere Ligen als deutlich attraktiver an?

Jan Aage Fjörtoft: Die Antwort ist einfach, da muss man nur auf die UEFA-Fünfjahreswertung schauen. Deutschland kommt England und Spanien immer näher. Für mich ist die Faszination Bundesliga einmalig. Wenn du dich als Fußballer nicht in die Bundesliga verliebst, dann bist du kein Fußballromantiker.

Interview: Sven Westerschulze

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