Matchwinner über sein Blut-Tor und seine neue Rolle

Martinez: „Ich habe gemerkt, dass wir vorne niemanden zum Abschließen hatten“

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Javi Martinez wird nach seinem Tor behandelt.

Er war der Matchwinner des FC Bayern beim Auswärtssieg bei Celtic Glasgow, mit Blut und Schweiß - im wahrsten Sinne des Wortes. Das Interview mit Javi Martinez.

„Seit er im defensiven Mittelfeld spielt, haben wir an Stabilität gewonnen. Zudem ist er bei Standards torgefährlich, er hat in großartiger Manier das 2:1 gemacht“, sagt FCB-Trainer Jupp Heynckes über Glasgow-Siegtorschütze Javi Martinez. Kollege Arjen Robben sagt, der Spanier sei „unheimlich wichtig“. Das tz-Interview mit dem 29-Jährigen.

Señor Martínez, was macht die Narbe unter Ihrem Auge?

Javi Martínez: Es war ein Schlag, aber es ist ja nur Blut. Es wird ein paar Tage lang schmerzen, aber das ist nicht weiter schlimm. Hoffentlich würde ich mir bei jedem Spiel eine Narbe zufügen und gleichzeitig ein Tor erzielen.

Wie haben Sie die Aktion auf dem Platz erlebt?

Martínez: Mein Herz hat in dem Moment einfach danach verlangt, meine Position in der Defensive ausnahmsweise zu verlassen. Ich habe gemerkt, dass wir gut über die Außen gekommen sind, wir vorne aber niemanden zum Abschließen hatten. James und der Rest hatten sich ja etwas fallen lassen. Also habe ich mir gedacht, dass Sebast (Rudy, d. Red.), Coco (Tolisso) oder Josh (Kimmich) mich bestimmt decken würden, bin vor und habe dieses Geschenk an Flanke von David (Alaba) gesehen. Ich habe alles in diesen Kopfball gelegt und konnte das Tor zum Glück machen.

Und stehen damit als Achtelfinalist fest. Zufrieden?

Martínez: Das Wichtigste war, weiterzukommen. Die Gruppe war ungemein knifflig, Paris und wir galten als Favoriten, in der Champions League ist aber jeder Gegner gefährlich. Gerade in Stadien wie dem Celtic Park ist es immer schwer zu bestehen, daher ist das Weiterkommen nicht selbstverständlich. Jetzt gilt es, die letzten beiden Spiele zu gewinnen und noch zu versuchen, den ersten Platz klarzumachen, was natürlich sehr schwierig wird.

Javi ­Martinez ­erzielte im Duell mit Nir Bitton den 2:1-Siegtreffer und zog sich ­eine ­Platzwunde zu.

Lassen Sie uns über Ihre Person sprechen. Nach einigen Jahren als Innenverteidiger dürfen Sie unter Heynckes wieder auf der Sechs ran. Froh darüber?

Martínez: Ich habe immer betont, dass ich stets bereit dazu bin, auf jeder Position zu spielen, auf der mich der Trainer aufstellen mag. Es sieht ganz danach aus, dass Jupp mich nun auf der Sechs aufstellen will. Wenn ich der Mannschaft in den Augen des Trainers so am meisten helfen kann, nehme ich das selbstverständlich an. Es handelt sich ja auch um eine Position, die ich bereits kenne und auf der ich lange Zeit gespielt habe, daher fühle ich mich dort sehr wohl.

Bayern siegt in Glasgow: Vier Mal Note 2 - einmal Note 5 

Sie werden von Ihren Mitspielern als Stabilisator in der Zentrale gelobt. Wie interpretieren Sie selbst Ihre neue, alte Rolle?

Martínez: Wir haben eine Menge offensiver Spieler, daher ist auch unser Spiel grundsätzlich sehr offensiv ausgerichtet. Auf der einen Seite ist das gut, weil wir so in der Lage sind, viele gefährliche Situationen zu kreieren. Auf der anderen Seite wissen die Gegner, dass sie uns bei dieser Spielweise bei Ballverlusten wehtun können, indem sie schnelle Konter fahren – und genau da setzt meine Arbeit an. Ich versuche, diese Gegenstöße aufzufangen und für Stabilität zu sorgen, gleichzeitig aber auch bei eigenem Ballbesitz für einen geregelten Spielaufbau zu sorgen. Ich will helfen. Und das Wichtigste: Einfach spielen.

Interview: José Carlos Menzel López

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