Abwehrstar zeigt Kante

Jerome Boateng: Nach Skandal-Statements - „Das macht mich traurig und wütend“

Jerome Boateng hat sich in den letzten Monaten zurückgekämpft. Trotzdem muss er den FC Bayern am Saisonende wohl verlassen.

  • Jerome Boateng muss den FC Bayern am Saisonende wohl verlassen.
  • Der Vertrag des Innenverteidigers läuft 2021 aus.
  • Boateng ist nicht nur als Fußballer, sondern auch als Persönlichkeit gereift.

München - Jerome Boateng zählt zu den Leistungsträgern beim FC Bayern. Der 32-Jährige gilt aufgrund seiner Erfahrung als Wortführer auf und neben dem Platz. Unter Trainer Hansi Flick hat Boateng wieder zu alter Stärke gefunden und seinen Stammplatz zurückerobert. Vor einem Jahr stand der Innenverteidiger schon vor dem Absprung.

Flick überredete ihn zum bleiben. „Kurz nachdem er übernommen hatte, sagte er: ‚Jerome, ich weiß, was Du kannst. Das Wichtigste ist, dass Du fit wirst.‘ Im Dezember sagte er, dass es meine Entscheidung sei, ob ich gehe oder bleibe.

Er sagte aber, dass er sich freuen würde, wenn ich bleibe“, verriet Boateng im Interview mit goal.com. Trotzdem muss sich der Weltmeister von 2014 am Saisonende wohl einen neuen Verein suchen, sein Vertrag soll nicht verlängert werden.

FC Bayern: Jerome Boateng blieb wegen Hansi Flick - Comeback beim DFB?

Wegen seiner starken Leistungen wurde sogar eine Rückkehr Boatengs in die deutsche Nationalmannschaft gefordert. Wie Teamkollege Thomas Müller und Dortmunds Mats Hummels wurde er seit eineinhalb Jahren nicht mehr von Bundestrainer Jogi Löw nominiert. „Das wurde im vergangenen Jahr bereits klar kommuniziert. Der DFB hat sich für diesen Weg entschieden, das muss man respektieren – und das tue ich“, stellte Boateng klar, hält ein Comeback aber nicht für unmöglich: „Grundsätzlich schließe ich es nicht aus, es käme aber auch darauf an, wie ich mich in dem Moment fühle.“

FC Bayern München: Jerome Boateng will fünf Titel verteidigen

„Ich war über die Berichterstattung überrascht und hätte mir gewünscht, dass man sich vorher zusammensetzt. Jetzt beschäftige ich mich damit aber nicht mehr“, erklärte Boateng bei goal.com. Er wolle nun noch einmal etwas anderes kennenlernen und eine neue Herausforderung annehmen. Der gebürtige Berliner wirkt trotz seines auslaufenden Vertrags gelassen und entspannt und hat in seinen letzten Monaten in München noch einiges vor.

„Ich fühle mich richtig gut und topfit und habe in den letzten Monaten abgeliefert und meine Leistungen gebracht“, zeigt sich Boateng vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen selbstbewusst. Sein Fokus liege zu 100 Prozent darauf, mit dem FC Bayern die fünf Titel aus der letzten Saison zu verteidigen. „Wenn der Tag kommt, an dem die Wege sich trennen, werde ich stolz auf die Jahre und viele Erfolge mit diesem Verein zurückblicken. Gleichzeitig blicke ich voller Motivation nach vorne und freue mich auf das, was kommt.“ Neben dem Fußball engagiert sich der Familienvater für soziale Projekte und zeigt auch beim Thema Rassismus klare Kante.

Bayern-Star Jerome Boateng kritisiert Donald Trump

„Das macht mich traurig und wenn ich ehrlich bin auch ein wenig wütend“, sagte Boateng über US-Präsident Donald Trump, der die Bewegung von Black Lives Matter als „Linksradikale“ einstufte. „Man denkt, man sei in einem schlechten Film aus einer anderen Zeit, weil das Ganze so unrealistisch erscheint“, so Boateng.

Boateng will im Kampf gegen Rassismus demnächst selbst aktiv werden. Als Sportler möchte er „immer wieder auf Missstände aufmerksam machen.“ „Auch ich sehe mich in der Pflicht, für Gerechtigkeit einzutreten. Das betrifft auch nicht nur Schwarze, es geht mir um Diskriminierung in jeder Form. Das ist nie zu tolerieren“, stellt Boateng klar. (ck)

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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