Abwehrchef düpiert BVB zwei Mal

Boateng: Bayerns heimlicher Matchwinner gegen Dortmund

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Grübelt nicht lange, sondern handelt blitzschnell: Jerome Boateng avanciert im Spiel gegen Borussia Dortmund zum entscheidenden Mann im Bayern-Team.

München – Für die Bayern-Tore gegen Dortmund sorgen mit Thomas Müller, Robert Lewandowski und Mario Götze die üblichen Verdächtigen. Doch den Schlüssel zum Sieg der Roten findet Jerome Boateng.

Die Torjäger vom Dienst Thomas Müller und Robert Lewandowski schlugen gleich doppelt zu. Auch Mario Götze traf beim 5:1 über seinen Ex-Klub Borussia Dortmund ins Schwarze. Doch Vater des triumphalen Ausklangs der Wiesn-Festspiele in der Allianz Arena war ein ganz anderer: Jerome Boateng. Mit seinen langen Bällen aus dem Nichts leitete der 27-Jährige das erlösende 1:0 Mitte der ersten Hälfte und das vorentscheidende 3:1 nur Sekunden nach Wiederanpfiff ein.

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Vor diesen wie an der Schnur gezogenen Pässen über das halbe Feld zieht auch Adressat Müller den Hut. „Kaiser Boateng hat die Lücke gesehen“, adelt der eiskalte Vollstrecker seinen Vorlagengeber, der tatsächlich in bester Franz-Beckenbauer-Manier agierte. Müller erläutert: „Ich hatte Blickkontakt mit ihm und bin dann in den freien Raum gestartet.“ Wenig später folgte der passgenau geschlagene Ball.

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Mit diesem Geistesblitz überrumpelten die Roten den zu Beginn forsch und aggressiv aufgetretenen BVB. Von wegen der FC Bayern kann nur Tiki-Taka! „Dortmund stand sehr hoch, fast an der Mittellinie. Deswegen war es schwierig, die kurzen Pässe zu spielen“, klärt Müller auf und verrät zugleich: „Der Spielzug war nicht einstudiert.“ Weltmeister verstehen sich eben auch ohne große Worte.

Boateng: "So hat auch Guadiola nichts dagegen"

Für Thomas Tuchel ist das kein Trost. „Beim ersten langen Ball sind wir wahnsinnig unaufmerksam – eines der bittersten Tore, die du bekommen kannst. Das darf nicht passieren“, grantelt Dortmunds Trainer. Doch auch nach dem Seitenwechsel schienen die Schwarz-Gelben noch im Pausen-Modus zu laufen, als Boateng erneut Maß nahm und Lewandowski über rund 60 Meter auf die erfolgreiche Reise schickte. Erneut waren die Gäste düpiert.

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Von solchen weltmeisterlichen Zuspielen dürfte sich auch Kurzpass-Fanatiker Guardiola begeistern lassen. „Wenn ich die Pässe so spiele, hat er sicher nichts dagegen – solange sie zum Tor führen“, schmunzelt Boateng. Insgesamt brachte der heimliche Matchwinner der Roten 66 Pässe zu seinen Teamkollegen, war 90 Mal am Ball – beides Bestwerte im Spitzenspiel. Auch diese Zahlen belegen: Der Dominator beim jüngsten bayerischen Offensivspektakel stand in der Defensive.

"Ein Tornado in der Bundesliga"

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