Rätselhaftes Verhalten

Zwei Verfehlungen an einem Tag - Hat Boateng bereits mit dem FC Bayern abgeschlossen?

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Vergebliche Diskussion: Jerome Boateng (l.) kann Schiri Christian Dingert nicht vom Elfmeterpfiff abbringen.

Seit mittlerweile acht Jahren trägt Jerome Boateng das Trikot des FC Bayern. Diese Zeit scheint sich dem Ende zuzuneigen. Darauf deutet auch gegen Hannover einiges hin.

München - Das Ende der Ära Robbery wurde beim FC Bayern mittlerweile besiegelt. Auch bei Jerome Boateng deutet nahezu alles darauf hin, dass sich die Wege von Klub und Spieler im Sommer trennen werden. So könnte die Nominierung für die Startelf beim 3:1 gegen Hannover 96 noch einmal als kleines Geschenk von Trainer Niko Kovac gewertet werden. Immerhin hatte der Kroate den einstigen Abwehrchef in seiner Hierarchie der Innenverteidiger zum Rückrundenstart noch auf Rang drei hinter Niklas Süle und Mats Hummels purzeln lassen.

Wirklich glücklich dürfte Jerome Boateng mit seinem Auftritt gegen den Tabellenletzten aber nicht gewesen sein. Und das hing mit einer Szene zusammen, in der er quasi unverschuldet zum Übeltäter avancierte. Neun Minuten nach Wiederanpfiff prallte der Ball nach einer Flanke von Linton Maina aus kurzer Distanz an Boatengs angelegten Arm. Der Bayern-Profi hatte sich sogar noch weggedreht. Aufgrund der derzeit viel diskutierten - weil hanebüchenen – Regelauslegung zeigte Schiedsrichter Christian Dingert nach Nutzung der Review Area auf den Punkt.

Boateng zeigt Schiri den Vogel - doch der nimmt Beleidigung nicht wahr

So weit, so schlecht. Boateng wollte die Entscheidung nicht wahrhaben, redete verzweifelt, aber keineswegs aggressiv auf den Unparteiischen ein. Doch weil das nicht half, ließ er sich beim Abdrehen dazu hinreißen, Dingert den Vogel zu zeigen. Sein Glück: Der Schiri nahm diese Geste nicht wahr. Immerhin sind für derlei Schiedsrichter-Beleidigungen schon Platzverweise ausgesprochen worden.

Boateng dagegen durfte weitermachen. Letztlich hatte er es aber doch eilig, den Platz zu verlassen. Anstatt nach Schlusspfiff mit den Teamkollegen vor die Kurve zu ziehen, um gemeinsam mit den Fans den Erfolg zu zelebrieren, machte sich der 30-Jährige direkt auf in Richtung Kabine. Offenbar wollte er nur noch weg. Frisch geduscht düste „Boa“ durch die Mixed Zone, in der die Journalisten nach Spielen auf Aussagen der Protagonisten warten. Und in diesem Fall besonders auf die des gebürtigen Berliners. Schließlich ließ sich über die Elfer-Zone eigentlich vortrefflich diskutieren. Aber eben nicht mit Boateng.

Die Bilder zum Sieg des FC Bayern gegen Hannover 96

Bayern München - Hannover 96
Bayern München glänzte gegen Hannover 96 nur bedingt. Neben starken Phasen gab es gegen den Abstiegskandidaten auch schwächere Episoden. Dennoch ist man mit dem Sieg weiter auf Meisterkurs. © dpa / Matthias Balk
04.05.2019, Fussball 1. Bundesliga: FC Bayern München - Hannover
Bayern München glänzte gegen Hannover 96 nur bedingt. Neben starken Phasen gab es gegen den Abstiegskandidaten auch schwächere Episoden. Dennoch ist man mit dem Sieg weiter auf Meisterkurs. © MIS / Bernd Feil/M.i.S.
04.05.2019, Fussball 1. Bundesliga: FC Bayern München - Hannover
Bayern München glänzte gegen Hannover 96 nur bedingt. Neben starken Phasen gab es gegen den Abstiegskandidaten auch schwächere Episoden. Dennoch ist man mit dem Sieg weiter auf Meisterkurs. © MIS / Bernd Feil/M.i.S.
04.05.2019, Fussball 1. Bundesliga: FC Bayern München - Hannover
Bayern München glänzte gegen Hannover 96 nur bedingt. Neben starken Phasen gab es gegen den Abstiegskandidaten auch schwächere Episoden. Dennoch ist man mit dem Sieg weiter auf Meisterkurs. © MIS / Bernd Feil/M.i.S.
04.05.2019, Fussball 1. Bundesliga: FC Bayern München - Hannover
Bayern München glänzte gegen Hannover 96 nur bedingt. Neben starken Phasen gab es gegen den Abstiegskandidaten auch schwächere Episoden. Dennoch ist man mit dem Sieg weiter auf Meisterkurs. © MIS / Renate Feil/M.i.S.
04.05.2019, Fussball 1. Bundesliga: FC Bayern München - Hannover
Bayern München glänzte gegen Hannover 96 nur bedingt. Neben starken Phasen gab es gegen den Abstiegskandidaten auch schwächere Episoden. Dennoch ist man mit dem Sieg weiter auf Meisterkurs. © MIS / Bernd Feil/M.i.S.
Bayern München - Hannover 96
Bayern München glänzte gegen Hannover 96 nur bedingt. Neben starken Phasen gab es gegen den Abstiegskandidaten auch schwächere Episoden. Dennoch ist man mit dem Sieg weiter auf Meisterkurs. © dpa / Angelika Warmuth
Bayern München - Hannover 96
Bayern München glänzte gegen Hannover 96 nur bedingt. Neben starken Phasen gab es gegen den Abstiegskandidaten auch schwächere Episoden. Dennoch ist man mit dem Sieg weiter auf Meisterkurs. © dpa / Matthias Balk
Bayern München - Hannover 96
Bayern München glänzte gegen Hannover 96 nur bedingt. Neben starken Phasen gab es gegen den Abstiegskandidaten auch schwächere Episoden. Dennoch ist man mit dem Sieg weiter auf Meisterkurs. © dpa / Matthias Balk
Bayern München - Hannover 96
Bayern München glänzte gegen Hannover 96 nur bedingt. Neben starken Phasen gab es gegen den Abstiegskandidaten auch schwächere Episoden. Dennoch ist man mit dem Sieg weiter auf Meisterkurs. © dpa / Matthias Balk
Bayern München glänzte gegen Hannover 96 nur bedingt. Neben starken Phasen gab es gegen den Abstiegskandidaten auch schwächere Episoden. Dennoch ist man mit dem Sieg weiter auf Meisterkurs. © AFP / CHRISTOF STACHE
Bayern München glänzte gegen Hannover 96 nur bedingt. Neben starken Phasen gab es gegen den Abstiegskandidaten auch schwächere Episoden. Dennoch ist man mit dem Sieg weiter auf Meisterkurs. © AFP / CHRISTOF STACHE
Bayern München - Hannover 96
Bayern München glänzte gegen Hannover 96 nur bedingt. Neben starken Phasen gab es gegen den Abstiegskandidaten auch schwächere Episoden. Dennoch ist man mit dem Sieg weiter auf Meisterkurs. © dpa / Matthias Balk
Bayern München glänzte gegen Hannover 96 nur bedingt. Neben starken Phasen gab es gegen den Abstiegskandidaten auch schwächere Episoden. Dennoch ist man mit dem Sieg weiter auf Meisterkurs. © AFP / CHRISTOF STACHE

Bei Boateng deutet sich ein Abschied durch die Hintertür an

Während Arjen Robben und Franck Ribéry nach ihrem womöglich letzten gemeinsamen Pflichtspieleinsatz im Bayern-Trikot noch ausgiebig gefeiert wurden und sicher in den kommenden Tagen auch noch einige Male ins Rampenlicht gezerrt werden, scheint sich bei Boateng eher ein Abschied durch die Hintertür anzubahnen. Angesichts der neu verpflichteten Konkurrenz mit den Weltmeistern Benjamin Pavard und Lucas Hernandez wäre es wenig überraschend, sollte sich der ehemalige HSV- und ManCity-Profi nach neuen Zielen umschauen.

Immerhin abseits des Sports laufen Boatengs Projekte großartig: Von der eigenen Brillen-Kollektion über das persönliche Lifestyle-Magazin, landete „der Boss“ nun sogar in einem prominenten Hollywood-Streifen.

Bereits im vergangenen Jahr schien ein Transfer kurz bevorzustehen. Schließlich zählte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge den 76-maligen Nationalspieler bereits vor einigen Jahren öffentlich an. Zuletzt machte sich Boateng - bis 2021 unter Vertrag - mit seiner groß angekündigten Promi-Party im P1 wenige Stunden nach dem Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund (5:0) nicht wirklich Freunde im Verein.

Nun also der unrühmliche Abgang am Samstag. Dabei hätte Boateng sich in der Opferrolle sonnen können - immerhin hatte er Pate gestanden für ein weiteres Beispiel der Sinnlosigkeit der aktuellen Handspielregel. So aber wirkt sein anschließendes Verhalten beinahe so, als hätte er schon abgeschlossen mit diesem Kapitel seiner Karriere. Nach acht überaus erfolgreichen Jahren.

Jerome Boateng spricht im Podcast von Palina Rojinski über seine Bayern-Zukunft und das Aus beim DFB. Dabei haben ihn gleich mehrere Sachen traurig gemacht.

Umfrage: War der Handelfmeter für Hannover berechtigt?

Ist die Meisterschaft nach dem BVB-Patzer gegen Bremen bereits entschieden? So wird der FC Bayern München bereits am Samstag gegen RB Leipzig Meister.

mg

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