So plant der Bayern-Star bis zum Winter

Boateng über „Rasur“ vor PSG-Spiel: Carlo hat uns geschockt!

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Nicht immer glücklich mit seiner Rolle beim FC Bayern: Jerome Boateng spricht im Interview über seine schwere Zeit.

Hinter Jerome Boateng liegt eine lange Leidenszeit. Nun erklärt der Bayern-Profi, was er aus den vielen gesundheitlichen Rückschlägen gelernt hat. Und er spricht über Carlo Ancelottis Ende in München.

München - Jupp Heynckes will nichts überstürzen. Deshalb steigert der Bayern-Trainer die Belastung für Jerome Boateng gerade angesichts der vielen Englischen Wochen behutsam. Bei den Auswärtsspielen in Hamburg und Dortmund verzichtete der 72-Jährige komplett auf den Weltmeister, der jeweils 90 Minuten auf der Bank saß. Für Boateng ist diese Herangehensweise genau richtig. „Es ist wichtig, jetzt mal das eine oder andere Spiel auszusetzen, um in der Rückrunde stabil da zu stehen und wieder aufs alte Level zu kommen“, erklärte der Pechvogel der vergangenen anderthalb Jahre im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Artikel befindet sich hinter einer Bezahlschranke).

Denn seit seiner verletzungsbedingten Auswechslung im verlorenen EM-Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich hat der 29-Jährige allein dem FC Bayern wegen diverser Verletzungen in 25 Pflichtspielen gefehlt. Nach einem Muskelbündelriss streikte die Schulter, auch die Adduktoren und einmal mehr der Oberschenkel bereiteten anschließend sorgen. „Das war schon eine finstere Zeit“, denkt Boateng mit Grausen zurück.

Boateng verrät: Habe meine Gesundheit aufs Spiel gesetzt

„Letzte Dynamik und Aggressivität fehlt“

Auch die komplette Vorbereitung in diesem Sommer verpasste er und fühlt sich deshalb noch lange nicht bei 100 Prozent: „Im Spiel merkt man dann, dass man vielleicht ein bisschen später vom Fleck kommt, dass einem dieses Griffige noch fehlt, die letzte Dynamik, die letzte Aggressivität.“ Problematisch war für ihn seine Ungeduld - Boateng wollte immer so schnell wie möglich wieder auf das Feld zurückkehren. Nun weiß er: „Man muss auch mal den Kopf runterfahren. Es bringt nichts, wenn du da oben immer online bist.“

Zugleich kritisiert Boateng in dem Interview auch die zunehmende Kommerzialisierung im Profifußball: „Wir spielen ja nicht nur, wir fliegen zwischendurch mal eben nach China. Wir sind ständig auf Tour und dann sagt der Körper halt mal: Ich bin auch noch da!“ Letzteres gilt für Carlo Ancelotti seit rund einem Monat nicht mehr. Boateng scheint dem Italiener keine Träne nachzuweinen, sieht auch in dessen Einheiten einen Grund für seine mangelnde Fitness: „Es wurde schon anders trainiert, als wir das vorher kannten.“

Boateng: „Wollte nicht aus einer Schwäche heraus wegrennen“

Boateng über Ausbootung: „Plötzlich und ohne jede Erklärung“

Das Aus für den zweimaligen Weltklubtrainer des Jahres kam nur einen Tag nach der 0:3-Klatsche bei Paris St. Germain. In Frankreichs Hauptstadt saß Boateng nur auf der Tribüne, Mats Hummels, Arjen Robben, Franck Ribéry und Kingsley Coman fanden sich auf der Bank wieder, Ancelotti hatte gleich fünf Stars rasiert. „Wir saßen im Besprechungsraum und fünf von uns wurde dann anderthalb Stunden vor dem Spiel gesagt, dass wir nicht spielen, plötzlich und ohne jede Erklärung“, schildert Boateng den denkwürdigen Tag: „Die betreffenden Spieler waren geschockt, das kann man schon sagen.“

In den Tagen danach war sogar über einen Abschied des gebürtigen Berliners spekuliert worden. Offenbar nicht so weit hergeholt. Denn Boateng betont vielsagend, er fühle sich seit der Rückkehr von Heynckes „wieder sehr wohl in München“. Der Triple-Trainer von 2013 weiß nicht nur, wie er mit dem Sportler Boateng umgehen soll. „Seine menschliche Art ist ein großer Faktor unseres gegenwärtigen Erfolgs: Jeder Spieler fühlt sich wichtig, jeder wird ins Boot geholt“, schwärmt der Verteidiger: „Das gibt uns Spielern das Gefühl, dass man diesem Mann etwas zurückgeben möchte.“

Boateng verrät: Habe unter Ancelotti über Wechsel nachgedacht

mg

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