Bayern-Star über Terror-Angst

Boateng bestürzt: "Es war so nah!"

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Der Schrecken ist ihm noch immer anzusehen: Jerome Boateng spricht über seine Erfahrungen von Paris.

München - Beim Länderspiel in Paris erlebt Jerome Boateng die Terroranschläge hautnah mit. Nun berichtet der Bayern-Profi über seine Gefühle während der Stunden in Frankreichs Hauptstadt.

Jerome Boateng kann es immer noch nicht fassen. Der Bayern-Verteidiger war einer von vier Münchnern, die den Horror von Paris hautnah miterlebten. Kingsley Coman auf Seiten der Franzosen, Manuel Neuer, Thomas Müller und eben Boateng – während sie im Stade de France spielten, starben über hundert Menschen in nächster Nähe. Was auf die 0:2-Pleite folgte, war die wohl schlimmste Nacht seines Lebens – Boateng & Co. verbrachten sie aus Sicherheitsgründen in der Kabine. Nun hat er erstmals darüber gesprochen.

„Das war die schlimmste Erfahrung, die ich bislang erlebt habe“, so der 27 Jahre alte Abwehrspieler in einem Interview mit der spanischen Sportzeitung Marca. „Das alles ist so nahe am Stadion und von so viel Menschen passiert. Es war eine wirklich schreckliche Erfahrung.“ Ob er um sein Leben gefürchtet habe? Boateng: „Das, was geschehen ist, ist ein wahr gewordener Wahnsinn. Wenn du dem Ganzen auf einmal so nahe bist, merkst du, dass es Realität ist. Ich kann nur hoffen, dass das alles jetzt wieder ein Ende nimmt.“

Boateng: Blick auf das Smartphone genügt

Die ersten Explosionen rund um das Stade de France im Pariser Stadtteil Saint-Denis waren bereits während der ersten Halbzeit zu hören, das gesamte Ausmaß dieser Katastrophe begriff Boateng aber erst nach Schlusspfiff in der Kabine. Ein Blick auf sein Smartphone reichte und der FCB-Kicker verstand, was nur einige wenige Meter entfernt vor sich ging. „Ich war beim Duschen in der Kabine. Erst als ich das Handy nahm, wurde mir bewusst, was da draußen geschah, was selbstverständlich jetzt nicht unbedingt ein gutes Gefühl war.“

Am Samstag muss Boateng wieder auf den Rasen, die Bayern sind zu Gast auf Schalke. Die erste Partie nach dem Terror von Paris und der Spielabsage in Hannover bestreiten aber der HSV und der BVB. Mit dabei: Matthias Ginter, der wie Boateng ebenfalls in Paris auf dem Platz stand. „Das war schon extrem, als wir aus Paris heimgekommen sind und man alles gesehen hat, was passiert ist“, so Ginter im kicker. Sein Blick geht aber wieder nach vorn: „Es muss weitergehen“, sagt er. „Es bringt ja nichts, sich einzuschließen.“

lop

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