Der neue Leitwolf beim FC Bayern

Jerome Boateng: Vom Sündenbock zum Abwehrboss

München - Die unglaubliche Wandlung des Jerome Boateng ist bemerkenswert. Der Abwehrmann ist gefragt und beliebt – ein Standing, dass er sich inzwischen auch beim FC Bayern erarbeitet hat.

Mehr denn je im Fokus: Jerome Boateng.

Nach acht anstrengenden Tagen in China sind die Bayern wieder dahoam. Für 6.10 Uhr war die Ankunft am Flughafen am Freitag morgen terminiert, anschließend ging es für die Stars nach einem kurzen Umweg über die Säbener Straße nach Hause. Für Jerome Boateng bedeutete das: auf zu seinen Zwillingen Soley und Lamia (4). „Meine Töchter vermisse ich am meisten. Ich bin froh, dass ich sie heute wiedersehe“, verriet er der tz. Über eine Woche war der 26-Jährige jetzt von ihnen getrennt, viel Zeit blieb für die beiden aus der Entfernung nicht. Zum einen wegen der sechs Stunden Zeitverschiebung, zum anderen aufgrund des vollgepackten Terminkalenders in China. Neben den Testspielen und Trainingseinheiten standen auch Sponsorentermine an – und Boateng war immer mittendrin. Der Abwehrmann ist gefragt und überaus beliebt – ein Standing, dass sich der gebürtige Berliner inzwischen auch im Verein erarbeitet hat. 2011 holten die Münchner ihn aus Manchester zurück in die Bundesliga, in seiner Anfangszeit musste sich Boateng immer wieder Fehler ankreiden lassen. Doch der Tattooliebhaber ist nun Weltmeister und CL-Sieger, hat eine unglaubliche Entwicklung genommen – vom Sündenbock zum Abwehrboss!

„Jerome hat im letzten Jahr sehr stark Verantwortung übernommen. Er hat eine ausgezeichnete Saison gespielt und auch außerhalb des Platzes eine gute Entwicklung genommen“, adelt FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge den Innenverteidiger in der tz. Geschmeichelt, Herr Boateng? „Klar freut es mich, wenn ich solche Worte von Herrn Rummenigge höre“, so der Abräumer. „Ich habe hart dafür gearbeitet, um da zu sein, wo ich jetzt bin.“ Sowohl im CL-Finale 2013 als auch im WM-Endspiel 2014 zeigte Boateng überragende Leistungen, hatte großen Anteil an den Titeln. Satt ist er aber noch lange nicht. „Ich will da weitermachen und mit dem Team Erfolge feiern. Dabei müssen Spieler vorangehen und da gehöre ich dazu“, untermauert er seine Ansprüche.

Dabei war die Beziehung zwischen dem Nationalspieler und dem Vorstandsvorsitzenden nicht immer so harmonisch. Etwas mehr als ein Jahr ist es her, da brachte Boateng den Bayern-Boss noch in Rage. „Hirnlos“ schimpfte Rummenigge über die Rote Karte des Abwehrspielers in Hamburg damals. „Es war einfach nur ehrlich von ihm. Das ist mir lieber, als den Leuten etwas vorzuspielen“, so Boateng rückblickend. Heute muss er sich mit solchen Aussagen nicht mehr auseinandersetzen, ein Zeichen seiner Wertschätzung beim FCB. Die spürt der Weltmeister auch und kann sich deshalb auch vorstellen, seine Karriere beim FCB zu beenden. „Das wäre eine schöne Sache, aber ich kann es nicht versprechen. Wer weiß, ob der FC Bayern mich in ein paar Jahren überhaupt noch haben will“, sagt Boateng. Ziemlich bescheiden. Aber sollte er sein Weltklasse-Niveau halten, dann dürfte sich die Frage von selbst beantworten…

sw

Rubriklistenbild: © MIS

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