Bayern in der Liga kaum gefordert

Jetzt kommt Rom: Endlich ein echter FCB-Gegner!

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München - Es war alles so ausgelegt, dass nur keine Lücke entsteht in dieser Konzentrationsphase. Dass man ja nicht durchschnauft und wieder von vorne beginnen muss mit dem Spannungsaufbau.

Pep Guardiola wollte am Sonntag kein lockeres Auslaufen, und er wollte erst recht keine öffentliche Einheit mit fröhlichem Autogrammeschreiben in der Mittagssonne der Säbener Straße. Erst recht nicht nach diesem Sieg, nach dem mehr als lockeren 6:0 gegen vollkommen überforderte Bremer, bei dem es schon schwer genug fiel, in Hälfte zwei genauso fokussiert aufzutreten wie beim 4:0 vor der Pause.

Bayern-Gegner Totti & Co.: „Eine schöne Herausforderung, genau das, was wir brauchen…“

Der FC Bayern hat in der Liga zuletzt vier Siege mit 16:0 Toren gefeiert, morgen Abend aber wartet mit dem AS Rom ein ganz anderes Kaliber – oder um es mit einigen Bayernstars zu sagen: Endlich ein Gegner! Denn genauso klang es, als zum Beispiel Arjen Robben mit Blick auf die Partie in Italien erklärte: „Es ist eine schöne Herausforderung, das ist genau das, was wir brauchen. Wir wollen auch vorwärts, wollen Fortschritte machen. Und das sind diese Spiele, die wir brauchen!“ Der Rekordmeister will die nächste Niveau-Stufe erklimmen, in der Liga scheinen dafür die Gegner bereits auszugehen. „Am Ende war es auch sehr einfach“, konstatierte der Holländer zum Auftreten und Abwehrverhalten des SV Werder. Nach vorne hatten die Bremer ohne jeden Torschussversuch sowieso für ein Novum in der Liga gesorgt. Ein trauriges Novum.

Auch deshalb meinte Manuel Neuer ein wenig süffisant: „Rom ist eine gute Mannschaft, glaube ich. Da wird uns einiges entgegenkommen, da müssen wir auch eine gute Defensivleistung zeigen. Ich gehe davon aus, dass Rom aufs Tor schießen wird.“ Das sollte er auch…

Am Wochenende schlug der derzeitige Tabellenzweite der Serie A Chievo Verona mit 3:0. Die Römer treten mit breiter Brust auf, haben auch in der Champions League mit 5:1 gegen ZSKA Moskau und einem 1:1 bei Manchester City bislang voll überzeugt.

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Aber kann das den 6:0-Bayern etwas anhaben? Thomas Müller immerhin wollte den Saisonalltag nicht runterspielen, er sieht das Tagesgeschäft nicht als Test-Terrain – trotz der vier Punkte Vorsprung auf Rang zwei und inzwischen 13 (!) auf Dauerrivale Dortmund. „Wir spielen die Bundesliga nicht um zu testen, sondern um drei Punkte einzufahren“, sagte der Angreifer. „Jedes Spiel in jedem Wettbewerb ist anders, das heißt nicht, dass die Bundesliga leichter ist als die CL. Wir sind mit dem 6:0 sehr zufrieden, das heißt aber nicht, dass uns in Zukunft etwas geschenkt wird.“

Zumindest ist es nicht schädlich für das Selbstvertrauen, wenn man seine Spiele so gewinnt. Kapitän Phi­lipp Lahm stellte direkt nach dem Werder-Spiel klar: „Dienstag erwartet uns was anderes, Rom hat eine sehr gute Mannschaft. Aber wir fahren dahin, um zu gewinnen!“ Die Konzentration ging bei ihm scheinbar nahtlos über in den anderen Wettbewerb. Pep wird es erfreut aufgenommen haben.

In unserer Experten-Kolumne erklärt Italien-Experte Pierfrancesco Archetti von der Gazzetta dello Sport, warum der FC Bayern vor der Champions-League-Partie gegen den AS Rom gewarnt sein sollte. 

mic, lop

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