„Jetzt zahlt sich aus, dass unser Erfolg auf Vernunft basiert“

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Hoeneß hat Stars wie Ribery ohne Schulden geholt.

München - Uli Hoeneß glaubt, dass die Zeit der Ernte für den FC Bayern nah ist – sportlich wie gesellschaftlich.

Der Mann lächelte breit, das konnten auch die Dampfwolken nicht verbergen, die vom provisorischen Tablett in seinen Händen heraufwaberten. Ihm wurde applaudiert, wie er eine ganze Handvoll Bratwurstsemmeln die Stufen im Unterhachinger Sportpark hinauf balancierte, und als er oben angekommen war, gab es eine zünftige Bratwürschtl-Bescherung.

Er hatte sich zur Halbzeitpause zum Essensstand aufgemacht, aber Uli Hoeneß wäre ja nicht Uli Hoeneß, würde er seine Leidenschaft für die Wurst nicht teilen. Und so brachte er den Männern, die neben ihm im Derby Haching – FC Bayern II (0:1) bibberten, jeweils eine wärmende Verköstigung mit. Thomas Müller, Holger Badstuber und Bastian Schweinsteiger griffen ebenso gerne zu wie Christian Nerlinger.

Uli Hoeneß: Sein Leben in Bildern

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Wegen anhaltender Kniebeschwerden beendete Uli Hoeneß schon mit 27 Jahren seine Spielerkarriere, um anschließend der jüngste Bundesliga-Manager zu werden © Getty
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Hoeneß mit Gerd Müller, dem „Bomber der Nation“. Eine ganz so glorreiche Spielerkarriere war Hoeneß nicht vergönnt © dpa
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Uli Hoeneß stilsicher mit Lederhose und Paul Breitner ebenso stilsicher mit Afrofrisur © mzv
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Duell der Legenden: Hier grätscht Hoeneß Johan Cruyff ab © Getty
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Uli Hoeneß im Europapokal-Einsatz © Getty
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...und im DFB-Trainingsanzug © ap
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Da konnten sich 1860 und der FC Bayern noch besser leiden: Hoeneß mit Karl-Heinz Wildmoser © Schlaf
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TSV 1860 und FC Bayern: Gemeinsame Pläne fürs neue Stadion © Getty
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Stolz auf die Tochter: Sabine Hoeneß serviert ihren Eltern 1996 auf der Abschlussprüfung für Köche einen Gaumenschmaus © Kurzendörfer
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Nein, Hoeneß‘ Plakat ist NICHT auf sein Verhältnis zu Dauer-Rivalen wie Borussia Dortmund und Schalke 04 gemünzt. Es geht um Werbung für die Stadtzeitung BISS © mzv
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Hoeneß 1997 allein auf weiter Flur - erinnert ein wenig an Franz Beckenbauers WM-Spaziergang nach dem WM-Finale 1990 © mzv
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Die bangsten Momente in seinem Leben: Am 18. Februar 1982 überlebt Hoeneß den Absturz eines Propellerflugzeugs © dpa
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Hoeneß war der einzige Überlebende und hat an dieses schicksalhafte Ereignis bis heute keine Erinnerungen © ap
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Susi Hoeneß steht ihrem Mann im Krankenhaus bei © dpa
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Hoeneß ganz cool mit Sonnenbrille © mzv
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Hoeneß zupft am lichten Haupthaar © mzv
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Edmund Stoiber gratuliert Hoeneß zur Deutschen Meisterschaft 93/94 © Getty
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Hoeneß mit dem Maestro Giovanni Trapattoni © Getty
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Mit Siegerzigarre © Getty
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Sein vielleicht größter Spieler: Lothar Matthäus © Getty
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Hoeneß mit Lothar Matthäus © Getty
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Hoeneß und Ottmar Hitzfeld © Getty
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Hoeneß ist Gesellschafter HoWe Wurstwaren KG in Nürnberg. Im Oktober 1999 wird Hoeneß in der Böblinger Stadthalle zum „Botschafter der deutschen Wurst“ ernannt und streift sich gleich einen Metzgerskittel über © ap
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Als Verkäufer in einem Münchner Würstlstand. Wegen einer angeblich untauglichen Wurstsortiermaschine war Hoeneß vor Gericht gezogen © dpa
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„HoWe“ steht für Hoeneß und Weiß. Hier brutzelt Hoeneß mit seinem Geschäftspartner Werner Weiß auf dem Hof der Bratwurstfabrik © dpa
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Geschmackstest bestanden: Hoeneß testet seine Nürnberger Rostbratwürstl © dpa
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Mit Bayern-Pudelmütze © Getty
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Hoeneß‘ berüchtigte Gesichtsröte © Getty
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Sauberkeit muss sein: Das Brillenputztuch sorgt für Durchblick © Getty
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1999: Mit der Meisterschale auf dem Rathausbalkon © dpa
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Emotionen pur: Beim Spiel gegen Hannover 96 in der Saison 2004/05 © Getty
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Hoeneß mit Ballack im Vorfeld eines Hüttenabends am Tegernsee © Getty
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Mit Michael Ballack, der 2006 schließlich zum FC Chelsea wechselte © Getty
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Zum 54. Geburtstag bekommt er im Erfurter Steigerwaldstadion eine üppige Torte, die er erst mal in die Kabine schaffen muss © dpa
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Immer wieder startet Hoeneß die berühmt-berüchtigte „Abteilung Attacke“ gegen alles und jeden, der mit seiner Meinung nicht konform geht © Getty
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Hoeneß auf Michael Ballacks Hochzeit im Jahr 2008. © ap
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Die ein oder andere Grimasse hat ihm der FC Bayern im Laufe der Jahre schon abgetrotzt © Getty
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Zeit, die Beine hochzulegen, hatte Hoeneß in all den Jahren als Manager nur wenig © Getty
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Viele Schulterklopfer: Hoeneß hat die Schale mal wieder nach München geholt © Getty
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Lichtgestalten unter sich: Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß © Getty
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Erfolgsgespann: Uli Hoeneß gibt auf der Trabrennbann in Daglfing Karl-Heinz Rummenigge die Zügel in die Hand © Getty
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Hoeneß ganz stilecht im Sulky mit Helm und Schutzbrille © Getty
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Hoeneß auf der Trabrennbahn © Getty
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Hoeneß in der Saison 1987/88 mit Jupp Heynckes (r.) © Getty
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Erfolgsmanager Hoeneß hat in seiner Amtszeit viele Trainer kommen und gehen sehen. Hier 1994/95 mit Otto Rehhagel © Getty
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Zu größeren Interviews bat Hoeneß Reporter schon mal in sein Büro © Getty
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Bei der Arbeit - Hoeneß‘ Schreibtisch ist bestens organisiert © Getty
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Einer der wenigen Momente der Entspannung... © Getty
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Mit dem Kollegen Calli Calmund aus Leverkusen © Getty
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Christoph Daum gehörte jahrelang zu Hoeneß‘ Intimfeinden: Vor allem in der Koksaffäre um den damaligen Kandidaten auf den Job des Bundestrainers konnte Hoeneß nicht an sich halten © dpa
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Hoeneß ordnet seine Unterlagen im Fall Christoph Daum © ap
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Der Erfolg schafft nicht nur Freunde. Hoeneß wird im Cottbuser Stadion der Freundschaft von zwei Leibwächtern übers Spielfeld eskortiert  © ap
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In vielen Bundesliga-Stadien, hier in Dortmund, ist Hoeneß das Feindbild schlechthin. Manchmal überschreiten die gegnerischen Fans aber die Grenzen des guten Geschmacks © dpa
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2000: Die Pfiffe des Bremer Publikums verderben Hoeneß die Laune © dpa
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In den eigenen Reihen erfüllt er hingegen gerne Autogrammwünsche © Getty
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Bayern-Keeper Olveri Kahn wurde 2000 in Freiburg von einem Golfball getroffen und ist außer Rand und Band. Hoeneß hat Mühe, seinen Torwart in Zaum zu halten © ap
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Eine halbe Ewigkeit hatte Hoeneß seinen Stammplatz auf der Bayern-Bank. Seit der Saison 2009/2010 nimmt er neben Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner auf der Tribüne Platz © ap
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Hoeneß zeigte im Laufe der Zeit immer wieder Herz für andere Vereine. Mitte 2003 half er dem FC St. Pauli mit einem Benefizspiel auf die Beine © Getty
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Danke, Herr Hoeneß! Die Hamburger Fans schätzen Hoeneß‘ Engagement © Getty
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Hoeneß und Hitzfeld feiern den 1:0-Sieg über Dynamo Kiew im Champions-League-Halbfinale. Es folgte das Trauma im Finale von Barcelona © ap
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Hoeneß auf dem Gipfel des Erfolgs, als die Bayern 2001 gegen den FC Valencia die Champions League gewinnen © sampics
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Lass Dich knuddeln! Hoeneß herzt Ottmar Hitzfeld, als die Bayern 2000 im Olympiastadion die Meisterschat klar machen © dpa
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Ein Mann, der gerne Mal Hand anlegt. 2001 schippt Hoeneß das Trainingsgelände © dpa
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Hoeneß, der Mann am Steuer. Hier testet er 2008 den neuen Bayern-Bus © dpa
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Sehen Sie sich Karl-Heinz Rummenigge an: Hoeneß war an jenem Abend so stinksauer, dass sich der Bayern-Boss hinter vorgehaltener Hand ein Lächeln nicht verkneifen konnte © dpa
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Dieser Spieler dürfte Hoeneß einige Nerven gekostet haben: Mario Basler © Westermann
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Gemeinsame Freude, gemeinsames Leid: Hoeneß 2001 mit Ottmar Hitzfeld im Spiel gegen Unterhaching © sampics
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Die Manager-Brüder Uli und Dieter © ap
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Hoeneß mit seiner Frau Susanne, ein tolles Paar ohne Skandale © Getty
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Hier besuchen sie die FC-Bayern-Gala im Circus Krone 2008... © Getty
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...und bei der Premiere des Teatro Paradiso im Circus Roncalli © Jantz
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Wer mag Hoeneß diesen Blick über den Tellerrand verdenken... © Getty
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Die Tenöre vom Rathausbalkon: Hoeneß mit Franz Beckenbauer und den Meistersängern Ruggiero Rizzitelli und Giovanni Trapattoni 1997 © mzv
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Im Jubeln hat Hoeneß Übung: Kaum einer im internationalen Fußballgeschäft durfte so viele Erfolge feiern © ap
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Einer seiner emotionalsten Momente: Hoeneß rastet bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern im Jahr 2007 aus, als ihn ein Fan auf die eher mittelmäßige Stimmung in der Allianz Arena anspricht © ap
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Unzählige Oktoberfeste hat Hoeneß mit dem FC Bayern gefeiert © ap
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1997: Ganz entspannt am Spielfeldrand © Getty
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Wenn Hoeneß kommt, stehen auch die Scheichs Spalier © Getty
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Erfolgstrio: Hoeneß zwischen Michael Henke und Ottmar Hitzfeld © Getty
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Eine kurze Partnerschaft: Hoeneß mit Jürgen Klinsmann © dpa
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Hoeneß ist immer noch topfit © Getty
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Hoeneß, Manager der Superlative. Hier posiert er vor dem Burj Dubai © dpa
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Für Werbezwecke greift Hoeneß schon mal zum Burger © dpa
Immerhin verkauft er bei einer weltweit bekannten Fast-Food-Kette seinen "Nürnburger" mit Nürnberger Bratwürsten. © 
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Am 27. November 2009 wurde Hoeneß auf der Hauptversammlung zum Nachfolger von Präsident Franz Beckenbauer gewählt. © dpa
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Wohin führt der Weg des Vereins? Hoeneß wird auch als Präsident weiterhin dafür Sorgen, dass der FCB nie im Regen steht © sampics

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Es ist ruhiger geworden um Uli Hoeneß, seitdem er dem FC Bayern als Präsident vorsteht. Zumindest nach außen hin. Hinter den Kulissen sieht es ganz anders aus: Umtriebig wie und je kümmert er sich um die Vereinsbelange. Das beginnt bei kleinen Aufmerksamkeiten wie einem erwärmenden Pausensnack auf der Unterhachinger Stadiontribüne und endet irgendwo bei den Visionen des Münchner Machers, der fünf Tage der vergangenen Woche in den USA verbracht und insgesamt ein wachsames Auge auf das Weltgeschehen hat.

Die aktuelle Krise sieht er mit Skepsis, gerade Deutschland prophezeit er eine schwierige Phase („Ich denke, die Arbeitslosigkeit wird steigen“) – doch in der Krise sieht er auch eine Chance für den Fußball. Vor allem in den Bereichen, in denen Vernunft vor Verschwendungssucht regiert hat.

„Fußball bietet in schlechten Zeiten Entspannung, Zerstreuung, und er kann Halt geben“, findet Hoeneß, „Fußball kann da ein wunderbares Medium sein. Er hat in der Gesellschaft schon jetzt einen hohen Stellenwert und ich glaube, das wird sich noch steigern. Wir müssen uns unserer sozialen Verantwortung da voll bewusst sein.“

Die Strafakte des FC Bayern: Wer wofür blechen musste

Philipp Lahm (l.) und Luca Toni werden für ihre Verfehlungen vom FC Bayern zur Kasse geben
Philipp Lahm (l.) und Luca Toni wurden 2009 für ihre Verfehlungen vom FC Bayern zur Kasse geben © dpa
Lahm Toni Geldstrafe
Lahm kritisierte die Bayern-Bosse und deren Transferpolitik vor dem wichtigen Spiel gegen den FC Schalke in einem Interview mit der SZ. © Getty
Lahm Toni Geldstrafe
Prompt verhängte der FC Bayern eine Rekordgeldstrafe für den Nationalspieler. Etwa 50.000 Euro sollen es gewesen sein, die Lahm löhnen musste © 
Lahm Toni Geldstrafe
Luca Toni verließ in der erwähnten Partie gegen den FC Schalke die Allianz Arena, nachdem er von Trainer Louis van Gaal in der Pause ausgewechselt worden war © dpa
Die verfrühte Heimfahrt mit dem Privat-Pkw kostete Toni eine Strafe in unbekannter Höhe
Die verfrühte Heimfahrt mit dem Privat-Pkw kostete Toni eine Strafe in unbekannter Höhe © ap
Doch das sind nicht die ersten Fälle, in denen der FC Bayern seine Spieler bestraft hat. Die prominentesten (und bekannten) Fälle: © Getty
Stefan Effenberg ist für sein ungezügeltes Temperament bekannt. 10.000 Mark musste der Heißsporn 1998 jedoch zahlen, weil er angetrunken mit dem Auto unterwegs war. Der Führerschein war vorübergehend futsch © Getty
Mario Basler hat die dickste Akte beim FC Bayern. 1997 warf das „Enfant terrible“ dem damaligen Trainer Giovanni Trapattoni eine angeblich falsche Taktik vor. Seine öffentlichen Aussagen kosteten ihn angeblich 10.000 Mark  © Getty
Im Oktober 1998 war Basler eigentlich krank geschrieben, hatte aber noch genügend Kraft, um bis vier Uhr morgens in einem Münchner Klub zu feiern © Getty
Auch von einer Schlägerei war bei diesem Disco-Besuch die Rede. Wieder zahlte Basler 10.000 Mark © Getty
Im August 1999 feierte Basler den Geburtstag von Mitspieler Didi Hamann bis um drei Uhr in der Früh - also viel länger, als der offizielle Zapfenstreich (elf Uhr) vorgesehen hatte. 20.000 Mark Strafe - damals Vereinsrekord! © Getty
Im Oktober 1999 lieferte sich Basler in einer Regensburger Pizzeria eine Schlägerei. Dem FC Bayern reichte es vorerst © Getty
Basler und Ersatztorwart Sven Scheuer (Foto), der ebenfalls zugelangt haben soll, wurden intern gesperrt © Getty
Was hier so einträchtig und harmonisch aussieht, ging auch mal ganz anders: Zwischen Lothar Matthäus und Bixente Lizarazu kam es 1999 im Training zu einer heftigen Auseinandersetzung, bei der der Franzose dem Lothar eine Watschn verpasste. © Getty
Harald Schmidt spottete damals über Lizarazus Ausrutscher: "Bixente Lizarazu hat Lothar Matthäus eine geknallt. Auf dem Video hört man ein Klatschen, und man weiß nicht: War es die Ohrfeige oder der Applaus von Effenberg?" © Getty
Für das letzte Spiel der Hinrunde 2007 suspendierte Ottmar Hitzfeld (l.) Oliver Kahn, weil dieser die Weihnachtsfeier des FC Bayern zu früh verlassen hatte © Getty
Fast zeitgleich hatte Kahn die Bayern-Mannschaft in einem Interview hart kritisiert. Kahn musste neben seiner Sperre 25.000 Euro Strafe zahlen © Getty
Luca Toni wurde im November 2009 von Trainer Louis van Gaal suspendiert. Toni hatte in einem Interview über van Gaal gesagt: “Seit vier Monaten habe ich Probleme mit ihm. Alles hat seine Grenzen. Unser Verhältnis ist so gut wie am Ende.“ © dpa

Er sieht die Zeit nahe, um beim FC Bayern den Lohn für solides Wirtschaften einzustreichen. Während in England die ersten Riesen wie Manchester United und der FC Liverpool ins Wanken geraten, „zahlt sich bei uns jetzt aus, dass unser sportlicher Erfolg auf Vernunft basiert. Wahrscheinlich werden wir bald die Früchte ernten, die wir in langer, harter Arbeit gesät haben.“

Hoeneß hat schon öfter orakelt, es werde die internationale Konkurrenz zerreißen, bisher fanden die Real Madrids dieser Welt jedoch stets neue Schlupflöcher. Tatsächlich aber beschreitet sogar ein vermeintlicher Krösus wie Manchester United gerade streitbare Wege, um an Gelder zu kommen.

Die Krise erfasst den Fußball nur langsam – aber sie erfasst ihn. Die Münchner vermeldeten unterdessen gestern, dass ihre Allianz Arena morgen gegen Mainz 05 zum 100. Mal ausverkauft sein wird. Bis zum Saisonende gibt es keine Karten mehr, weder in der Liga noch in der Champions League. „Als ich vor über 30 Jahren als Manager angefangen habe, hatten wir 8000 Mitglieder, jetzt sind es 155 000“, so Hoeneß über ein Pfund, mit dem man wuchern kann.

Die Leihspieler der Bayern

Markus Babbel wurde von 1992 bis 1994 an den Hamburger SV ausgeliehen. Nach zwei Jahren kehrte der Verteidiger zu den Bayern zurück und wurde Nationalspieler. 2000 wechselte Babbel zum FC Liverpool. © Getty
Manfred Schwabl wurde von Januar 1993 bis 1994 an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen. Anschließend verpflichteten ihn die Franken für 2 Millionen D-Mark. Später spielte Schwabl beim TSV 1860 (siehe Bild). © Getty
Stürmer Mazinho wurde von September 1993 bis 1994 an Inter Porto Alegre verliehen. Danach kehrte Mazinho zu den Bayern zurück. 1995 kehrte der Brasilianer den Bayern endgültig den Rücken. © 
Samuel Kuffour wurde von Januar bis Juli 1996 an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen. Anschließend kehrte der Ghanaer zu den Bayern zurück und gewann unter anderem 2001 die Champions League. 2005 wechselte Kuffour zum AS Rom. © Getty
Markus Münch wurde zwischen 1994 und 1996 an Bayer Leverkusen ausgeliehen. Von Januar bis Juli 1998 spielte Münch zudem leihweise beim 1. FC Köln. 1998 wechselte der Linksfuß zu Genua 1893. © Getty
Christian Saba wurde von Januar bis Juli 1999 an Hertha BSC ausgeliehen. Unmittelbar danach kickte Saba für ein halbes Jahr bei Arminia Bielefeld ... © Getty
... ehe er zu den Amateuren des FC Bayern zurückkehrte. © Getty
Berkant Göktan (l.) wurde von Janar bis Juli 1999 an Borussia Mönchengladbach ausgeliehen ... © Getty
... im Anschluss daran spielte Göktan (r.) für eine Saison bei Arminia Bielefeld. Danach kehrte Göktan zu den Amateuren des FC Bayern zurück. © Getty
Philipp Lahm wurde von 2003 bis 2005 als Amateurspieler an den VfB Stuggart ausgeliehen und kehrte anschließend als Nationalspieler zu den Bayern zurück. Dort spielt Lahm noch heute. © Getty
Christian Lell spielte zwischen 2004 und 2006 für den 1. FC Köln und kehrte dann zu den Bayern zurück. Jetzt spielt er bei Hertha BSC und war dort in der Aufstiegssaison Vizekapitän. © Getty
Andreas Görlitz wurde von 2007 bis 2009 an den Karlsruher SC ausgeliehen. Seit 2010 spielt er für den FC Ingolstadt © Getty
Mats Hummels wurde von Januar 2008 bis Januar 2009 an Borussia Dortmund ausgeliehen. Anschließend sicherte sich die Borussia die Dienste des Defensivallrounders für 4,6 Millionen Euro. © Getty
Georg Niedermeier war seit Januar 2009 an den VfB Stuttgart verliehen und sollte im Sommer 2010 nach München zurückkehren. Doch der VfB sicherte sich im Februar die Dienste des Verteidigers bis 2014. © Getty
Toni Kroos war ab Januar 2009 an Bayer Leverkusen ausgeliehen. Kroos kehrte im Sommer 2010 nach München zurück © Getty
José Ernesto Sosa wurde im Oktober 2010 an Estudiantes de La Plata ausgeliehen. Anschließend wechselte der Argentinier zum SSC Neapel. © Getty
Luca Toni wurde im Januar 2010 an den AS Rom ausgeliehen. Er wechselte anschließend zum FC Genua © Getty
Andreas Ottl ließ sich im Januar 2010 für ein halbes Jahr an den 1. FC Nürnberg ausleihen und kehrte anschließend zu den Bayern zurück. Heute spielt Ottl beim FC Augsburg. © dpa
Breno ließ sich im Januar 2010 für ein halbes Jahr an den 1. FC Nürnberg ausleihen - nach seinem Kreuzbandriss kehrte er zurück. Nach einem verkorksten Jahr mit weiteren Verletzungen und Depressionen, steckte er seine Villa in Grünwald in Brand. Die Folge: eine Gefängnisstrafe für den Brasilianer. © dpa
Mehmet Ekici ließ sich im Sommer 2011 an den 1. FC Nürnberg ausleihen. Dort überzeugte der Türke so sehr, dass er anschließend für fünf Millionen Euro zu Werder Bremen wechselte. © Getty
David Alaba (l.) ließ sich im Januar 2011 zu 1899 Hoffenheim ausleihen. Nach seiner Rückkehr überzeugte der junge Österreicher zunächst im Mittelfeld und gegen Ende der Saison 2011/12 als linker Verteidiger. © Getty
Nils Petersen (l.) wurde vor der Saison 2012/13 an den SV Werder Bremen ausgeliehen. Dort soll der ehemalige Zweitliga-Torschützenkönig seine Bundesligatauglichkeit unter Beweis stellen. © dpa

Zum Thema Allianz Arena hat Hoeneß auch noch eine Anmerkung mit Blick auf den früheren Partner TSV 1860. Die Stadt München habe den Bayern diese Zusammenarbeit „aufgedrängt“, er „verstehe die Kritik nicht“, dass die Beziehung zu Bruch gegangen ist: „Wir haben mit aller Kraft versucht, daraus eine vernünftige Partnerschaft zu machen. Aber eine Partnerschaft funktioniert nur, wenn beide Partner gleich stark sind. Ohne uns gäbe es den TSV 1860 gar nicht mehr.“

Generell glaubt Hoeneß, dass Fußball womöglich noch mehr zieht und verbindet als alles andere auf diesem Sektor. „Speziell die von Doping geprägten Sportarten haben es extrem schwer“, sagt der Bayern-Boss, „wenn sie nicht begreifen, dass sie dieses Problem in Griff kriegen müssen, gehen sie unter. Der Fußball hat aus meiner Sicht eine große Chance, die einzige richtige Sportart weltweit zu werden, die sich von Feuerland bis Alaska halten wird.“ Eine kühne Prognose – mal sehen, ob sie sich bewahrheitet, wenn es um die Wurst geht.

Von Andreas Werner

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