Bleibt der Trainer? Oder geht er?

JHV vom FC Bayern - und Pep Guardiola ist wohl nicht mal dabei

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Schulterklopfer braucht Guardiola (l.) von Rummenigge nicht mehr. Keiner weiß genau, warum er noch zögert.

München - Der Plan war eigentlich gut: Bis zur Jahreshauptversammlung wollte der FC Bayern von Pep Guardiola eine Entscheidung. Verkündet werden kann am Freitagabend aber noch nichts.

Update vom 27. November 2015: Auch wenn Pep Guardiola bei der Jahreshauptversammlung der Bayern nicht anwesend sein wird: die Trainerfrage könnte bei der Veranstaltung im Audi Dome ein Rolle spielen. Vielleicht bei den Wortmeldungen? Wir halten Sie auf dem Laufenden in unserem Live-Ticker zur Jahreshauptversammlung des FC Bayern.

Den Audi Dome, den mag Pep Guardiola eigentlich. Und die traditionsreiche Halle im Münchner Westen ist auch einer der wenigen Orte, an dem man den Bayern-Trainer als Privatmann antreffen kann. Gelöst wirkt er immer, wenn er die Basketballer seines Klubs anfeuert, natürlich von den besten Plätzen in der ersten Reihe aus, meist flankiert von seiner Frau Cristina und den drei Kindern. Es sind Momente, in denen man denken kann: Dieser Mann mag München. Dieser Mann mag diesen Klub. Aber: Es sind eben nur ein paar kleine Aufnahmen im Leben eines Weltmanns. Eines Welttrainers.

Es war vielleicht nicht der konkrete Plan, aber zumindest der innige Wunsch der Bayern-Bosse, den Audi Dome zum Schauplatz der Vertragsverlängerung zu machen. Am Freitag Abend bei der Jahreshauptversammlung (hier bei uns im Live-Ticker) sollte es so weit sein. Vor dem Bayern-Emblem, auf der großen roten Bühne, mit viel Applaus und Freibier für die Mitglieder. Man hat gehofft auf einen ähnlich gelösten Guardiola, wie man ihm am selben Ort stets beim Basketball sehen kann. Aber daraus wird nichts. Guardiola wird wohl nicht mal in der Halle sein. Und eine frohe Botschaft gibt es sowieso nicht.

FC Bayern: Pep Guardiola lässt sich nicht unter Druck setzen

Schon seit mehreren Wochen ist klar, dass der Spanier sich nicht unter Druck setzen lässt. Das Ultimatum – ursprünglich ging es um die zweite Jahreshälfte, dann um die Länderspielpause vor zwei Wochen – wurde bis nach der Hinrunde verlängert. Es ist das letzte, wie Karl-Heinz Rummenigge am Mittwochabend betonte, eine Änderung des Zeitplans sei „nicht vorgesehen“. Zwischen dem 19. und 24. Dezember wird Klartext geredet.

Rummenigge ist stets um Lässigkeit bemüht, wenn es um das leidige Thema geht („völlig entspannt“). Das gelingt ihm mal besser, mal schlechter. Am Mittwoch etwa sorgte er mit der Aussage „Spieler kommen und gehen. Auch Trainer kommen, Trainer gehen“ für Spekulationen. Die Gerüchteküche lief heiß. Bereitet man sich auf einen Abschied vor? Tatsächlich aber ist es einfach so, dass auch intern niemand voraussagen kann, wie sich Guardiola entscheiden wird.

Der Katalane hält die Bosse hin, er versteht nach wie vor nicht, warum Eile besteht. Und die Vorstandsetage ist genervt. Man hat alles getan für einen Verbleib: das Ärzteteam ausgetauscht, Transfers verwirklicht, eine Gehaltserhöhung auf 15 Millionen Euro pro Jahr in Aussicht gestellt. Und trotzdem gibt es knapp einen Monat vor dem Ablauf der Frist nichts anderes zu verkünden, als dass beide Seiten nach wie vor „sehr seriös“ (Rummenigge) mit der ungeklärten Situation umgehen.

Guardiola sagte im Vorfeld des 4:0 gegen Piräus, dass es bei einem Weltklub wie dem FC Bayern normal sei, dass Verantwortliche irgendwann ausgetauscht werden. Er treffe seine Entscheidung, „die ich den Bossen mitteile. Egal, ob ich weitermache oder wir aufhören.“ Es war das erste Mal seit Wochen, dass er eine Frage zu dem Thema nicht gleich abblockte. Und trotzdem bringt es nichts, nach Tendenzen in seiner Antwort zu suchen. Das komplexe Konstrukt mit Pros und Contras besteht ausschließlich in Guardiolas Kopf.

Der FC Bayern will Pep Guardiola nicht ersetzen

Es gehe „immer weiter“, sagte Rummenigge, es gebe „keinen Menschen auf der Welt, der irgendwann nicht zu ersetzen sein muss“. Das Problem aber: Man will Guardiola nicht ersetzen. Der Verein ist gewillt, alles zu machen für diesen Mann, ihm auch den geforderten erhöhten Einfluss bei Transfers zuzugestehen. Damit macht man sich vielleicht auf Dauer angreifbar. Das blendet der Vorstand aber derzeit aus.

Genau wie die Tatsache, dass die anstehende Weihnachtsüberraschung heuer auch eine böse sein könnte. Und man dann ganz andere Sorgen hätte als den Zeitpunkt einer Entscheidung.

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