Lahm und Boateng planen schon

Jobs nach der Karriere: Was Fußballer machen - und was nicht

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Udo Horsmann kickte beim FCB und für die Löwen, seine Zeit nach der Karriere hat sich hingegen eher für die Bayern gelohnt.
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Der Grund: Horsmann machte eine Schreinerlehre und baute die ­Halterung für die 30 Kilo schwere FCB-Chronik.
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Rudi Kargus: Seine Hände sind nach wie vor sein wichtigstes Werkzeug. Als Keeper wurde der heute 62-Jährige 1977 Europapokalsieger mit dem HSV.
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Heute tobt er sich als Maler aus. Stilrichtung: Expressionismus!
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Ilhan Mansiz: Seine aktive Karriere führte ihn neben der türkischen Nationalelf und Besiktas ­Istanbul auch zu den Löwen.
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Danach trieb es den 39-Jährigen aufs Eis – heute sogar als Trainer!
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Johan Micoud: Seine Glanzzeiten erlebte der 41-Jährige von 2002 bis 2006 in ­Bremen, wo er 2004 das Double holte.
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Danach ging’s für zwei Jahre nach Bordeaux, danach aufs Weingut in der Region Pomerol. Micoud ist Winzer und baut ­edle Tropfen an.

München - Was kommt eigentlich nach der Karriere als Profifußballer? Philipp Lahm und Jerome Boateng machen sich darüber schon Gedanken. Wir zeigen derweil, was andere ehemalige Stars heute machen.

Karriereplanung? Für George Best bestenfalls ein Fremdwort! „Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich einfach verprasst“, lautet das berühmteste Zitat des ManU-Playboys, der 2005 im Alter von 59 Jahren an den Folgen seines extravaganten Lebensstils verstarb. Nur gut, dass die Bayernstars da etwas anders ticken. Die Karriere nach der Karriere? Bei vielen schon in Planung! Während Jerome Boateng derweil mit Raplegende Jay-Z in New York Geschäfte macht, soll Philipp Lahm die Übernahme von Bogner planen. Mia san business!

Für Ulf Baranowsky jedoch nichts Neues. Der Geschäftsführer der Spielergewerkschaft VdV zur tz: „Spieler wie Günter Netzer oder Franz Beckenbauer haben auch schon Erfolge im Geschäftsleben gefeiert. Sie sind Ikonen des Fußballs und bringen enorme Strahlkraft mit, die Unternehmen für einen positiven Imagetransfer nutzen. Hat man auf diesem Niveau gespielt, hat man alle Trümpfe in der Hand, weil man in der Regel auch wirtschaftlich keinen Druck hat. Da drunter wird es aber schon etwas schwerer.“

Baranowsky meint damit die „Fußballarbeiter“, die eben nicht jeden Sommer mal über den Atlantik segeln, um Geschäfte mit Rapgranden abzuschließen. In erster und zweiter Bundesliga finden sich rund 1000 Lizenzspieler, dazu etwa 700 Kicker aus der 3. Liga und noch mehr aus den fünf Regionalligastaffeln, von denen nicht alle als Trainer oder TV-Experte enden dürften. „Und es ist ja nicht so, dass man mit den Gehältern aus der dritten Liga nach der Karriere die Beine hochlegen kann“, so Baranowsky.

Sein Rat: bereits während der Karriere am beruflichen Plan B arbeiten, Risiken wie Verletzungen absichern und sein Geld nicht in Ferraris investieren, sondern auf die Seite legen. Das Problem: Bei den Kickern stoßen diese Tipps auf taube Ohren. Eine neue Tendenzstudie des ISS (Institut für Sportmanagement) der Hochschule Koblenz besagt, dass etwa zwei Drittel aller Kicker nichts für die Zeit nach der Karriere unternimmt.

„Die Fortbildungsbereitschaft nach der Karriere ist gering“, sagt Baranowsky. In Zahlen: Gerade einmal 13,8 Prozent der Befragten gaben an, eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen zu können, über einen Uni-Abschluss verfügen nur 1,5 Prozent. Wie viel Prozent der Kicker nach der Karriere ausgesorgt hat? Etwa zehn Prozent! Lahm und Boateng gehören zweifelsohne dazu, wobei auch sie achtgeben sollten. Baranowsky: „Man sollte sich nicht ausnutzen lassen! Viele Freunde haben irgendwelche Firmen und brauchen noch einen Kapitalgeber oder Gesellschafter als Financier – doch am Ende bleibt nichts mehr über.“ Aber Jay-Z ist ja zum Glück nicht irgendwer…

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