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Impf-Debatte? Jetzt schaltet sich sogar Jogi Löw ein

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Von: Alexander Kaindl

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Joachim Löw wurde jüngst vom DFB ganz offiziell verabschiedet.
Joachim Löw wurde jüngst ganz offiziell vom DFB verabschiedet. © Hübner / Imago

Joachim Löw ist nicht mehr Bundestrainer, aber natürlich verfolgt er das aktuelle Geschehen in Fußball-Deutschland. Nun hat er sich zur Impf-Thematik geäußert.

München - Die Impf-Situation beim FC Bayern München ist inzwischen eines der brisantesten Themen in Fußball-Deutschland. Nationalspieler Joshua Kimmich fällt nun schon zum zweiten Mal aus, weil eine Kontaktperson positiv auf Corona getestet wurde. Da der Mittelfeldmann nicht geimpft ist, musste er in Quarantäne - und diese Situation wird so bald auch nicht geklärt sein. Bis zum vollständigen Impfschutz vergehen Wochen oder sogar Monate. Der FCB muss auf seinen Leistungsträger möglicherweise also auch in Zukunft verzichten, wenn in seinem Umfeld wieder einmal eine Person positiv getestet wird.

Die Kollegen Serge Gnabry, Jamal Musiala, Eric Maxim Choupo-Moting und Michael Cuisance teilen Kimmichs Schicksal. Auch sie befinden sich aktuell in Quarantäne. Und so fehlen den Bayern auf einen Schlag fünf Spieler. Wie geht man damit um? Die Bosse haben nun schon zu einer radikalen Maßnahme gegriffen: Spieler, die sich in Quarantäne befinden, werden für diese Zeit nicht bezahlt. Offenbar sollen sich deshalb sogar einzelne Spieler überlegen, juristisch gegen den Verein vorzugehen.

FC Bayern München: Impf-Debatte rund um Joshua Kimmich - Jetzt bezieht Joachim Löw Stellung

Die Meinungen von Ärzten, Politikern, Gesundheitsexperten und inzwischen auch etlichen Bundesliga-Funktionären ist hinlänglich bekannt: Impfen lassen! Und nun hat sich auch eines der bekanntesten Gesichter der Fußball-Nation zu Wort gemeldet: Joachim Löw.

Der ehemalige Bundestrainer, der Deutschland 2014 zum WM-Titel führte und im Sommer 2021 von Hansi Flick ersetzt wurde, bezog nun Stellung zur Impf-Debatte rund um den FC Bayern. Im Rahmen einer Veranstaltung der Stiftung von Nationalspieler Matthias Ginter sagte er bei Sky Sport News: „Ich kann nur für mich sprechen: Wenn wir aus der Pandemie rauskommen wollen, ist Impfen notwendig.“

Er könne den Pieks „nur jedem raten“, es mache „Sinn, sich impfen zu lassen“. Gleichzeitig ging er aber auch auf die Situation seiner einstigen DFB-Schützlinge Kimmich, Gnabry und Musiala ein: „Die Entscheidung liegt beim Einzelnen. Das muss man anerkennen.“ Sollte jemand gegen eine Impfung sein, „dann bleibt nichts anderes, als das zu akzeptieren.“

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Jogi Löw spricht über Impf-Situation: „Wenn die Intensivbetten voll sind, haben wir ein großes Problem“

Diese Erfahrung müssen aktuell auch die Bayern-Bosse machen, die in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder versucht haben, auf die Spieler rund um Kimmich einzuwirken. Auch Löw ist sich der Verantwortung des Fußballs, insbesondere der von Nationalspielern, bewusst. „Die Impfquote in allen Vereinen ist weit über 90 Prozent. Das ist mehr als in der gesamten Bevölkerung“, unterstrich er. Wenn sich ein Drittel der Bevölkerung nicht impfen lasse, werde die Pandemie Deutschland noch monatelang massive Probleme bereiten. „Wenn mal die Intensivbetten voll sind, haben wir echt ein großes Problem in unserem Land“, sagte Löw, der auch Einblicke in seine persönliche Zukunft gab.

Der 61-Jährige sei grundsätzlich offen für eine neue Aufgabe, konkrete Vorstellungen habe er aber immer noch nicht. „Es gab natürlich schon einige Anfragen, es gab auch das eine oder andere Gespräch, aber natürlich fällt jetzt keine Entscheidung. Vorstellbar ist einiges, Hauptsache natürlich im Fußball, das auf jeden Fall“, so Löw. Er habe nach seinem Rücktritt zwei, drei Monate gebraucht, es sei teils aufwühlend gewesen. „Den Prozess habe ich irgendwie abgeschlossen. Ich spüre, dass der Fußball mich wieder anzieht, dass ich motiviert bin und wieder gerne Fußball schaue und mich wieder interessiere, für Dinge, die passieren.“ Sicher hätte der einstige Bundestrainer nichts dagegen, künftig wieder mehr über sportliche Themen zu sprechen. (akl/dpa)

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