Nach der U21-EM beginnt eine neue Ära

Kimmich: "Bayern ist eine große Auszeichnung"

+
Bald-Bayer Joshua Kimmich mit der deutschen U21 bei der EM in Tschechien. Er ist kampfstark, aber durchaus offensivorientiert.

München/Prag - Für Joshua Kimmich wird es ein gewaltiger Sprung von RB Leipzig zum FC Bayern. Verstecken will sich der U 19-Europameister im neuen Kosmos aber keineswegs.

Josh, Josua oder Jo? Probleme hat Senkrechtstarter Joshua Kimmich derzeit eigentlich nur mit seinem Vornamen. „Meine Mutter dreht immer durch, wenn mich der Stadion­sprecher ,Joshua’ nennt. Sie wollte, dass ich Josua heiße, das ,h’ hat nur optische Gründe“, sagt der U 21-Nationalspieler vor dem letzten EM-Vorrundenspiel gegen Gastgeber Tschechien (bei Red.-Schluss nicht beendet). Kimmich: „Die wichtigsten Leute wissen aber, wie man es ausspricht.“

Wichtige Leute, dass sind für Kimmich in Zukunft Pep Guardiola, Matthias Sammer oder Bastian Schweinsteiger. Denn nach der EM beginnt für den defensiven Mittelfeldspieler ein neues Leben: Acht Millionen Euro zahlte der FC Bayern für den 20-Jährigen, der zuletzt vom VfB Stuttgart an Leipzig ausgeliehen war. Beim Rekordmeister erhielt der 20-Jährige einen Vertrag bis 2020. „Bayern wird eine neue Welt für mich, eine neue Herausforderung. Ich stand in der zweiten Liga bislang noch nicht so im Rampenlicht“, sagt Kimmich.

Verstecken will sich der U 19-Europameister im neuen Kosmos keineswegs. „Ich möchte erst einmal lernen, aber ich möchte auch so viel wie möglich spielen“, sagt Kimmich. Auch vor seinem großen Vorbild Bastian Schweinsteiger macht er nicht halt: „Ab nächster Saison sind wir Kollegen, aber auch Konkurrenten.“

Kimmich (l.) traf für Leipzig beim 3:0 bei 1860.

Wie wertvoll Kimmich für die Bayern werden kann, beweist er derzeit in Tschechien. Beim Auftakt gegen Serbien (1:1) brachte seine Einwechslung viel Schwung, gegen Dänemark (3:0) rückte er in die Start­elf und gehörte zu den besten Spielern. „Das 1:0 gegen Dänemark war auch sein Tor. Wie er den Ball erobert – großartig“, sagte Teamkollege Amin Younes über den Sechser, der seine Position durchaus offensiv interpretiert.

„Er hat das sehr gut gemacht. Bayern hat ihn nicht ohne Grund geholt“, sagte DFB-Trainer Horst Hrubesch. Dabei hat Kimmich, der als Zwölfjähriger zum VfB gekommen war, noch kein einziges Bundesliga-Spiel vorzuweisen. Dennoch sei er „Wunschspieler“ von Sammer und ­Guardiola, heißt es bei den Bayern.

Ein Gespräch mit „Herrn Guardiola“ und „Herrn Sammer“, so Kimmich, habe letztlich den Ausschlag gegeben: „Der FC Bayern könnte jeden Sechser der Welt kaufen. Wenn sie dann mich möchten, ist das eine große Auszeichnung.“ ­Guardiola habe ihm bereits gesagt, „was er an mir schätzt – und was er mit mir erarbeiten möchte“, so Kimmich. „Es ist klar, dass in München andere Persönlichkeiten mit mir spielen werden als noch in Leipzig“, sagt Kimmich. Immerhin: Seinen Nachnamen dürften seine neuen Kollegen kennen, und das mit dem Vornamen wäre jetzt auch geklärt…

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Todesgruppe droht: Auf wen Bayern in der CL treffen könnte
Todesgruppe droht: Auf wen Bayern in der CL treffen könnte
Delegation von Juve wohl in München - wegen dieses FCB-Spielers
Delegation von Juve wohl in München - wegen dieses FCB-Spielers
Abschied von Bayern? Boateng spricht Klartext
Abschied von Bayern? Boateng spricht Klartext
Bayern-Bosse: "Jetzt geht's los auf dem Transfermarkt"
Bayern-Bosse: "Jetzt geht's los auf dem Transfermarkt"

Kommentare