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Kimmich über sein Impf-Zaudern: „Das schlechte Gewissen ist auf jeden Fall da“

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Von: José Carlos Menzel López, Philipp Kessler

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Hinter ihm liegt eine harte Zeit: Joshua Kimmich gesteht Fehler ein, beklagt aber auch mangelnden Respekt.
Hinter ihm liegt eine harte Zeit: Joshua Kimmich gesteht Fehler ein, beklagt aber auch mangelnden Respekt. © imago

Wochenlang konnte Joshua Kimmich wegen einer Corona-Infektion nicht auf dem Platz mitmischen. Nach dem 2:1-Sieg gegen Mainz öffnet der Bayern-Star sein Herz.

München – Die Bayern sind quasi Herbstmeister. Nach dem 2:1-Arbeitssieg am Samstag gegen Mainz liegen die Münchner zwei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde sechs Punkte vor Verfolger Dortmund, haben zudem ein weitaus besseres Torverhältnis. Doch das Hauptthema rund um den Rekordmeister bleibt Joshua Kimmich, 26.

FC Bayern: Joshua Kimmich will sich nun gegen Corona impfen lassen

Zwar wird der Bayern-Star nach seiner mild verlaufenden Corona-Infektion kein Spiel mehr in diesem Jahr bestreiten. Doch mittlerweile hat er sich dazu entschlossen, sich zeitnah gegen das Virus impfen zu lassen. Das verriet er in einem ZDF-Interview, das kurz zuvor offenbar in seinem Haus aufgezeichnet wurde, am Sonntagabend.

In der „Sportreportage“ bedauert Kimmich, sich nicht früher zu einer Impfung durchgerungen zu haben. „Generell war es für mich einfach schwierig, mit meinen Ängsten und Bedenken umzugehen, deshalb war ich auch so lange unentschlossen“, sagte er. „Deshalb konnte ich diese Entscheidung zu dem Zeitpunkt auch nicht treffen und musste vielleicht erst das durchleben, was ich jetzt durchlebt habe.“

FC Bayern: Joshua Kimmich musste dreimal in Quarantäne

Zweimal musste der Familienvater als Kontaktperson und einmal nach eigener Infektion in Quarantäne. Wochenlang konnte er nicht mehr auf dem Platz mitmischen. „Das schlechte Gewissen ist auf jeden Fall da. Also in erster Linie natürlich meiner Familie gegenüber, die sich viel anhören musste, aber natürlich auch meinen Mitspielern gegenüber. Das wäre mit der Impfung nicht passiert.“

Dass der FC Bayern den ungeimpft zur Quarantäne verpflichteten Spielern die Gehälter kürzte, versteht Kimmich: „Ich denke mal in der Thematik gibt es keine zwei Meinungen, das war das gute Recht des Vereins.“

Nach der ersten öffentlichen Erklärung zu seinem Impfzögern im Oktober hatte es eine große Debatte um den Nationalspieler gegeben. Nahezu jeder Politiker und Promi gab einen Kommentar dazu ab. Das ging nicht spurlos an Kimmich vorbei. „Jegliche sachliche Kritik kann ich nachvollziehen. Trotzdem wurden einige Grenzen überschritten“, sagte er. Als Beispiel berichtete er, dass Pressevertreter sogar zur „Beerdigung meines Opas“ gekommen seien. „Wir sprechen immer von Respekt, Toleranz, Offenheit. Und das sind genau Werte, die mir in meiner Diskussion extrem gefehlt haben“, meinte Kimmich.

Kimmich distanziert sich klar von Verschwörungs- und Querdenkern

Viele Menschen würden in schwierigen Pandemie-Zeiten Fehler machen, auch in der Politik. „Deshalb verstehe ich es nicht ganz, wieso dann einem Menschen wie mir dieser Fehler nicht zugestanden wird und man da dann wirklich fast aus allen Richtungen mit dem Finger zeigt und auch urteilt“, so Kimmich, der sich im Interview klar von Verschwörungs- und Querdenkern distanzierte.

Doch wann will er seiner Ankündigung nun Taten folgen? „Ich gelte in ein paar Tagen als genesen. Dieser Status dauert eine gewisse Zeit an“, sagte Kimmich, der bereits während seiner zweiten Isolation einen Impftermin gehabt hätte: „Wenn es empfohlen wird, werde ich mich impfen lassen.“ Das RKI rät: „Wurde die Infektion durch einen PCR-Test bestätigt, soll die Impfung (...) sechs Monate nach der Erkrankung erfolgen, frühestens jedoch vier Wochen nach dem Ende der Covid-19-Symptome.“

In den kommenden Tagen wird Kimmich erneut untersucht. Befindet sich keine Flüssigkeit mehr in seiner Lunge, wird er wieder auftrainiert und matchfit gemacht.

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