Erst Löw, jetzt Flick

Kimmich-Problem beim FC Bayern München - Wiederholt sich jetzt die Geschichte?

Testspiel gegen Marseille: Joshua Kimmich macht es beim FC Bayern nun so, wie Philipp Lahm bei der WM 2014
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Testspiel gegen Marseille: Joshua Kimmich macht es beim FC Bayern nun so, wie Philipp Lahm bei der WM 2014.

Er ist „leider“ besser als der Rest und das auf einer nicht angestammten Position: Joshua Kimmich. Darum gibt es für FC-Bayern-Coach Hansi Flick rechts hinten nur eine Option.

  • Benjamin Pavard ist verletzt und FCB-Trainer Hansi Flick muss in der CL rechts hinten umbauen.
  • Doch die Paradelösung liegt auf der Hand - Allrounder Joshua Kimmich wandert auf diese Position.
  • Ein ähnliches Szenario spielte sich bei der WM 2014 ab, als Jogi Löw eine ähnliche Umstellung vornahm.

München - Für Hansi Flick, Trainer des FC Bayern München, war die Sache heuer schneller klar als damals für Joachim Löw. Dabei hatte der Bundestrainer 2014 nach diesem quälenden WM-Achtelfinale gegen Algerien dasselbe Problem wie der FCB-Coach seit letzter Woche. Sein Rechtsverteidiger fiel verletzt aus und die Absenz von Shkodran Mustafi hinterließ eine ähnlich große Lücke wie die des nun am Knöchel verletzten Benjamin Pavard im Kader des deutschen Rekordmeisters. Löw überlegte hin und her, wollte sich nicht festlegen, sagte aber schließlich: „Es gibt nie Entscheidungen, die für ewig zementiert sind.“ Dieser Gruß war gerichtet an Philipp Lahm, der die DFB-Elf fortan nicht mehr im Mittelfeld dirigieren durfte – sondern sie als Rechtsverteidiger zum WM-Triumph führte.

FC-Bayern-Allrounder Joshua Kimmich: Hansi Flick merkt, was auch Jogi Löw 2014 einsehen musste

Das Lahm-Schicksal beschäftigte vor sechs Jahren die Nation, es gab durchaus Argumente für beide Seiten. Die gibt es auch heute, kurz vor dem Start der Champions-League-K.o.-Phase für den FC Bayern, betreffend der Rolle von Joshua Kimmich. In der Pressekonferenz vor der Partie gegen den FC Chelsea geht Hansi Flick womöglich auch auf das Kimmich-Problem ein.

Löw wollte seinen Kapitän, der so lange im Dienst der Mannschaft rechts hinten verteidigt hatte und sich endlich vor der Abwehr entfalten durfte, eigentlich nicht zurück versetzen. Er sah aber ein, was Hansi Flick letzte Woche sofort merkte: Er musste seinem Team das antun, weil jede andere Variante mehr schmerzen würde. Lahm und Kimmich haben da dasselbe Problem: Sie sind hinten rechts besser als der Rest. Und vernünftig genug, persönliche Eitelkeiten in der Not hinten anzustellen.

Weitere Parallele zwischen dem WM-Kapitän von 2014 und dem designierten DFB-Spielführer der Zukunft: FC-Bayern-Profi Joshua Kimmich liefert, egal wo – und deshalb ist er auch die einzig echte Option als Pavard-Ersatz. Obwohl in Alvaro Odriozola ein echter Rechtsverteidiger im FCB-Kader steht, war die Hereinnahme der Real-Leihgabe nie ernsthaft im Gespräch. Es ist kein Geheimnis, dass der Spanier – den unter anderem Ex-Bayer Xabi Alonso empfahl – für Flick nie mehr als eine C-Lösung war. Der FC-Bayern-Trainer wollte im Winter Benjamin Henrichs verpflichten (die Bosse nicht) oder aber den Brasilianer Dodo von Schachtjor Donezk (zu teuer). Sportvorstand Hasan Salihamidzic zauberte dann Odriozola aus dem Hut. Flicks Wunsch war offiziell erfüllt. Aber der Coach machte intern auch nie einen Hehl daraus, dass Odriozola für ihn niemand ist, den man in einem möglichen Viertelfinale gegen Lionel Messi stellt. Genauso wenig dürfte auch Millionen-Transfer Lucas Hernandez eine Option für die Champions League sein.

Bayern München: Lahm-Problem von Kimmich ist auch ein Luxusproblem

Vor allem defensiv traut man dem flinken Spanier, der Bayern München nach dem Turnier verlassen wird, die Aufgabe nicht zu. Im Gegensatz zu Kimmich. Dem Mann mit dem Lahm-Problem. Oder besser: Luxusproblem. Dabei kann Joshua Kimmich, der im Alter von 20 Jahren zum FCB stieß, auch nervig sein. Neuzugang Leroy Sané kann davon ein Liedchen trällern:

Das Ziel der Bayern für die neue Saison ist auf nationaler Ebene glasklar: Der nächste Titel in der Bundesliga soll her. Nun ist der Spielplan für die kommende Spielzeit veröffentlicht worden.

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