Youngster seit Jahresbeginn gesetzt

Das plant Pep nach Verletzungsmisere mit Kimmich

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Der Ball gehorcht ihm: Joshua Kimmich ist der Aufsteiger der Saison an der Säbener.

München - Die unsägliche Verletzungsseuche des FC Bayern hat Joshua Kimmich in die Startelf gespült. Doch was wird aus dem Youngster, wenn Jerome Boateng und Co. zurück sind?

Pep Guardiola hat eiserne Prinzipien. Eines davon lautet: Sprich niemals öffentlich schlecht über deine Spieler. Folgen dieser Maxime sind die häufigen "Super-super-super-Spieler"-Lobeshymnen auf diverse Stars der Roten. Oder wahlweise Schwärmereien a la "Ich hätte gern 1000 XYs!"

Einen Spieler bauchpinselt der Bayern-Trainer in dieser Saison auffällig häufig vor den TV-Kameras: Joshua Kimmich, den Guardiola vor einigen Monaten bereits öffentlichkeitswirksam mit den Worten "Er ist wie mein Sohn" adoptierte.

In der Hinrunde gaben die regelmäßigen Lobpreisungen auf den U21-Nationalspieler vielen Experten noch Rätsel auf, kam Kimmich angesichts der Masse an Klasse im Star-Ensemble doch kaum einmal über Kurzeinsätze hinaus. "Er ist in jedem Training Wahnsinn", schmeichelte Guardiola damals dem 8,5-Millionen-Euro-Transfer aus Stuttgart.

Kimmich ersetzt Boateng und Co.

Joshua Kimmich jubelt gegen Turin.

Die Verletzungsmisere zu Beginn des Jahres, die Guardiola der Abwehr-Optionen Jerome Boateng, Javi Martinez und Holger Badstuber beraubte, spülte Kimmich dann endlich auch in die Startelf. Statt wie in seinen ersten Karriere-Jahren im defensiven Mittelfeld fand sich der 21-Jährige aber in der Abwehrzentrale wieder. An der Seite von Medhi Benatia, dem letzten verbliebenen gelernten Innenverteidiger im Kader. Oder eben neben David Alaba, der fleischgewordenen Polyvalenz auf dem Fußballfeld.

Auf den recht schmalen Schultern Kimmichs lastet seither eine Menge Verantwortung, biegen die Roten doch in die entscheidenden Saison-Wochen ein. Und obwohl sich der Youngster bislang bravourös schlägt, werden seine Leistungen in der Öffentlichkeit extrem kritisch beurteilt. Die Anforderungen an der Säbener sind eben speziell.

Bayern-Gegner Benfica Lissabon im Porträt

Und so wurde Kimmich oftmals nur als Aushilfsverteidiger betitelt - weshalb Guardiola einige Journalisten rüffelte. Nun könnte sich Martinez am Wochenende in Köln zurückmelden, Boateng will nach der Länderspielpause ins Training einsteigen.

Guardiola macht Hoffnung auf weitere Einsätze

Äußerst fraglich, ob Kimmich den beiden Weltstars in der Abwehrzentrale erfolgreich die Stirn bieten kann. Doch die Rückkehr zum Bank-Job muss ihm deshalb noch lange nicht drohen. Bei der Spieltags-Pressekonferenz versprach Guardiola dem Ex-Leipziger auch künftig Einsatzzeiten.

Der Katalane will sogar in der Innenverteidigung an Kimmich festhalten, wenn die Verletzten zurück sind! "Er ist einer der Besten, die wir haben", adelt Guardiola seinen neuen Lieblingsschüler, sieht in ihm einen "der besten Innenverteidiger der Welt".

93,4 Prozent der Pässe kommen an

Guardiola hebt besonders Kimmichs "sehr guten Spielaufbau" hervor. Tatsächlich hat der Rechtsfuß in der Bundesliga sagenhafte 93,4 Prozent seiner 1037 Pässe zum Mitspieler gebracht - und das waren beileibe nicht nur Ballabgaben über zwei oder drei Meter. Ähnlich wie Badstuber verfügt Kimmich nicht nur über das Auge für die Lücke im gegnerischen Korsett, sondern hat auch den erfolgreichen Ball in die Tiefe in seinem Repertoire.

Für seine Entdeckung der Saison hat Guardiola denn auch besonders warme Worte parat. "Ich liebe diesen Jungen", lobpreist der erfolgreichste Trainer der vergangenen Jahre: "Mit diesem Spieler du kannst gehen wherever you want." Das hat der Katalane so noch über keinen anderen Bayern-Profi gesagt.

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