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Lothar Matthäus fordert: Lasst Joshua Kimmich in Ruhe

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Von: Marius Epp

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Joshua Kimmich steht im Zentrum der Impfdebatte beim FC Bayern. Unterstützung bekommt er von Lothar Matthäus.

München - Man stelle sich vor, der FC Bayern verliert in Augsburg - und fast keiner redet darüber. Stattdessen beherrscht ein anderes Thema die Öffentlichkeit. So kurios es klingt: Die Sportwelt kennt momentan kaum interessantere Themen als den Impfstatus von Joshua Kimmich.

Mit seiner Erklärung, sich vorerst nicht impfen zu lassen, brachte der 26-jährige Schwabe einen Stein ins Rollen, der nicht mehr aufzuhalten ist. Plötzlich wurde er zum Gesicht der Impfgegner, obwohl er eine Impfung nie kategorisch ausschloss. Lothar Matthäus ist das ein Dorn im Auge.

Lothar Matthäus verteidigt Joshua Kimmich: „Plädiere dafür, ihn in Ruhe zu lassen“

Der Rekordnationalspieler springt Kimmich in seiner Sky-Kolumne beherzt zur Seite. „Wenn da einer mit extremen Druck auf mich einwirkt oder mich gar zwingt, erreicht er genau das Gegenteil. Und so scheint es auch bei Kimmich und den anderen Menschen zu sein. Ich plädiere dafür, Kimmich in Ruhe zu lassen“, schreibt er.

Lothar Matthäus im Porträt.
Lothar Matthäus nimmt Joshua Kimmich in Schutz. © Ulrich Hufnagel/imago-images

Matthäus prangert an: „Es ist ein Problem in der Gesellschaft unseres Landes, dass sich oftmals der größte Name herausgepickt wird, um an ihm ein Exempel zu statuieren.“ Er zieht einen Vergleich zu seiner aktiven Laufbahn. „Auch ich musste tagelang den Kopf hinhalten, wenn meine Mannschaft verloren hatte, und alle anderen konnten sich dahinter verstecken.“

FC Bayern in der Impf-Falle: Mannschaft gespalten?

Ganz anderer Meinung ist eine weitere Bayern-Legende: Stefan Effenberg fordert ein Spielverbot für ungeimpfte Profis. Auch Mario Basler hat eine eindeutige Haltung*. Die Politik macht Druck: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder befürwortet eine 2G-Regelung für Profifußballer, was für Kimmich und Co. einem Berufsverbot gleichkommen würde.

Nicht nur dem Bayern-Profi schadet die Diskussion, sondern auch seinem Verein. Der wird nämlich langsam unruhig und erließ mit der Gehaltskürzung für ungeimpfte Spieler in Quarantäne schon erste Konsequenzen. Die Situation ist nicht zu unterschätzen, denn sie ist eine echte Belastungsprobe für das Mannschaftsgefüge. In der Kabine haben sich längst zwei Lager gebildet - und gerade die Geschlossenheit war ein, vielleicht der entscheidende Faktor für die Erfolge der letzten Jahre. (epp) *mannheim24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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