Spanier im tz-Interview

Juan Bernat: "Wir brennen auf Revanche!"

München - Juan Bernat spricht im tz-Interview über seinen Fehler beim Hinspiel in Barcelona, das Rückspiel in der Allianz Arena und die Chancen, die er für seine Mannschaft und sich gegen Barca sieht.

Señor Bernat, herrscht Aufbruchstimmung, oder will die Mannschaft doch nicht mehr so recht an das Wunder glauben?

Bernat: Klar, die letzten Spiele sind jetzt nicht unbedingt so gelaufen, wie wir uns das alle vorgestellt haben. Aber unsere Augen sind voll und ganz auf dieses Spiel gerichtet. Wir warten sehnsüchtig darauf, dass der Anpfiff ertönt und wir auf dem Platz alles geben können. Genau so sieht die Stimmung momentan in der Kabine aus. Wir wissen, dass wir mit unseren Fans im Rücken zu Großem in der Lage sind. Wir haben alle einen großen Traum, nämlich zum Finale nach Berlin zu fahren. Stand heute brauchen wir ein Wunder dafür, das muss man bei so einem Ergebnis einfach so sagen. Aber im Fußball ist alles möglich.

Sie dürften auch mit Messi noch eine Rechnung offen haben…

Bernat: Sie meinen das erste Gegentor, nehme ich an. Nun ja, es war ein blöder Ballverlust meinerseits. Ich wollte mit dem Ball am Fuß herausdribbeln, spiele ihn mir dabei einen Tick zu weit nach vorne, der Kleine schnappt ihn sich und macht ihn rein. Aber eine offene Rechnung habe ich deswegen jetzt nicht mit ihm. Weder mit ihm noch mit niemandem.

Aber Sie haben jetzt schon die Gelegenheit, das ein oder andere wieder glattzubügeln.

Bernat: Das stimmt. Nicht nur ich, die ganze Mannschaft brennt auf diese Revanche. Wir wissen, wie kompliziert es sein wird, den Spieß noch einmal umzudrehen. Aber: Probieren werden wir es auf jeden Fall.

Hoeneß beim Abschlusstraining der Bayern

Lange hatten Sie das Spiel unter Kontrolle. Was ist dann passiert?

Bernat: Bis dahin haben wir gut dagegengehalten und haben ihnen sogar den Ballbesitz geklaut. Dann machen sie aber aus dem Nichts das 1:0, was uns doch etwas ausgeknockt hat, weil keine drei Minuten später gleich das 2:0 fällt. Darauf haben wir alles nach vorne geschmissen, um wenigstens mit einem Auswärtstor wieder nach München zu fahren, doch dann hauen sie dir auch noch das dritte Ding rein, was dich dann wirklich dumm aus der Wäsche gucken lässt.

Die Herausforderung lautet: Mindestens drei Kisten schießen und hinten keine fangen. Wie kriegt man die Balance hin?

Bernat: Schwer, vor allem wenn man sich Barcelonas Offensive ansieht, die im Moment ja so gut wie nicht aufzuhalten ist. Vor allem die drei da vorn sind im Moment wahnsinnig gut drauf. Wir werden also zusehen, dass wir sie aus nächster Nähe bewachen, zugleich aber auch vorne attackieren. Wir müssen ja auch Tore machen. Mal schauen, wie der Plan des Trainers aussieht.

Kann man Messi, Neymar und Luis Suárez überhaupt stoppen? Und wenn ja: wie?

Bernat: Bei solchen Kickern, die vor allem individuell stark sind, muss man immer mit Absicherungen arbeiten. Und: Ihnen so wenig Platz wie möglich geben, denn selbst auf kleinstem Raum sind sie brandgefährlich und setzen sich durch. Sie dürfen einfach keine Zeit haben, um nachzudenken. Nur so kann es funktionieren.

Nach dem Hinspiel hat Sportvorstand Matthias Sammer Sie für eine „sehr gute Saison“ gelobt. Sind Sie selber auch zufrieden mit Ihrem ersten Jahr in München?

Bernat: Sehr! Für mich war es kein einfacher Schritt, zu einem neuen Klub in eine neue Stadt zu wechseln, am Ende habe ich aber so gut wie jede Minute gespielt und mich dabei auch sehr wohlgefühlt. Es war ein Jahr, in dem ich als Fußballer sehr gewachsen bin.

Jetzt müssen Sie nur noch Ihr Deutsch etwas verbessern.

Bernat: Um richtig Deutsch zu lernen, müsste ich wohl mein ganzes restliches Leben hier verbringen. (lacht)

Interview: José Carlos Menzel López

Rubriklistenbild: © AFP

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