Klopp redet Klartext

"Sammer? Der fehlt bei Dortmund niemandem"

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BVB-Trainer Jürgen Klopp.

München - Jürgen Klopp hat am Montag auf einer Veranstaltung in Frankfurt Stellung zur sportlichen Krise bei Borussia Dortmund bezogen. Der BVB-Coach sprach dabei auch über den FC Bayern.

Warum Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp am Montagabend auf einer Veranstaltung in Frankfurt einen Vortrag hielt, wo er doch eigentlich zu Hause als Coach des derzeitigen Tabellenletzten der Bundesliga dringender gebraucht werden dürfte, hat wohl den einen oder anderen BVB-Fan gewundert. Allerdings hatte "Kloppo" seine Zusage für das von einem Freund organisierte Event "Motivation und Führung – Titel, Thesen, Tore" bereits vor Monaten gegeben - damals war noch nicht abzusehen, in welche sportlichen Turbulenzen der Meister von 2011 und 2012 im Dezember 2014 trudeln würde.

Dennoch: Klopp ließ sich nicht anmerken, dass er derzeit die schwerste Phase seit seinem Amtsantritt beim BVB vor sechseinhalb Jahren durchmacht. Im Gegenteil: Der 47-Jährige zeigte sich angriffslustig wie eh und je - und machte bei seinen kämpferischen Aussagen auch vor kritischen Kommentaren in Richtung FC Bayern keinen Halt. Die "Bild"-Zeitung hat die wichtigsten Aussagen Klopps protokolliert:

Klopp über ...

... einen möglichen Rücktritt als BVB-Trainer: "Ich bin niemand für einen Rücktritt. Ich mache das ganz oder gar nicht. So lange Dortmund das möchte, mache ich das auch. Ich bin ein Kämpfer. Ich bin ein besserer Trainer als 2012, aber man sieht es an der Tabelle leider nicht."

... über seinen Werdegang als einer der besten deutschen Trainer: "Ich habe nie gedacht, dass mir mein Leben lang die Sonne aus dem Arsch scheint. Die meisten in meiner Schule hätten geglaubt, dass ich mein Leben lang gegen den Abstieg spiele. Als mir mein Schuldirektor das Abschlusszeugnis in die Hand gedrückt hat, sagte er mir: 'Hoffentlich klappt das mit dem Fußball, sonst wird es schwer.'"

... über den Stimmungswandel bei den eigenen Fans, die ihre Mannschaft nach der Niederlage in Frankfurt erstmals auspfiffen: "Ich verstehe total die Kritik, das ist menschlich. Auch die Pfiffe verstehe ich. Sie sind völlig normal. Nur: Jeder, der pfeift, muss sich hinterfragen, ob es einem hilft, wenn er gerade eine Prüfung verhauen hat, dass dann jemand kommt und sagt: Du bist zu doof, um in den Schnee zu….! Peitschenknallen hilft nichts. Das würde bei mir auch nicht helfen. Nichtsdestotrotz fühlt sich die Situation katastrophal an. Braucht kein Mensch.“ Sein Rat an die Frustrierten: "Wer nur Erfolg haben will, hat nur eine Chance: Bayern-Fan zu werden. Soll er damit glücklich werden."

... über die Feststellung eines Gastes, dem BVB fehle unter den verantwortlichen Personen einer wie Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer: "Der fehlt bei Borussia Dortmund niemandem. Entschuldigung, aber diese Vorlage musste ich nutzen!"

... über die Kriterien bei Spielerverpflichtungen: "Ein komplettes Arschloch würde ich nie verpflichten. Das war immer richtig. Auch wenn viele gerade glauben, uns würden fünf Arschlöcher helfen."

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