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„Hühnerhaufen“: Nagelsmann ging schon nach dem Stuttgart-Remis auf seine Mannschaft los

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Der FC Bayern steckt in der Krise. Die interne Kritik prasselt derzeit auf Julian Nagelsmann ein, der Trainer soll sein Team bereits vor der Niederlage in Augsburg verbal gemaßregelt haben.

München – Durch die Länderspielpause konnten die Bayern-Profis der schlechten Stimmung im Verein zumindest für ein paar Tage entfliehen. Aktuell ist Julian Nagelsmann also mit seinen Problemen alleine und kann in der kommenden Woche anfangen, sich mit dem Team auf das wichtige nächste Heimspiel am 30. September vorzubereiten.

Gegen Leverkusen sollte dringend ein Sieg her, andernfalls könnte es für Nagelsmann eng werden. Auch wenn Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic hinter ihrem Coach stehen.

Julian Nagelsmann in der Kritik - Aussage im TV sorgte offenbar für Frust bei FCB-Profis

Drei Unentschieden und eine Niederlage, das waren die letzten vier Bundesliga-Spiele des FC Bayern. Nagelsmann versammelte Sport Bild zufolge bereits am Sonntag den Mannschaftsrat, um die aktuellen Themen anzusprechen. Dem Bericht nach missfällt einigen Bayern-Stars der Stil, in dem Nagelsmann die negativen Resultate erklärt. Der Coach meinte nach den vielen ausgelassenen Gelegenheiten bei der 0:1-Pleite in Augsburg etwa, dass dies „eine Frage der Technik“ sei. Auch riet er Leroy Sané, der die beste Chance des Spiels vergab, noch im Live-TV, seine Abschlüsse vor dem gegnerischen Keeper lieber hoch statt flach anzusetzen.

Julian Nagelsmann steckt mit den Bayern in der Krise.
Julian Nagelsmann steckt mit den Bayern in der Krise. © MIS/imago

Das kam beim 26-Jährigen sowie beim Rest der Mannschaft wohl nicht gut an, was auch während der Sitzung mit dem Mannschaftsrat zur Sprache gekommen sein soll. Die Profis wünschen sich dem Bericht zufolge also mehr Selbstkritik vom Trainer, der meist belehrend und nicht schützend über seine Mannschaft redet. So sollen Stimmen im Verein auch die langen, wortgewaltigen Ausführungen des Trainers kritisieren, so manch anderer Vorgänger hätte vergleichbare Situationen auch ohne groß auszuholen abmoderiert.

Nagelsmann bezeichnete Team als „Hühnerhaufen“ - auch seine Outfits sind nun ein Thema

Allerdings wird Nagelsmann teilweise auch deutlich, wenn er zur Mannschaft spricht. Wie Sport Bild schreibt, soll der 35-Jährige bei der Analyse des 2:2-Remis gegen den VfB Stuttgart geschimpft haben, sein Team habe in der Schlussphase der Partie „wie ein Hühnerhaufen“ gespielt. Nagelsmann hatte vor dem Südderby sechs Startelf-Wechsel vorgenommen und auch taktisch umgestellt, die Folge war der Last-Minute-Ausgleich durch die Schwaben, der das dritte sieglose Spiel bedeutete.

Nach der Niederlage in Augsburg wird Nagelsmann auch für Nebensächlichkeiten kritisiert, etwa für seine auffälligen Outfits, die oftmals für den ein oder anderen Spruch sorgen. Dabei hält er sich an den Leitfaden des Klubs und trägt ausschließlich Kleidungsstücke der Ausrüster Adidas und Hugo Boss. Der Vorwurf lautet laut Sport Bild konkret: Nagelsmann muss verstehen, dass „Fußball kein Showgeschäft“ ist.

Finden die Bayern zurück in die Erfolgsspur? Nächste Chance gegen Leverkusen

Doch was müsste der Coach tatsächlich ändern, um in den nächsten beiden Partien gegen Leverkusen und Dortmund wieder in die Spur zu kommen? Einerseits muss die Chancenverwertung besser werden, dafür müssten die Bayern-Offensivkräfte ihre Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor wiederfinden. Auch einfache Ballverluste, die sich etwa gegen Augsburg häuften, sollen auf ein Minimum reduziert werden.

Neben den sportlichen Aspekten muss sich jedoch auch die Stimmung im Team verbessern, Nagelsmann kann die Atmosphäre nur mit Ergebnissen lockern und muss sich darum noch etwas gedulden. Zu viel Zeit sollte er sich allerdings nicht lassen, nach nur einem Titel in seiner Premierensaison in München ist sein Kredit bei den Verantwortlichen noch nicht allzu groß. Seine Vertragslaufzeit bis 2026 gibt ihm zwar noch Sicherheit, allerdings sollen auch hier verschiedene Klauseln für den Worst Case eingebaut sein. Gegen Leverkusen muss seine Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen, noch hat der Cheftrainer die Rückendeckung seiner Vorgesetzten. (ajr)

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