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Erst „disziplinloser“ Kimmich, dann „Azubi“ Nagelsmann: Babbel teilt rigoros aus

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Von: Hanna Raif

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Bayern-Niederlage
Bayerns Trainer Julian Nagelsmann (l) sitzt während der Partie beim FC Augsburg auf der Trainerbank. © Tom Weller/dpa

Die 0:1-Niederlage gegen Augsburg hat bei Bayern-Trainer Julian Nagelsmann Spuren hinterlassen. Laut Ex-FCB-Star Markus Babbel müsste Nagelsmann das ein oder andere ändern.

München - Zeit für Urlaub ist natürlich nicht, und Stimmung sowieso nicht. Auch wenn Julian Nagelsmann in den vergangenen Tagen nicht auf dem Trainingsplatz an der Säbener Straße zu sehen war, hat er gearbeitet. Zu analysieren und hinterfragen gab und gibt es genug.

Über „alles“ grüble er, hatte der Coach des FC Bayern nach dem 0:1 gegen Augsburg ja angekündigt und seine Person nicht ausgenommen. Während die Bosse um Herbert Hainer und Oliver Kahn dem 35-Jährigen den Rücken gestärkt haben und die Abschlussschwäche der Offensiv-Reihe als Hauptgrund für die Ergebnis-Misere ausgemacht haben, wird intern detaillierter nach dem „Warum?“ geforscht. Dass eine Trainerdiskussion im Moment noch nicht hochkocht, ändert zudem nichts an der Unruhe im Umfeld. Zuletzt machte die pikante Aussage von Markus Babbel die Runde. Der Ex-Bayer bezeichnet Nagelsmann als „Bayern-Azubi“. Zuvor äußerte er bereits Kritik an Joshua Kimmich.

Babbel über FC Bayern-Trainer Nagelsmann: „Muss schnell lernen“

Streng genommen ist er das im zweiten Vertragsjahr. Babbel allerdings hatte nicht unbedingt Alter und Erfahrung des Coaches im Kopf, sondern den einen oder anderen Auftritt der vergangenen Wochen. „Nagelsmann muss schnell lernen, das muss ihm bewusst sein“, führte der 50-Jährige aus. Er müsse sich jetzt überlegen: „Bleibe ich, wie ich bin - oder versuche ich, dazuzulernen.“

Hört man sich an der Säbener Straße um, glauben die wenigsten daran, dass Nagelsmann an seiner bisweilen forschen Art etwas ändern wird. Dass er sagt, was er denkt, tut, was er für richtig hält, hat den Weg des einstigen U 19-Bundesliga-Spielers entscheidend mitgeprägt. Was in guten Zeiten als sympathisches Markenzeichen gilt, kann in Krisen unangebracht wirken. Babbel: „Julian muss versuchen, ruhiger und souveräner zu werden, damit die Spieler merken, dass der Trainer draußen alles im Griff hat.“

FC Bayern München: Nagelsmann fiel mit Verhalten bereits öfter auf

Tatsächlich gibt es aus den vergangenen Wochen Szenen, die auch intern genau registriert wurden. Die modisch vielleicht zu bewussten Auftritte an der Seitenlinie oder mit neuer Partnerin auf der Krisen-Wiesn sind das eine. Aber auch das in einer Gefühlslage zwischen Wut, Ratlosigkeit und Eingeschnapptsein gegebene Interview nach der Pleite in Augsburg gehörte dazu. In der Kabine waren ohnehin schon die Statements nach den drei Unentschieden zuvor Thema, in denen Nagelsmann eher die Mannschaft als sich selbst hinterfragt hatte. Stichworte: Energielevel, Abschlussschwäche, individuelle Fehler. Und eben nicht: Probleme im System ohne Stürmer, zu viel Rotation oder auch fragwürdige Wechsel. Sein Trainer-Kollege Ralf Rangnick sprang Nagelsmann zuletzt trotz aller Kritik zur Seite.

Babbel dürfte recht haben, wenn er sagt: „Die Spieler schauen genau hin, ob Nagelsmann sich traut, die Dinge anzusprechen - und wie er sie anspricht.“ Erste Gespräche mit dem Mannschaftsrat gab es keine sechzehn Stunden nach Abpfiff in Augsburg, noch ehe es zum unwillkommenen Wiesn-Termin ging. Fortsetzung kommenden Mittwoch (28. September), wenn alle zurück sind. (hlr)

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