Heynckes prüft Wriedt

Die Lewandowski-Lücke

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Wer könnte ihn ersetzen? Robert Lewandowski ist beim FC Bayern konkurrenzlos.

Nach dem Ausfall von Thomas Müller wird offensichtlich, wie riskant es vom FC Bayern war, die Saison ohne Ersatz für Robert Lewandowski geplant zu haben. Das bekommt auch Jupp Heynckes zu spüren.

München - Eigentlich war die Fragestunde vor dem Pokalspiel des FC Bayern bei RB Leipzig (Mi., 20.45 Uhr/ hier im Live-Ticker) schon beendet, doch Jupp Heynckes ist eine gute Seele, also erlaubte er am Dienstag noch einen Nachschub. Ein Reporter erkundigte sich, ob der Trainer den Bayern-Bossen den Zukauf von Timo Werner empfehlen würde. Der 72-Jährige lächelte gutmütig - und umdribbelte die Antwort erwartungsgemäß. Er werde den Leipziger weiter beobachten, sagte er, und dann, irgendwann, werde er „Karl-Heinz Rummenigge, Brazzo und vielleicht sogar unserem Präsidenten Bericht erstatten. Aber jetzt wäre das noch zu früh.“

Heynckes ist ein zu alter Hase, um Bayerns Personalpolitik über die Medien abzuwickeln. Zwar ist Werner in München derzeit tatsächlich kein Thema, doch die Besetzung seines Kerngebiets an vorderster Front ist es allemal. Nach Thomas Müllers Ausfall wird wieder einmal offensichtlich, wie riskant es war, eine Saison ohne einen Vertreter für Robert Lewandowski geplant zu haben.

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Schwierige Suche nach einem Lewandowski-Backup

Die Problematik liegt dabei auf der Hand: Welcher Hochkaräter setzt sich schon gerne auf die Bank - und zu welchem Preis? Die Personalie Alexis Sanchez verwarfen die Bayern im Sommer zurecht, es ist nicht leicht, den Markt nach Kandidaten abzugrasen. Sandro Wagner? Mario Gomez? Hölzerne Optionen. Werner? Eher Konterspieler, aber womöglich doch mal ein Thema. Gesucht wurde im Sommer ein junger Mann, der das Potenzial hat, mal Lewandowski zu beerben. Denn ob der Pole seinen Vertrag bis 2021 erfüllt, weiß keiner.

Prüfstein Leipzig: Erster großer Triple-Schritt für Heynckes

Eine von Heynckes’ ersten Maßnahmen war, den 23-jährigen Kwasi Okyere Wriedt in die Profieinheiten zu integrieren. Der Mittelstürmer kam am vierten Spieltag vom VfL Osnabrück zur Regionalliga-Mannschaft, bisher erzielte er neun Tore in zwölf Partien. „Er macht eine gute Entwicklung“, sagt Heynckes, „aber ob er Tore auf höchstem Niveau schießen kann?“

Fünf Fakten im Check: FC Bayern München versus RB Leipzig

Zuletzt saß Wriedt zwei Mal bei den Profis auf der Bank, doch Heynckes pinselt lieber Lewandowskis Sixpack-Bauch: „Wenn er die Chance hat, Torschützenkönig zu werden, spielt die ganze Mannschaft für ihn - das kann ich Ihnen jetzt schon versichern“, sagte der Coach, der weiß, wie wichtig ein gut gelaunter Lewandowski ist. Die Lücke hinter ihm soll sich gar nicht erst auftun. 

Plötzlich Profi: Kwasi Okyere Wriedt (r.) stand in der Bundesliga zuletzt im Bayern-Kader.

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