Nicht jeder Journalist sieht den Deal positiv

"Bayern haut gleich mehrere Türen zu“: So urteilt die Presse über das Heynckes-Comeback

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Jupp Heynckes ist zurück beim FC Bayern. 

Jupp Heynckes folgt als Trainer beim FC Bayern München auf Carlo Ancelotti und macht damit viele Fans glücklich. Die Fachpresse ist aber eher gespaltener Meinung.

Er ist wieder da. Vier Jahre nach seinem größten Erfolg und anschließendem Karriereende kehrt Jupp Heynckes zurück zum FC Bayern. Eine Meldung, auf die die Nachrichten-Welt sehr unterschiedlich reagiert hat. Wir haben die wichtigsten Pressestimmen für Sie zusammengefasst. 

Bei dem Namen Jupp Heynckes schlagen die Herzen der Bayern-Fans schneller. Die Erinnerungen kommen zurück an die eigentlich noch gar nicht so lang entfernte Zeit, als der FC Bayern das Maß aller Dinge in Europa war. Ein Status, der spätestens nach der 0:3-Niederlage gegen Paris Saint-Germain schon fast wie ein Märchen aus alten Tagen klingt. 

„Friedensengel“ und „deutscher Ancelotti“

An die Harmonie alter Tage anknüpfen wird Heynckes nach Meinung von sueddeutsche.de. Das Portal tituliert Heynckes als „Friedensengel“ und sieht seine Stärken vor allem im Zwischenmenschlichen: „Denn das ist die vielleicht spektakulärste Fähigkeit des neuen, alten Trainers: dass er, obwohl schwer mit Uli Hoeneß befreundet, keinem Lager angehört. Er kann auch gut mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, dessen Verhältnis zu Hoeneß ein ewiges Folklorethema in der Stadt ist. Und speziell in den vergangenen Wochen haben sich die Aussagen der beiden hohen Herren prächtig gegeneinander schneiden lassen.“

Währenddessen ist zeit.de der Meinung, dass Heynckes und Ancelotti sich doch ähnlicher sind als viele vermuten: „Durch dieses milieusensible Fachwissen hebt er sich von vielen Bundesliga-Trainern ab, ähnelt aber genau darin dem Profil seines Vorgängers. Beide funktionieren wunderbar, wenn sie gute Spieler haben, aber eben nur dann“, schreibt das Portal und bezeichnet Heynckes als den „deutschen Ancelotti“. 

Allheilmittel Heynckes: „mutlose Entscheidung“?

Doch auch sehr weit verbreitet ist die Meinung, dass das „Allheilmittel“ Jupp sich vielleicht doch nicht als solches herausstellt. Der Kicker ist der Meinung: „Heynckes kann es nicht alleine schaffen“, den FC Bayern wieder in die Erfolgsspur zurückzubringen und schreibt weiter: „Allerdings kann auch dieser erfahrene Fußballlehrer nicht mit Handauflegen die großen Verbesserungen bewirken. Er wird sich mit einem Höchstmaß an Einsatz einbringen, wie er es gerade nach dem verlorenen ‚Finale dahoam‘ 2012 tat.“

Deutlich kritischer sieht die Berliner Zeitung die Personalie Heynckes und bezeichnet die Rückhol-Aktion als „Die mutlose Entscheidung des Uli Hoeneß“. Darüber hinaus macht sich das Portal Gedanken, wie es weitergehen soll beim FC Bayern: „Was macht der FC Bayern eigentlich, wenn Heynckes dann doch mal Nein sagt oder sich gesundheitlich nicht mehr zum Nothelfen in der Lage sieht?“

„Kleinster gemeinsamer Nenner“

Sport1 benennt die Heynckes derweil als „kleinsten gemeinsamen Nenner“ und  bewertet die Verpflichtung relativ nüchtern: „Damit würde sich der Klub Zeit für eine perspektivische Lösung erkaufen.“ Das Portal geht aber sehr wohl von einem positiven Effekt auf die Mannschaft aus: „Übergangscoach Heynckes dagegen wäre für die Stimmung an der Säbener Straße sicher eine hervorragende Lösung. Schließlich kennt er dort alles und jeden und dürfte bei der zerstrittenen Mannschaft sowohl bei seinen Ex-Spielern als auch bei der spanischsprachigen Fraktion gut ankommen.“

"Bayern haut mit der Heynckes-Rückkehr gleich mehrere Türen zu"

Besonders harsch verurteilt focus.de die Rückkehr von Heynckes zum FC Bayern. Gleich an mehreren Fronten würde die Personalentscheidung Konsequenzen mit sich ziehen: "Fortuna Düsseldorf ist nicht mehr gut zu sprechen auf den FC Bayern, und das ist für die Münchner gerade wohl das geringste Problem", schreibt das Portal in Hinblick auf Co-Trainer Peter Hermann, der von Fortuna Düsseldorf zu den Bayern zurückkehrt

Darüber hinaus bedeute die Verpflichtung von Jupp einen wohl endgültigen Rückzug aus den Verhandlungen mit Thomas Tuchel, der schon als wahrscheinlichster Ancelotti-Nachfolger gehandelt wurde. Und auch der Umgang mit Interimstrainer Willy Sagnol wird stark kritisiert: "Präsident Uli Hoeneß holte vor der Saison Willy Sagnol als Co-Trainer für Carlo Ancelotti, einen Mann mit Bayern-Anstrich. Dann entließ er Ancelotti und opfert Sagnol gleich mit. In Heynckes' Trainerstab ist kein Platz für den Franzosen. Dabei hieß es vor wenigen Monaten noch, die Bayern-Spitze könne sich langfristig auch einen Cheftrainer Sagnol vorstellen. " 

Unser Ticker zum Thema Jupp Heynckes

fd

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