Strittige Szene im Mittelpunkt

Marcelo gibt Handspiel zu - doch für Heynckes war etwas anderes entscheidend

Unsere Grafik zeigt: Schiedsrichter Cakir hatte eigentlich beste Sicht auf die strittige Szene
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Unsere Grafik zeigt: Schiedsrichter Cakir hatte eigentlich beste Sicht auf die strittige Szene.

Am neuerlichen Scheitern des FC Bayern hatte auch ein nicht gegebener Elfmeter einen Anteil. Madrids Übeltäter Marcelo gibt das Handspiel sogar zu. Für Jupp Heynckes war eine andere Sache ausschlaggebend.

Madrid - Schon wieder! Diese Worte lud Arturo Vidal noch während der Partie auf seiner Instagram-Seite hoch und platzierte sie über einem Foto, das einen klaren Elfmeter für seinen FC Bayern zeigte. Real Madrids Verteidiger Marcelo hatte kurz vor der Halbzeitpause eine Bayernflanke mit der Hand abgewehrt, Schiedsrichter Cüneyt Cakir ließ die Regelwidrigkeit jedoch ungeahndet. Es war ein klarer Elfer – und das Bittere daran: Der türkische Referee und seine beiden infrage kommenden Assistenten hatten völlig freie Sicht auf die Situation, das zeigt auch unsere Grafik oben.

Kein Wunder also, dass beim verletzten Chilenen prompt Erinnerungen an das CL-Viertelfinale der vergangenen Saison hochkamen, bei dem die Münchner – damals nach einer höchst umstrittenen Schiedsrichterleistung von Viktor Kassai – ebenfalls ausschieden.

Elfmeter gegen Madrid? Das sagt „Handspieler“ Marcelo

Immerhin gab Marcelo schließlich selbst zu, dass die Bayern um einen Strafstoß betrogen worden waren. „Der Ball hat meine Hand getroffen“, sagte der Brasilianer nach der Partie in spanischen Medien und ergänzte: „Wenn er meine Hand trifft, ist es ein Elfmeter. Es ist schwierig, weil mich jetzt eine Menge erwartet, aber ich wäre ein Lügner, würde ich sagen, dass es kein Handspiel war.“

Das Problem dabei: Während der Partie war der Außenverteidiger der Königlichen nicht ganz so ehrlich gewesen. „Ihr wisst bereits, dass ich nicht über Schiedsrichter spreche. Manchmal treffen sie Entscheidungen zu deinem Vorteil und manchmal zu deinem Nachteil“, so Marcelo weiter. „Was auch immer passiert, du musst weiter Fußball spielen.“ Worte, die in seiner Position natürlich leicht über die Lippen gingen.

Auch Jerome Boateng, der im Bernabéu verletzt fehlte, ließ seinem Ärger auf Twitter freien Lauf. „Kein Elfmeter?!? Komm schon...“, schrieb der Nationalverteidiger. Jupp Heynckes nahm es gelassener hin. „Wenn ich das so sehe, dann ist es natürlich ein Elfmeter“, so der Trainer des FC Bayern. „Aber wir müssen ganz klar sehen, dass wir viele Geschenke verteilt haben im Hinspiel in München und heute beim 2:1 kurz nach der Pause. Dann müssen wir nicht über den Schiedsrichter diskutieren.“ Ein bitterer Nachgeschmack bleibt trotzdem.

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José Carlos Menzel López

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