1. tz
  2. Sport
  3. FC Bayern

Erfüllen die Bosse ihm den Wunsch? Für diesen Spieler würde Heynckes sein „letztes Hemd geben“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marcus Giebel

Kommentare

Bei Kevin De Bruyne geht ihm das Herz auf: Jupp Heynckes schaut nicht nur auf das Personal beim FC Bayern.
Bei Kevin De Bruyne geht ihm das Herz auf: Jupp Heynckes schaut nicht nur auf das Personal beim FC Bayern. © dpa

Beim FC Bayern bleiben für Jupp Heynckes eigentlich keine Wünsche offen. Doch seinen absoluten Favoriten unter den Topspielern muss er im Ausland verfolgen.

München - Beim FC Bayern verfügt Jupp Heynckes wahrscheinlich über den besten Kader, den je ein Bundesligist zur Verfügung hatte. Allein zwischen 20 aktuellen oder ehemaligen Nationalspielern kann der Trainer wählen. Dennoch schaut der 72-Jährige offenbar etwas neidisch auf seinen Vor-Vorgänger Pep Guardiola. Denn der Katalane arbeitet bei Manchester City mit Kevin De Bruyne zusammen - um den auch die Roten einst heftig geworben haben sollen und der für Heynckes im modernen Fußball das Nonplusultra darstellt.

Für den Belgier, der einst für Werder Bremen und den VfL Wolfsburg in der Bundesliga auflief, würde Heynckes „mein letztes Hemd geben“, wie er im kicker-Interview verriet. Dort schwärmt er weiter über den Verbindungsspieler: „Auf dieser Position musst du einen solchen Spieler haben. De Bruyne ist im Moment klar der herausragende Spieler in Europa.“

Im Bayern-Trikot wird er den 26-Jährigen aber wohl nie erleben: Die Ablöse dürfte auch angesichts eines bis 2021 laufenden Vertrags locker im dreistelligen Millionenbereich liegen - ManCity zahlte schon im Sommer 2015 die damalige Rekordsumme für einen Bundesliga-Profi von 74 Millionen Euro.

Mit Manchester City klar auf Titelkurs in der Premier League: Kevin De Bruyne hat sich im zweiten Anlauf in England mehr als nur etabliert.
Mit Manchester City klar auf Titelkurs in der Premier League: Kevin De Bruyne hat sich im zweiten Anlauf in England mehr als nur etabliert. © AFP

„Natürlich muss auch wieder einer für 40 oder 50 Millionen kommen“

Heynckes erwartet zwar, dass auch der FC Bayern demnächst wieder tief in die Tasche greifen wird: „Natürlich muss auch wieder einer für 40 oder 50 Millionen kommen; aber für 50 Millionen bekommt man heute keine fertigen Spieler.“ Doch auch das vorhandene Personal lässt ihn jauchzen. „Kingsley kann ein außergewöhnlicher Spieler werden. (…) Seit ich da bin, ist er explosionsartig nach oben geschossen“, lobt er Kingsley Coman. DFB-Shootingstar Joshua Kimmich hält der Coach für „ein Riesentalent“, das jedoch „lernen (müsse), seine Ausflüge zu dosieren, um in der Defensive Kräfte zu haben“.

Und auch die ältere Garde bereitet ihm nach wie vor große Freude. „Arjen ist ein absoluter Profi, Franck ein leidenschaftlicher Straßenfußballer“, umschreibt Heynckes die in die Jahre gekommene, aber immer noch bestens aufgelegte Flügelzange „Robbéry“. Zum französischen Publikumsliebling scheint er ein besonderes Verhältnis zu pflegen, sagt mit Blick auf dessen Reha nach dem Außenbandriss im linken Knie: „Ich war jeden Tag dabei, als er im Kraftraum gearbeitet hat. (…) Wie viele Trainer machen das? Das merken sich die Spieler, wenn sich der Trainer für sie bei Verletzungen interessiert.“ Heynckes' Fazit der Ribéryschen Plackerei: „Wie sich Franck die optimale Fitness antrainiert - großartig!“

Verstehen sich blendend: Jupp Heynckes (r.) sucht die Nähe zu Franck Ribéry.
Verstehen sich blendend: Jupp Heynckes (r.) sucht die Nähe zu Franck Ribéry. © MIS

„Meisterschaft wäre großer Erfolg“

Trotz der vielen positiven Eindrücke und 16 Siegen aus 17 Spielen seit der Rückkehr auf die Bayern-Bank will der Triple-Trainer nicht von der Wiederholung der perfekten Saison 2013 sprechen: „Für mich wäre es schon ein großer Erfolg, wenn wir nach diesem Saisonstart und dem Trainerwechsel die Deutsche Meisterschaft erringen würden.“ In der Champions League sieht er andere Teams in der Pole Position: eben ManCity, aber auch Real Madrid und den FC Barcelona sowie Paris St. Germain. Zur Erinnerung: Die Franzosen bekamen Anfang Dezember beim 1:3 in der Allianz Arena ihre Grenzen aufgezeigt. Für Heynckes zählt der FCB im wichtigsten Vereinswettbewerb „nicht zu den Favoriten, sondern zum erweiterten Kreis“.

Über seine eigene Zukunft will der Ex-Ruheständler eigentlich keine Worte mehr verlieren - obwohl ihn offenbar sogar in Katar Fans zum Weitermachen überreden wollten und zuletzt nach Präsident Uli Hoeneß auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge öffentlich für eine Vertragsverlängerung geworben hatte. Nur soviel lässt sich heraushören: Bereits nach dreieinhalb Monaten im Amt verspürt Heynckes einen Substanzverlust. „Ich werde im Sommer 73 Jahre alt. Da weiß man nicht, wie viel Zeit einem das Leben noch gibt“, gibt er im kicker zu bedenken und ergänzt: „Als ich anfing, war ich fitter als jetzt, weil ich mehr Zeit für meinen Sport und meine Spaziergänge mit Cando (Heynckes' Schäferhund, d. Red.) hatte.“

Es scheint also noch einiges an Überzeugungsarbeit nötig zu sein, damit sich der Erfolgstrainer auch über den Sommer hinaus intensive Gedanken über den FCB-Kader machen muss.

mg

WhatsApp-News zum FC Bayern gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für FCB-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Roten direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

Training mit der Rotschopf:

Video: Glomex

Auch interessant

Kommentare