Juventus verlangt Bayern alles ab

Beckenbauer fordert: "Da musst du hinterherfetzen!"

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Andrea Barzagli im Zweikampf mit Robert Lewandowski.

München - Absolute Dominanz in Zahlen, absoluter Siegeswille im Auftreten. So sieht das also aus, wenn die Bayern in Europa ernst machen. Leider sah es nur eine Stunde lang so aus.

Überragende 71 Prozent Ballbesitz hatten die Bayern zur Pause, und stellvertretend für alle einen Manuel Neuer, dessen Auftreten nach einer Parade mal wieder eines klar machen sollte: „Wir. Lassen. Uns. Nicht. Stoppen!“ Nicht von Juventus Turin, der sogenannten „Alten Dame“. Es war ein Gefühl, das selbst ein (mit Verlaub) alter Herr der Bayern vor dem Spiel verkörperte, in diesem Fall mit einem Lächeln. „Ich habe Rückenschmerzen, die bis in den Oberschenkel ausstrahlen – ich musste fitgespritzt werden.“ Das sagte Matthias Sammer, der 48-jährige Sportvorstand der Bayern. Zum Ende hin, als aus dem 2:0 ein 2:2 geworden war, fror allen das Lächeln ein wenig ein…

Franz Beckenbauer sagte: „Sie haben den Sieg verschenkt, das kann man so sagen. Sie hatten das Spiel in der Hand und kassieren durch individuelle Fehler zwei Tore. Vor dem Spiel haben alle gesagt, Mensch, ein Unentschieden wäre gut. Aber jetzt? Ich denke schon, dass Pep Guardiola sauer ist.“ Das bestätigte der Torschütze zum 2:0, Arjen Robben, und fügte an: „Nicht nur er…“

Bayern Remis gegen Juve: Auswärtstore extrem wertvoll

Aber mit etwas Abstand ist auch klar: Diese Auswärtstore sind jetzt extrem wertvoll! „Die Ausgangslage ist sehr gut, Juventus ist immer gefährlich, aber wir spielen daheim. Da werden wir mit Herz und Kopf spielen.“ Im Rückspiel dürfte auch das Wissen helfen, dass die Bayern in Turin bis weit in die zweite Hälfte hinein eine bärenstarke Vorstellung lieferten. Das sah nämlich auch Beckenbauer bei Sky so. „Sie haben sehr lange sehr gut gespielt!“

In München ist dann sicher auch wieder Verlass auf Torschütze Thomas Müller, der diesmal zwar traf, aber auch eine Riesenchance vergab, „vergeben musste“, wie Beckenbauer sagte. „Denn da wurde ihm der Ball von Robert Lewandowski zu weit nach hinten gespielt. Aber dann ist er eben da und macht das Tor. Ich weiß nicht, ob er eigentlich alles kann, aber das kann er.“

Dass es gegen eine Mannschaft wie Juventus bei aller Überlegenheit immer ein Tanz auf dünnem Eis ist, merkte Beckenbauer aber auch an – als Beispiel nannte er auch ein Handspiel von Arturo Vidal. Es gab keinen Strafstoß, und alle Bayerfans sagten: zurecht. Alle Turiner sagten: Das war ein Elfer – aber was sagte Franz Beckenbauer? Er sagte: „Der Schiedsrichter kann ihn geben, er hat eine gute Position, er steht ja direkt daneben. Ja, er hätte ihn schon geben können.“

Nun, Martin Atkinson pfiff ihn nicht, aber dennoch kamen die Italiener zu ihren Treffern – die werden sie auch in München mit ihren Kontern suchen. „Aber das kann man abstellen“, sagte Beckenbauer. „Da musst du bei Ballverlust sofort hinterherfetzen. Der Arbeitsaufwand ist sehr hoch“, sagte Beckenbauer. Aber die Roten werden ihn wieder leisten müssen, denn eines ist klar nach diesem Spiel: Diese Alte Dame ist noch verdammt lebendig.

Bilder und Noten: Zweimal die Note 1 bei Bayern-Remis

Bilder und Noten: Zweimal die Note 1 bei Bayern-Remis in Turin

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