tz-Interview

Juve-Legende Dino Zoff warnt den FC Bayern

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Vor dem alles entscheidenden Achtelfinal-Rückspiel des FC Bayern München gegen Juventus Turin spricht der große Dino Zoff (74) in der tz.

München - Jetzt gibt’s Zoff! Vor dem alles entscheidenden Achtelfinal-Rückspiel des FC Bayern München gegen Juventus Turin spricht der große Dino Zoff (74) in der tz.

Die Juve-Legende wurde mit den Bianconeri Meister und Pokalsieger, war zudem der älteste Spieler, der je Weltmeister wurde (bei Italiens WM-Sieg 1982 war er 40). Wie er die Alte Dame in München erwartet, warum sich der FC Bayern München vor Dybala hüten sollten und was er zum Duell zwischen Neuer und Buffon sagt, lesen Sie im tz-Interview mit der italienischen Torwartikone:

Signore Zoff, kann Juve die Bayern schlagen?

Dino Zoff: Es wird schwer. Sehr schwer. Aber wenn uns der Fußball etwas gezeigt hat, dann dass erst gespielt werden muss. Bayern ist Favorit. Das 2:2 aus Turin ist viel wert und für Juve ein denkbar schlechtes Resultat. Aber: Durch die zwei Tore haben sie sich die Chance gewahrt. Und dass die Alte Dame mehr als gefährlich ist, vor allem wenn es um alles geht, dürfte auch nicht erst seit gestern bekannt sein.

Vor allem Paulo Dybala ist in bestechender Form.

Zoff: Eine richtige Perle ist das. Jung, spritzig, kreativ, und aktuell weiß er auch, wo das Tor steht. Auf ihn sollten die Bayern lieber zwei Augen werfen.

Derzeit wird er ja in einem Atemzug mit Ronaldo und Messi genannt.

Zoff: Dazu ist es aber noch zu früh. Über seine Qualitäten brauchen wir nicht zu diskutieren. Seine Zukunft ist auch golden, wenn er so weitermacht. Um jedoch auf das Level eines Messi oder Ronaldo zu gelangen, muss er noch das ein oder andere Tor mehr schießen (lacht).

Die nach wie vor dünn besetzte Bayern-Abwehr dürfte dennoch gewarnt sein.

Zoff: Das stimmt, in Turin haben doch aber auch schon einige gefehlt. Mannschaften wie der FC Bayern bestehen nur aus Topspielern und können vermeintlich schwerwiegende Ausfälle auffangen. In Turin dachte man auch, dass Mandzukic & Co. gerade in der Luft Vorteile gegenüber Spielern wie Kimmich oder Alaba hätten, am Ende haben es die Münchner aber lange geschafft, Juve gar nicht erst in die Nähe Ihres Sechzehners kommen zu lassen. Auf diesem Niveau sind nur Details ausschlaggebend, vor allem wenn sich zwei Kaliber wie Bayern oder Juve messen. Und die Bayern gehen mit dem Vorteil des Hinspiels in die Partie, vor Juve sollten sie sich aber dennoch in Acht nehmen.

Erwarten Sie die Turiner defensiv?

Zoff: Das würde mich sehr überraschen. Ich erwarte ein sehr mutiges Juve. Verstehen Sie mich nicht falsch, Allegri wird seine Männer auch nicht ins offene Messer laufen lassen in München, aber die Marschrichtung ist klar. Ein Tor muss her. Ordnung und Kompaktheit werden aber selbstverständlich auch eine wichtige Rolle spielen.

Und wenn es an den Elferpunkt geht? Da haben ja meist die Italiener die Nase vorn.

Zoff: (lacht) Diese „Regel“ beschränkt sich leider nur auf die Nationalmannschaften, da haben wir den Deutschen schon das ein oder andere Mal den Schneid abgekauft. Sollte es, was ich ehrlich gesagt nicht glaube, morgen tatsächlich an den Punkt gehen, liegen die Chancen bei 50:50. In beiden Toren stehen zwei der besten Torhüter der Welt, der Rest ist wie immer: eine Lotterie.

Was halten Sie von Gigi Buffon und Manuel Neuer?

Zoff: Der Faktor Buffon ist von enormer Bedeutung. Er vermittelt nicht nur Sicherheit, er ist mittlerweile ein Juve-Symbol.

Und Neuer?

Zoff: Einer Besten der Welt.

Nicht der Beste?

Zoff: (lacht) Neuer und Buffon gehören beide zu den Besten der Welt.

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