Akte Tuchel: Welche Rolle spielte der Bayern-Coach beim Transfer-Desaster?
Der FC Bayern hat am Deadline Day ein wahres Transfer-Fiasko erlebt. Welche Rolle spielte dabei Trainer Thomas Tuchel?
München – Der FC Bayern hat eine ereignisreiche Transferperiode hinter sich. Mit Harry Kane wurde die absolute Wunschlösung fürs Sturmzentrum geholt, in der Innenverteidigung wurde das „Monster“ Kim Min Jae aus Neapel verpflichtet. Dazu kommen noch die ablösefreien Transfers von Konrad Laimer und Raphaël Guerreiro.
Eigentlich haben sich die Münchner mit hochwertigen Namen verstärkt – doch das Fiasko am Deadline Day überschattet alle Transfererfolge. Allen voran die gescheiterte Verpflichtung der von Thomas Tuchel sehnlichst gewünschten „Holding Six“ schmerzt die Bayern.
| Thomas Tuchel | |
|---|---|
| Geboren: | 29. August 1973 (Alter 50 Jahre), in Krumbach |
| Stationen als Trainer: | 1. FSV Mainz 05, Borussia Dortmund, Paris Saint-Germain, FC Chelsea, FC Bayern München |
| Größte Erfolge als Trainer: | Champions-League-Sieger 2021 |
Geplatzter Palhinha-Transfer schmerzt FC Bayern und Tuchel
Mit Joao Palhinha war eigentlich alles klar. Der Spieler weilte schon in München, die Fotos im FCB-Dress waren bereits gemacht. Doch der Transfer platzte, weil Fulham keinen Ersatz für seinen Leistungsträger fand.
Zusätzlich gaben die Bayern am letzten Tag des Transferfensters noch Ryan Gravenberch an Liverpool ab und Benjamin Pavard wurde dessen Wunschtransfer zu Inter Mailand gestattet. Besonders der Abgang des Franzosen hinterlässt in der Defensive des Rekordmeisters eine Lücke. Trevor Chalobah, Armel Bella Kotchap und Ex-Münchner João Cancelo wurden zwar am Deadline Day an der Säbener Straße gehandelt, um die entstandene Lücke zu schließen, zu einem Transfer kam es jedoch nicht.

Akte Tuchel: Welche Rolle spielte der Bayern-Coach beim Transfer-Desaster?
Dass die Bayern defensiv quantitativ schwach besetzt sind, nervt vor allem Trainer Tuchel. „Der Kader ist ein bisschen dünn, ein bisschen wenig. Wir haben sechs gelernte Defensivspieler für eine Viererkette, das ist auf Kante genäht“, sagte der Trainer zuletzt vor dem siegreichen Spiel gegen Gladbach. Tuchels Aussagen stießen laut Sportbild bei den FCB-Bossen auf Unverständnis, der Coach solle sich auf seine Arbeit mit dem gegebenen Kader fokussieren und nicht gescheiterten Transfers nachtrauern – besonders weil doch Tuchel selbst eine Mitschuld an den verpatzten Transfers trage.
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Demnach hätten Tuchels wochenlangen Forderung nach einem defensiven Sechser, der auch eine Meinungsverschiedenheit mit Uli Hoeneß auslöste, die Suche nach Spielern auf anderen Positionen erschwert. Daher wäre der Fokus auf andere Positionen nicht mehr vorhanden gewesen, heißt es. Seine jetzigen Aussagen zum aktuelle Kader würden daher intern sehr wohl kritisch gesehen. Zumal der Coach im „Ausschuss Sport“, der sich beim Rekordmeister um die Transfers kümmerte, wohl noch für weitere Irritationen gesorgt haben soll.
Thomas Tuchel irritiert mit wechselnden Meinungen zu Spielern
Offenbar brachte sich der Trainer aktiv in die Suche nach neuen Spielern ein, doch seine wechselnde Meinung zu verschiedenen Personalien, die bei den Münchnern auf dem Zettel standen, ließen die Bosse verwundert zurück. So wie unter anderem bei João Cancelo. Demnach stimmte Tuchel am Deadline Day einem Transfer des Portugiesen zu, nur um den Bossen nach Beratungen mit seinem Trainerstab mitzuteilen, dass Cancelo doch nicht zurückkehren solle.
Bei der Torwartsuche soll Tuchel viele verschiedene Spieler im Blick gehabt haben, die sich jedoch vom Profil her stark unterscheiden. Neben verschiedenem Spielstil soll auch die Größe der Torhüter extrem unterschiedlich gewesen sein. Letztendlich stimmte Tuchel dem Transfer von Daniel Peretz offenbar nur zu, weil das Comeback von Manuel Neuer offenbar früher als erhofft möglich scheint. (luha)