Die Farbenspiele des TSG-Trainers

Nagelsmann irritiert alle - auch die Bayern

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Voll im Bilde: Beim Pokalspiel des FC Bayern gegen Dortmund sorgte Julian Nagelsmann für viel Aufsehen.

Ein sofortiger Wechsel von Julian Nagelsmann zum FC Bayern war nie ein Thema, doch für den Sommer bleibt der Hoffenheimer ein Kandidat. Seine offensive Selbstdarstellung sorgt allerdings regelmäßig für Verwunderung.

München – Die kurze Auszeit hat Julian Nagelsmann vorher angekündigt. Länderspielpausen sind für Bundesligatrainer eine gute Gelegenheit, sich frei zu nehmen. In Hoffenheim war deshalb niemand überrascht, dass der Chef am Mittwoch nicht im Dienst war. Als sie dann aber sahen, was Nagelsmann stattdessen angeblich unternommen hatte, waren sie doch ein bisschen konsterniert. Und auch überrascht, welche Auswüchse die Causa Bayern/Nagelsmann mittlerweile angenommen hat.

Ein Twitter-Foto ließ den Eindruck erwecken, dass der jüngste Trainer der Liga seinen freien Tag in München verbrachte - wieder mit roter Jacke. Diesmal Daune. Die Jacke sorgte im Netz umgehend für Spekulationen, der FCB-Deal wäre durch. Doch weder gab es einen Deal, noch weilte der TSG-Coach am Mittwoch in München. Er war in Hoffenheim. Dennoch sorgte das Foto für weiteren Wirbel.

Der Hang zur Farbe Rot ist nun schon länger aktenkundig, genauso wie sein Faible für den FC Bayern. Im April verfolgte Nagelsmann das Pokal-Halbfinale Bayern – Dortmund in einem Dufflecoat, der ihn aussehen ließ wie einen glatt rasierten Weihnachtsmann.

Weil Carlo Ancelotti schon damals nicht mehr unumstritten war, sorgte das für jede Menge Aufsehen und die branchenüblichen Spekulationen. Uiuiui, sagte der junge Hoffenheimer daraufhin, das habe er so aber gar nicht gemeint. Er besitze übrigens auch einen gelben Mantel. Allerdings hat man ihn in diesem schrillen Stück noch nie in einem Stadion gesehen. Schon gar nicht in Dortmund, wenn der BVB gerade auf Trainersuche war.

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Nachdem das neueste Nagelsmann-Bild in der Welt war, wurde bekannt, welchen Trainer der FC Bayern in den nächsten Tagen bekommt. Dass sich der Klub mit den daunenjackenroten Trikots nicht Richtung Hoffenheim orientierte, sondern ins niederheinische Schwalmtal, Ortsteil Fischeln, wo Jupp Heynckes lebt, hat bei der TSG niemanden verwundert. Aus einem simplen Grund: Die Bayern hatten sich seit Ancelottis Entlassung keine Sekunde um Nagelsmann bemüht. Dass der Konkurrent nicht mitten in der Saison seinen Coach ziehen lässt, war immer klar. Trotzdem sind beide Parteien mächtig irritiert, welche Eigendynamik die Spekulationen entwickelt haben. In der öffentlichen Wahrnehmung scheint der Weg nach München für Nagelsmann im Sommer, wenn Heynckes zurück nach Schwalmtal geht, schon fast geebnet zu sein.

Liebenswert frech oder grenzwertig flapsig?

Das liegt vor allem an dem Hoffenheimer selbst, von dem Wegbegleiter sagen, er habe schon als Jugendlicher zu einer offensiven Selbstdarstellung geneigt. Im Nachwuchsbereich des TSV 1860 war seine flapsige Art berühmt, zuweilen auch berüchtigt. Wer ihn schon damals kannte, wundert sich heute nicht, wenn Nagelsmann bei einem Spiel der Bayern-Frauen plötzlich zwei Meter neben Uli Hoeneß Platz nimmt. Oder wenn er sich in einem Gespräch äußert, das in der Branche heute den Beinamen „Vollgas-Interview“ trägt und wo er über den Stellenwert des FCB in seinen Träumen Auskunft gibt („schon etwas größer“).

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In München wissen sie nicht recht, wie sie damit umgehen sollen. Eigentlich schätzen sie den jungen Mann ja schon, wegen seiner taktischen Kompetenz und ein bisschen auch seiner frechen Art. Aber irgendwann stößt auch die liebenswerteste Frechheit an ihre Grenzen. In den nächsten Monaten werden die Bayern genau hinhören, welche Wortmeldungen aus Sinsheim kommen. Und dann werden sie entscheiden, ob Nagelsmann mitsamt seinen roten Jacken und Mänteln seinen Hauptwohnsitz nach München verlegen kann.

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