FCB-Boss über Donezk, Robben & TV-Deals

Rummenigge im Interview: "Dann herrscht Alarmstufe Rot"

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Karl-Heinz Rummenigge.

München - Im Interview nach der Bayern-Gala gegen den Hamburger SV spricht Karl-Heinz Rummenigge über die Rückkehrer, über die Reise nach Donezk und über Arjen Robben.

Die Bayern sind wieder da. Pünktlich zum Beginn der K.o.-Phase in der Champions League. Den HSV mit 8:0 aus der Arena gefegt, da kann sich jetzt auch Donezk warm anziehen. Oder? Im Interview nach dem Schützenfest schlug Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge leisere Töne an.

Herr Rummenigge, wird es am Dienstag deutlich schwerer als gegen den HSV?

Rummenigge: Wir reisen mit großem Respekt nach Donezk. Das Spiel am Dienstag wird mit Sicherheit viel, viel schwerer als heute. Das wissen wir. Trotzdem hat die Mannschaft heute natürlich eine Menge Selbstvertrauen getankt.

Eine heikle Reise, auch wenn es nicht in die Ost-, sondern Westukraine geht?

Rummenigge: Wir wissen, dass es ein Spiel unter speziellen Voraussetzungen ist. Die UEFA hat entschieden, dass wir in Lemberg spielen. Das haben wir zu akzeptieren. Ich glaube, wir sind ein Stück zufrieden, weil die Kanzlerin am Donnerstag den Waffenstillstand erreicht hat. Das macht die ganze Geschichte für uns ein Stück weit entspannter.

Einige Spieler sind heute zurückgekommen. Ribéry, Badstuber, Rafinha – was bedeutet das für die kommenden Wochen?

Rummenigge: Erst mal sind wir froh, dass sie heute alle zurückgekommen sind und auch gut gespielt haben. Nicht nur Holger, der das ganze Spiel gemacht hat wie auch Rafinha. Auch Franck. Es ist gut und wichtig, dass wir den Kader breiter aufstellen und ihm mehr Qualität geben.

Haben Sie auch ein bisschen auf die 4:5-Pleite der Leverkusener gegen Wolfsburg geschaut?

Rummenigge: Man schaut immer ein bisschen auf die Konkurrenz, aber ich muss offen und ehrlich sagen, dass es wichtig ist, dass wir auch auf uns schauen und in die beste Verfassung kommen. Das war heute ein guter und wichtiger Schritt, das hat man gesehen. Offensichtlich spielt Leverkusen aber auch eine gute Saison und hält uns auch ein Stück die Spannung.

Ist Arjen Robben derzeit der herausragende Mann?

Rummenigge: Natürlich hat er heute wieder super gespielt, aber das ist ja eher die Norm als die Ausnahme, muss ich sagen. Ich habe schon vor ein paar Monaten gesagt, dass er der vielleicht beste Mittelfeldspieler der Welt ist im Moment. Wenn er den Ball hat, ist Alarmstufe Rot für jede gegnerische Abwehr. Er spielt Weltklasse, er schießt viele Tore, also sind wir hochzufrieden und glücklich, dass er bei Bayern München spielt.

Haben Sie nach so einem Spiel vielleicht sogar Mitleid mit dem HSV?

Rummenigge: Ich glaube, kein Verein der Welt will Mitleid. Die Vertreter vom HSV haben uns ein bisschen neidisch angeschaut nach dem Spiel, aber Mitleid will keiner.

Hat Mario Götze gegen den HSV so gespielt, wie es sich der FC Bayern von ihm vorstellt?

Rummenigge: Ich glaube, man muss keinen kritischen Ton für niemanden finden. Alle haben gut gespielt. Wichtig ist, dass wir weiter in der positiven Spur bleiben. Es geht jetzt am Dienstag los und dann am Wochenende in Paderborn weiter, auch wenn die mittlerweile auch ein Abstiegskandidat sind. Das sind also andere Voraussetzungen als in der Hinrunde, aber das sind alles Spiele, die wir trotzdem mit großem Respekt und großer Konzentration angehen müssen.

Ist nach dem TV-Deal in der Premier League nun auch der Moment gekommen, an dem in Deutschland der Spielplan überdacht werden sollte?

Rummenigge: Ich finde grundsätzlich jede Diskussion fruchtbar, aber man muss sich schon mal die Frage stellen, warum England jetzt einen Schuss von 70 Prozent nach oben gekriegt hat. Der Schuss von 70 Prozent ist nicht gekommen, weil jetzt in England ein Spieltag, nämlich der Freitagabend, eingeführt wurde, sondern weil mit British Telecom ein großer Gambler ins Spiel gekommen ist, der BSkyB unter Druck gesetzt hat und sie dazu gezwungen hat, großes Geld zu zahlen. Meine Erfahrung ist die: Wenn es zwei, drei Interessenten auch in der Bundesliga geben würde, wenn es dem Herrn Seifert gelingt, den ein oder anderen neben Sky noch zu motivieren, dann werden sich die Preise auch in Deutschland nachhaltig nach oben bewegen und in Bewegung kommen. Das müssen sie einfach. Wir werden hier jetzt nicht annähernd englische Verhältnisse kriegen, da braucht man kein großer Prophet zu sein. Italienische hätten wir aber schon ganz gerne.

Wie geht es Xabi Alonso?

Rummenigge: Er muss sich wohl beim Ausschwitzen eine kleinere muskuläre Problematik geholt haben, aber nichts Schlimmes. Ich denke, man versucht alles, damit er am Dienstag wieder dabei ist.

Aufgezeichnet von: lop, sw

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