FCB-Chef zur Trainerfrage

Rummenigge: Weggang von Pep wäre kein Weltuntergang

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Karl-Heinz Rummenigge verteidigt Guardiolas Transferpolitik. 

München - Die jüngsten Transferentscheidungen brachten den FC Bayern und Pep Guardiola viel Kritik ein. Jetzt stellt sich Karl-Heinz Rummenigge hinter den Trainer und verteidigt die Philosophie des Vereins.

Update vom 28. Juli 2015: Das Warten hat ein Ende: Arturo Vidal ist in München. Wir halten Sie in unserem Live-Ticker über die aktuellen Entwicklungen des Chilenen beim FC Bayern auf dem Laufenden.

Für den FC Bayern und die anderen Bundesligisten laufen die entscheidenden Wochen der Vorbereitung an. Feinschliff für die neue Saison, das bedeutet auch die finalen Entscheidungen, was den Kader und mögliche Transfers angeht. Dabei haben die bisherigen Veränderungen für Diskussionen unter den Fans gesorgt. Bastian Schweinsteiger ging zu Manchester United, Claudio Pizarros Vertrag wurde nicht verlängert, dafür holten die Bayern Douglas Costa und Arturo Vidal.  

Mehr und mehr Fans werfen den Münchnern vor, keine jungen, talentierten deutschen Nachwuchsspieler mehr zu holen und stattdessen vermehrt ausländische Akteure zu verpflichten, die die Philosophie des FC Bayern nicht verkörpern. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wehrt sich gegen diese Anschuldigungen: "Lahm, Boateng, Badstuber, Kimmich oder Müller und Götze sind doch solche Spieler. Dazu kommen Eigengewächse wie Alaba und Hojbjerg. Statistisch gesehen sind das mehr als je zuvor", sagte er in einem Interview mit dem Kicker.

Über Guardiola "werden auch Märchen erzählt"

Nach viel Kritik über Guardiolas Transferpolitik nimmt Rummenigge den Trainer in Schutz: "Guardiola ist nicht so fordernd, wie das immer wieder dargestellt wird. Da werden auch Märchen erzählt." Das gelte auch für die Behauptung, Guardiola hätte Schweinsteiger zu einem Wechsel gedrängt. 

Generell scheint es, als wolle man sich beim FC Bayern nicht zu sehr vom Trainer abhängig machen. Dafür spricht auch diese Aussage von Rummenigge während der Chinareise: "Wenn er weitermacht, wunderbar. Wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter." Bis zum Ende des Jahres wollen Rummenigge und Guardiola über die Zukunft des Katalanen sprechen. Einem Medienbericht zufolge soll Guardiola bereits eine "vorläufige Vereinbarung" mit Manchester City erzielt haben. 

Als Märchen tat Rummenigge auch das Gerücht ab, wonach Manchester United 100 Millionen Euro für Thomas Müller geboten hätte. "Der hat keinen Preis, der ist unverkäuflich", stellte Rummenigge klar. "Spieler, die wir keinesfalls abgeben wollen, geben wir nie frei."

Grundsätzlich sei der FC Bayern daran interessiert, deutsche Nationalspieler zu verpflichten, so Rummenigge: "Das ist Teil unserer Kultur. Aber es gibt auch für deutsche Nationalspieler keinen Bonus. Jeder Spieler muss sich diesem Wettbewerb stellen."

Diese Worte richten sich natürlich in Richtung von Mario Götze, über dessen Zukunft in letzter Zeit viel diskutiert wurde. Für Rumenigge ist das Thema jedoch bereits abgehakt. "Wir haben bisher keinen Spieler ins Schaufester zum Verkauf gestellt. Das gilt jetzt auch für Mario", betonte er. Gleichzeitig ist ihm durchaus bewusst, "dass der ein oder andere Spieler unter Umständen einen bösen Blick in Richtung Trainer oder Club werfen wird, wenn er mal auf der Bank sitzt." Trainer Pep Gaurdiola schob den Gerüchten bereits letzte Woche einen Riegel vor und erklärte, fest mit dem WM-Torschützen zu planen. 

Ribéry als "Mega-Waffe"

Mit Arturo Vidal stößt nun ein weiterer Mittelfeldmann zum Kader. Damit wird sich der Konkurrenzkampf bei den Münchnern noch weiter verschärfen. Für Rummenigge kein Grund zur Sorge: "Im vergangenen Jahr hatten wir das Problem, dass uns in den entscheidenden Spielen vier, fünf wichtige Spieler auf dem Platz fehlten. Daraus haben wir die Lehre gezogen."

Außerdem hofft Rummenigge auf ein baldiges Comeback von Franck Ribéry: "Wir müssen die Geduld aufbringen, dass er fit zurückkehrt. Wenn er in ein paar Wochen - wie ich hoffe - zurückkehren wird, haben wir zusätzlich eine Mega-Waffe und insgesamt in der Offensive große Kraft." Auch Holger Badstuber soll Ende August wieder zu Verfügung stehen. 

sr

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