Trainerfrage auch auf Flughafen Thema

Nach Heynckes‘ Rolle rückwärts: Jetzt ändern die Bayern-Bosse ihre Taktik

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Wittern sie ihre Chance? Die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Uli Hoeneß können wohl doch auf einen Verbleib von Trainer Jupp Heynckes hoffen.

Bleibt Jupp Heynckes doch über den Sommer hinaus? Der Bayern-Trainer hat mit einem Satz überrascht. Nun äußert sich auch Karl-Heinz Rummenigge zur Personalie.

München - Für das stolze Alter von 72 Jahren ist Jupp Heynckes nach wie vor bestens in Schuss. Dem Altmeister des FC Bayern geht es sogar so blendend, dass er neben Waldspaziergängen mit Schäferhund Cando und der ein oder anderen Einheit auf dem heiß geliebten Ergometer auch noch Purzelbäume schlagen kann. Wie die genau aussehen, erklärte Karl-Heinz Rummenigge am Dienstag vor dem Abflug der Mannschaft zum Achtelfinalrückspiel in der Königsklasse an diesem Mittwochabend bei Besiktas Istanbul (ab 18 Uhr im Live-Ticker).

„Er hat ja letzte Woche eine Rolle rückwärts gemacht, würde ich sagen“, antwortete der Vorstandsboss der Münchner, als die Pressevertreter ihn mangels inhaltlich wertvoller Fragen zum Sport mal wieder auf die Trainerseifenoper ansprachen - bei der aktuell wohl Heynckes selbst nicht mehr durchblickt. Zur Erinnerung: Vor knapp einer Woche hatte Heynckes gesagt, er habe „nie gesagt, dass ich am 30. Juni definitiv aufhöre“, was er aber doch gesagt hatte, mehrmals sogar. „Ich mache es bis zum 30. Juni“, hatte der Triplemeister noch Ende des Jahres in der Süddeutschen Zeitung gesagt. In der Chefetage jedenfalls hat man den Heynckes-Purzelbaum zur Kenntnis genommen.

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Rummenigge umschifft Trainerthema

Überrascht hat er die Erfinder der Charmeoffensive dagegen nicht. „Ich glaube, die Medien waren mehr überrascht“, führte Rummenigge mit einem Grinsen auf den Lippen fort - war fortan aber doch sehr bemüht um einen Themenwechsel. Man will ja den guten, alten Jupp nach seinen sportlich-rhetorischen Kunststücken auch nicht wieder verschrecken.

Rummenigge daher: „Wir wollen jetzt gar nicht mehr über Jupp Heynckes sprechen. Erstens nervt es ihn, das hat er ja schon in der Öffentlichkeit kundgetan. Das Verhältnis speziell von Uli und mir zu ihm ist sehr gut, das ist bekannt. Aber wir wollen ihn überhaupt nicht mit diesen Dingen konfrontieren.“ Was in gewisser Weise auch eine eindrucksvolle Rolle rückwärts war, hatte Hoeneß doch bei einem Fanklubbesuch über Heynckes’ Zukunft abstimmen lassen und auch Rummenigge in Interviews für einen Verbleib geworben.

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Charmeoffensive in der Defensive

Doch jetzt, ganz plötzlich, ändern die Verantwortlichen den Kurs. Oder wie Rummenigge es beschrieb: „Warten wir es doch einfach in aller Ruhe ab.“ Die Charmeoffensive geht in die Defensive - selbstverständlich aus Achtung vor Heynckes. Weil der Trainer ja gar nicht gerne über das Thema spricht, über das er letzten Endes ja doch immer wieder spricht.

„Es war grundsätzlich der Wunsch und er (Heynckes, d. Red.) hat mir auch ein paar Mal den Eindruck vermittelt, dass es ihm nicht gefallen hat, wenn Uli oder ich mal etwas in der Öffentlichkeit gesagt haben“, so der Vorstandsvorsitzende, der daher zu folgendem Entschluss kam: „Jetzt sagen wir mal nichts!“ Nichts, was sie nicht schon gesagt hätten. Über den Mann, der sagt, er habe nicht gesagt, was er durchaus gesagt hat. Gesagt, getan!

José Carlos Menzel López

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