Bayern-Vorstand über Ärzte-Streit

Was Rummenigge wirklich zu "Mull" gesagt hat

+
Karl-Heinz Rummenigge (r.) soll Hans-Wilhelm Müller-Wohlfart die Schuld an der Hinspielniederlage gegen Porto gegeben haben.

München - Karl-Heinz Rummenigge, Klubvorstand des FC Bayern, will das Kapitel nach der Affäre um des zurückgetretenen Mannschaftsarztes Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt endgültig schließen.

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat nach dem Rücktritt von Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt versöhnliche Töne angeschlagen. „Ich habe mit ihm am Dienstag telefoniert. Wir sind auf einer vernünftigen Basis. Er wird immer ein Teil der FC-Bayern-Familie und eine bedeutende Persönlichkeit bleiben“, sagte Rummenigge nach dem 6:1 der Bayern im Champions-League-Viertelfinale gegen Porto.

Eine Rückkehr des 72-Jährigen, der fast 40 Jahre beim deutschen Rekordmeister als Arzt tätig gewesen war, schloss der Bayern-Boss aber erst einmal aus. „Er hat diese Entscheidung gefällt, dabei sollten wir es belassen. Er hat für uns Großartiges geleistet. Wir haben sowohl fachlich als auch menschlich eine hohe Wertschätzung“, sagte Rummenigge.

Was allerdings nach dem Hinspiel in Porto (1:3) in der Kabine genau vorgefallen war, ließ Rummenigge offen: „Ich kann dazu nur eins sagen: Es gibt ein Arztgeheimnis, es gibt aber auch ein Kabinengeheimnis. Ich möchte das auch in der Kabine belassen. Das haben wir immer so gehandhabt.“

Rummenigge: "Schuld ist die medizinische Abteilung"

Die "Sportbild" behauptet allerdings zu wissen, was Rummenigge genau gesagt hat. "Ihr Spieler macht euch keinen Kopf. Schuld ist die medizinische Abteilung", soll der Bayern-Boss geschimpft haben und weiter: "Es geht immer nur um Eitelkeiten."

Müller-Wohlfahrt war seit Ende der 1970er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts beim Rekordmeister als Arzt tätig. „Ich war im übrigen damals der erste Spieler, der bei ihm auf der Pritsche gelegen hat, damals noch in der alten Praxis am Marienplatz“, erinnerte Rummenigge an seine Zeit als Profi.

Im Alltag wird Müller-Wohlfahrt quasi inoffiziell Bayern-Arzt bleiben. Denn zahlreiche aktuelle Münchner Profis werden auch weiterhin seine Dienste in Anspruch nehmen. Arjen Robben bestätigte am Rande des Spiels gegen Porto im ZDF, dass er wie erwartet auch weiterhin in Müller-Wohlfahrts Praxis gehen werde: „Na klar, meine Beziehung zu ihm ist super.“

Im TV-Sender Sky konkretisierte der niederländische Nationalspieler, der nach einem Bauchmuskelriss vor einem Comeback im Spielbetrieb steht: „Jeder Spieler hat eine persönliche Beziehung zu ihm. Er ist eine Vertrauensperson. Er ist der beste, und er bleibt der beste Arzt. Das habe ich ihm auch gesagt. Er wird mich weiter behandeln. Ich vertraue ihm zu hundert Prozent.“

Beckenbauer kann Müller-Wohlfarts Entscheidung nicht verstehen

Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hatte den Rücktritt von Müller-Wohlfahrt am Dienstag einerseits „bedauert“, zudem aber auch Unverständnis geäußert. „Jetzt wird er fast 73 Jahre und reagiert dort so beleidigt. Da warte ich doch ab und treffe nicht in der Nacht noch die Entscheidung“, sagte der „Kaiser“ bei Sky.

Müller-Wohlfahrt und seine Mitarbeiter hatten am vergangenen Donnerstagabend völlig überraschend und mit sofortiger Wirkung ihre Ämter beim FC Bayern niedergelegt. Der „Doc“ begründete den Schritt mit einer nachhaltigen „Beschädigung des Vertrauensverhältnisses“. Müller-Wohlfahrt ist weiterhin Teamarzt der deutschen Nationalmannschaft.

Pressestimmen zum 6:1 gegen Porto: "Das passiert, wenn man die Bayern reizt!"

Neue Pressestimmen zur Gala: "Bayern steigt auf das Pult"

sid/dh

Auch interessant

Meistgelesen

Neuer Versuch: Zidane will Alaba zu Real locken
Neuer Versuch: Zidane will Alaba zu Real locken
Goretzka: Angeblich gibt es eine Tendenz
Goretzka: Angeblich gibt es eine Tendenz
Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler sind beim FC Bayern München im Gespräch?
Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler sind beim FC Bayern München im Gespräch?
Vergleich mit Pep und Carlo: Wie Heynckes das FCB-Training umkrempelt
Vergleich mit Pep und Carlo: Wie Heynckes das FCB-Training umkrempelt

Kommentare