Bayern-Boss mit klarer Ansage an DFL

Rummenigge: "Ich bin nicht bereit, das zu akzeptieren"

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Karl-Heinz Rummenigge auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern.

München - Auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern appelliert der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge an DFL. Die aktuelle TV-Vermarktung stört ihn.

Es war – wie sollte es auch anders sein – mal wieder ein Abend der Rekorde. Der FC Bayern hatte zur Jahreshauptversammlung geladen und verzückte seine Mitglieder mit neuen Rekordzahlen. Im operativen Geschäft durchbrach der FC Bayern zum ersten Mal in seiner 115-jährigen Geschichte die 100-Millionen-Euro-Schallmauer, noch viel bedeutender war aber ein anderes Ergebnis. 23,8 Mio. Euro – so groß war der Gewinn des FCB noch nie. Im Vergleich zum Vorjahr (16,5 Mio.) steigerten die Roten den Überschuss fast um ein Drittel. Dass der Umsatz um fünf Mio. Euro zurückging, viel da nicht ins Gewicht.

Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen verkündete den 2590 anwesenden Mitgliedern im Audi Dome nicht ohne Stolz die neuen Rekordzahlen, schließlich präsentierte er das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte. „Unser FC Bayern steht heute sowohl sportlich als auch wirtschaftlich hervorragend da. Maximaler sportlicher Erfolg bei wirtschaftlicher Solidität – das ist unsere Maxime“, verkündete Dreesen. Und dafür setzen die Bayern auch in Zukunft auf Kontinuität in der Führungsetage. Am Vormittag hatte der Verein die Vertragsverlängerungen der Vorstände Andreas Jung (Marketing) und Jörg Wacker (Strategie) bis 2019 bekanntgegeben. Gemeinsam mit Sportvorstand Matthias Sammer, Dreesen und Rummenigge sind sie für das Wohl des Klubs verantwortlich. Und wie wichtig ihnen das ist, machte ein Besuch vom Vorstandsvorsitzenden Rummenigge beim Bundeskartellamt deutlich.

Die Jahreshauptversammlung 2015 im Ticker zum Nachlesen.

Da informierte sich der 60-Jährige über die Möglichkeit, aus den TV-Verträgen zukünftig noch mehr Geld für den Ligakrösus zu erzielen. „Es wurde diskutiert, was für den FC Bayern möglich ist“, sagte Rummenigge der SZ über das Gespräch in Bonn. Am Freitag Abend schickte er dann eine deutliche Ansage an den Ligaverband. „Ich fordere die DFL eindringlich auf, die Einnahmen der Bundesliga signifikant zu steigern. Wir brauchen die TV-Gelder, um international konkurrenzfähig zu bleiben“, sagte Rummenigge. Während die Bundesligisten in dieser Saison 680 Mio. Euro einnehmen, kassieren die Engländer ab kommenden Sommer mehr als drei Mrd. Euro pro Jahr. Ein Fakt, der für den FCB-Boss nicht akzeptabel ist. „Englische Topklubs kassieren aus dem TV-Topf fast 140 Mio. Euro mehr als der FC Bayern. Das ist ein dramatischer Nachteil und ich bin nicht bereit, das zu akzeptieren“, machte Rummenigge begleitet von lautem Applaus seinem Unmut über die aktuellen Verhältnisse Luft, versprach seinen Mitgliedern aber gleichzeitig zu kämpfen: „Wir haben in den vergangenen Jahren Großes aufgebaut, das werden wir uns nicht kaputtmachen lassen.“

JHV 2015 des FC Bayern - Bilder aus dem Audi Dome

JHV 2015 des FC Bayern - Bilder aus dem Audi Dome

Klar ist: Der neue TV-Vertrag wird deutlich mehr Geld einbringen als bisher. Die Milliarden-Grenze pro Saison soll geknackt werden. Doch über die Verteilung sind sich die Vereine uneins. Pauli-Manager Andreas Rettig wurde für seinen Vorschlag zur Aussetzung des Solidaritätsprinzips von vielen Seiten gerügt, auch von Rummenigge. Doch auch der FCB-Boss will das bestehende System verändern. Als Aushängeschild der Liga sollen die Bayern entsprechend mehr Geld erhalten, doch durch die Einführung eines Solidarfonds für die kleineren Vereine spricht Rummenigge von einer „Win-Win-Situation“. Vollständig ausgereift ist aber auch diese Idee noch nicht. So oder so – unterhaltsam wird die Mitgliederversammlung der DFL kommenden Mittwoch garantiert.

sw, mic

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