Interview mit dem Bayern-Präsi

Hopfner: Image der FIFA ist "schädlich"

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FC-Bayern-Präsident Karl Hopfner.

München - Im großem Interview mit dem Münchner Merkur spricht der Bayern-Präsident Karl Hopfner über die FIFA, Sepp Blatter und die WM in Katar.

Die tiefe Krise im Fußball-Weltverband FIFA sorgt auch in der Bundesliga für Kopfschütteln. „Es versteht kein Mensch mehr, was bei der FIFA derzeit los ist“, sagte Bayern Münchens Präsident Karl Hopfner dem Münchner Merkur (Samstags-Ausgabe): „Eigentlich sollte doch die oberste Institution den Fußball schützen. Aber im Moment geht es genau in die andere Richtung. Das derzeitige Image der FIFA ist schädlich, ich habe kein Verständnis mehr dafür.“

Der Weltverband steht wegen der völlig aus dem Ruder gelaufenen Untersuchung der Korruptionsvorwürfe rund um die WM-Vergaben 2018 an Russland und 2022 an Katar massiv in der Kritik. Am Mittwoch hatte Chefermittler Michael Garcia seinen Rücktritt erklärt und so die Glaubwürdigkeitskrise noch verschärft.

„Wenn man Untersuchungen anstellt, sollte man Ross und Reiter nennen, aber diese ganzen Verdächtigungen, immer hin und her, das ist Quatsch“, sagte Hopfner: „Entweder es gibt etwas oder eben nicht. Aber man sollte es denen überlassen, die es prüfen können. Das sind Staatsanwälte.“

Am Freitag entscheidet das FIFA-Exekutivkomitee über eine mögliche, aber unwahrscheinliche Veröffentlichung des 430 Seiten umfassenden Garcia-Reports. In der stark verkürzten Auswertung des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert (München) steht bislang, es gebe nicht hinreichend Beweise für eine Neuvergabe.

„Der ganze Fall um die WM-Vergabe an Katar muss aufgeklärt werden. Entweder es gibt eine Anklage oder nicht. Bisher gibt es keine fundierten Beweise, dass manipuliert worden ist, oder ob etwas nicht im rechtlichen Rahmen abgegangen ist. Man weiß ja nichts“, sagte Hopfner: „Der Fußball allgemein - und das ist schade - kommt in ein Licht, das total falsch ist. Diese FIFA-Nachrichten überdecken jedes schöne Spiel, das man sieht.“

Auch der Präsident des Rekordmeisters setzt sich zudem für eine Veröffentlichung der Arbeit Garcias ein. „Absolut. Wieso kann man den Bericht nicht veröffentlichen? Es gibt Gerichtsbarkeiten, den CAS, der etwas machen kann“, sagte Hopfner: „Es gehört dazu, dass man diese Wege dann geht. Aber immer zu sagen: Wir prüfen noch, wir dürfen nicht, wir sollten nicht, das halte ich für total falsch. Der normale Anhänger da draußen sagt mittlerweile: Ach, hört mir mit dem Fußball auf, das ist doch korrupt, das ist alles falsch. Das geht auch zum Schaden von uns.“

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter sei aber nicht allein Schuld an der Krise, sagte Hopfner: „Es liegt schon tiefer, es hängt an der ganzen Struktur. Also dass frischer Wind mal gut wäre, kann man nicht bestreiten. Ich bin auch ein klarer Befürworter von Altersgrenzen. Damit Jüngere nachrücken können. Das ist meine persönliche Meinung.“

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews.

Hier finden Sie den zweiten Teil des Interviews.

sid

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