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Hoeneß stellt Lauterbach überraschendes Zwischenzeugnis aus - Gesundheitsminister reagiert umgehend

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Von: Christoph Klaucke

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Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß lobt Gesundheitsminister Karl Lauterbach.
Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß lobt Gesundheitsminister Karl Lauterbach. © Christoph Hardt/Imago

Uli Hoeneß stellt Gesundheitsminister Karl Lauterbach ein Zwischenzeugnis aus - mit überraschendem Ergebnis. Auch zur Katar-Frage bezieht FC Bayerns Ehrenpräsident Stellung.

Update 2. Januar, 20.17 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat erfreut auf die Aussagen des ehemaligen Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß reagiert. „Ich freue mich über das Lob von Uli Hoeneß, im Kampf gegen das Coronavirus spielen Fußball und Politik im gleichen Team“, sagte Lauterbach der „Bild“-Zeitung (Montag).

Uli Hoeneß: FC-Bayern-Ehrenpräsident schwärmt von Gesundheitsminister Lauterbach

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München - Uli Hoeneß feiert am Mittwoch seinen 70. Geburtstag. Der Ehrenpräsident des FC Bayern hat sich vor zwei Jahren aus dem operativen Geschäft der Münchner zurückgezogen, das Wirken seiner Nachfolger beäugt der FCB-Patron nun aus der Ferne. Eine klare Meinung vertritt er aber weiterhin.

Auch die Politik und die gegenwärtige Corona-Lage hat Hoeneß im Blick. Deutschlands neuer Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat nach wenigen Wochen im Amt jedenfalls mächtig Eindruck hinterlassen und sogar für ein Umdenken bei Hoeneß gesorgt.

„Solange er nicht im Amt war, hatte ich meine Probleme mit ihm. Ich fand, dass er alles besser weiß. Jetzt bin ich ein totaler Fan von Karl Lauterbach, weil ich das Gefühl habe, dass er von der Sache sehr viel versteht und ein Macher ist“, sagt Hoeneß im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Ein Macher, das war Hoeneß früher selbst: 1979 übernahm er als Manager einen durchschnittlichen Bundesligisten mit finanziellen Problemen und führte den FC Bayern anschließend in vier Jahrzehnten zu Weltruhm.

Der 58-jährige Lauterbach muss in der neuen deutschen Ampelregierung die Corona-Maßnahmen managen. Hoeneß lobt den SPD-Politiker für seinen Tatendrang in den ersten Wochen im Ministeramt und übt Kritik an dessen Vorgänger: „Er macht etwa eine Bestandsaufnahme beim Impfstoff und besorgt, was fehlt. Kaum ist das Medikament Paxlovid gegen schwere Covid-Verläufe akzeptiert, bestellt er eine Million Packungen. Sein Vorgänger Jens Spahn war Ankündigungsweltmeister, hat aber wenig zustande gebracht.“ Lauterbach sei zwar „nicht jedem recht - aber er ist einer, der handelt, und so einer ist mir zehnmal lieber“.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach kämpft gegen die Corona-Pandemie.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach kämpft gegen die Corona-Pandemie. © Kay Nietfeld/dpa

Uli Hoeneß schwenkt bei Impfpflicht um - Lob für Bayern-Star Kimmich

Hoeneß ist ein klarer Befürworter des Impfens, bei der aktuell heiß diskutierten Einführung einer Impfpflicht in Deutschland hat er aber umgedacht. „Zeitweise war ich dafür, aber ich habe mir dann vorgestellt: Was macht man mit einem Menschen, der sich partout nicht impfen lassen will? Ich halte eine Impfpflicht ohne Wenn und Aber für ein zu großes Problem, das die Gesellschaft eher spalten kann. Aber so, wie sich die Situation gerade darstellt, bedeutet das auch, dass die Rechte für Ungeimpfte eingeschränkt sein müssen“, sagt der frühere Bayern-Präsident.

Hoeneß begrüßt, dass Nationalspieler Josuha Kimmich nach einer eigenen Corona-Erkrankung beim Impfen umgedacht hat. „Ich rechne es ihm hoch an, dass er sich hinstellt und sagt: ‚Ich habe das falsch eingeschätzt.‘ Das würde ich mir bei mehr Menschen wünschen“, erklärt Hoeneß. „Ich finde es gut, dass er sich, sobald es möglich ist, impfen lassen möchte. Das kann vielen Andersdenkenden einen Impuls geben.“

Video: Hoeneß für Verlängerung des Bayern-Vertrags mit Katar

Uli Hoeneß verteidigt umstrittenes Katar-Sponsoring des FC Bayern

Was „seinen“ FC Bayern angeht, beschäftigt Hoeneß über einen Monat nach der chaotischen Mitgliederversammlung noch immer das umstrittene Katar-Sponsoring. „Ich persönlich würde zu einer Verlängerung tendieren, wenn wir das Gefühl haben, dass wir mit dieser Partnerschaft einen Beitrag leisten können, dass sich die Dinge vor Ort verbessern und weiter verbessern werden“, meint Hoeneß.

Bayern-Mitglieder wollten bei der Jahreshauptversammlung Ende November einen Antrag einbringen, um über das Katar-Sponsoring abstimmen zu lassen. Sie sahen darin die Verletzung der Werte des FC Bayern. Katar steht unter anderem wegen Missachtung von Menschenrechten in der Kritik. Der Antrag wurde aber im Vorfeld vom Landgericht nicht zugelassen, woraufhin es später auf der Versammlung zu chaotischen Szenen kam. Hoeneß selbst schritt am Ende der Veranstaltung auf die Bühne und wollte die aufgebrachten Anhänger beruhigen.

FC Bayern: Uli Hoeneß klärt chaotische Szenen auf Jahreshauptversammlung auf

Hoeneß sprach im Anschluss von der „schlimmsten Veranstaltung“, die er beim FC Bayern je erlebt habe. Der 69-Jährige war am Ende der Versammlung ans Rednerpult gegangen, verließ es aber dann wieder wortlos. „Ich bin froh, dass das Mikro keinen Saft mehr hatte“, klärte er jetzt auf.

Er hätte Präsident Herbert Hainer und Vorstandschef Oliver Kahn zur Seite stehen wollen. „Wie ich mich kenne, wären meine Worte emotional aus mir herausgekommen - und auch wenn ich es im Sinne des FC Bayern gut gemeint hätte, wäre es in diesem Ambiente vermutlich kontraproduktiv gewesen“, sagte Hoeneß rückblickend. Er kam also für sich zu dem Schluss: „Nein, das passt jetzt nicht.“ Der FC Bayern ist aktuell erneut vom Coronavirus betroffen. (ck/dpa)

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