1. tz
  2. Sport
  3. FC Bayern

Rummenigge nimmt DFB in die Pflicht

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Karl-Heinz Rummenigge ist vom DFB enttäuscht. © Marcus Schlaf

München - Auch am Samstasg werden die Fans zwölf Minuten und zwölf Sekunden schweigen. Bayern-Boss Rummenigge findet die Aktion kreativ und nimmt im Gespräch mit der tz den DFB in die Pflicht.

Es ist das Spiel der Spiele in Deutschland, die Prestige-Partie der Saison. Und doch wird es auch beim Knaller Bayern gegen Dortmund zunächst sehr ruhig zugehen. Wie schon unter der Woche wollen die Fans auch am Samstagabend zwölf Minuten und zwölf Sekunden lang schweigen, aus Protest gegen das Sicherheitskonzept der DFL, das am 12. Dezember von allen 36 Liga-Klubs verabschiedet werden soll. Karl-Heinz Rummenigge erlebte es nun zum ersten Mal in Freiburg, für ihn war es insgesamt viel Ruh’ um nichts – aber ganz klar das kleinere Übel. „Diese Aktion habe ich als eher kreativ empfunden. Das war mir wesentlich lieber, als wenn die Leute ihren Unmut mit Feuerwerkskörpern zum Ausdruck gebracht hätten“, sagte Rummenigge der tz. Und weiter: „Ich glaube, dass wir eine Fankultur in Deutschland haben, die sehr demokratisch ist – auch wenn sie von den Fans nicht immer so gesehen wird. Und die DFL, die ja jetzt sehr kritisiert wird, macht das sehr demokratisch, stellt das Konzept ins Internet. Es ist alles transparent, offen, seriös dargestellt.“

Aus diesem Grund solle man diese Geschichte nicht zu hochhängen, „mir wird das ganze Thema ohnehin ein Stück zu aufgeregt und zu populistisch dargestellt – von fast allen Seiten“, so Rummenigge. Von einer ist er dabei aber besonders enttäuscht. Rummenigge zur tz: „Das Einzige, was mir nicht gefällt in der ganzen Angelegenheit: Dass der Verband, der die Gerichtsbarkeit zu verantworten hat, nämlich der DFB, zu wenig die Federführung in dieser Sache übernimmt!“

Der Bayern-Boss fordert von den Verbands-Verantwortlichen bei der Eindämmung von Gewalt, Randale und dem Missbrauch von Pyrotechnik mehr ein, vor allem Strafen gegen die Vereine auszusprechen werde der Sache nicht gerecht. „Unsere Partie in Nürnberg vor Kurzem war auch ein Hochsicherheitsspiel – die Pyrotechnik haben Sie vor dem Spiel trotzdem zur Kenntnis nehmen können. Die Strafe, die der DFB in Kürze dafür ausspricht, dürfen wir dann auch wieder bezahlen. Nur eins: Es ist keine Lösung, die Klubs ständig mit Strafen zu belegen. Wir sind nicht verantwortlich dafür.“

Seine klare Haltung zum Abbrennen der Feuerwerkskörper: „Das ist gesetzlich zu verbieten! Und wer sich dem nicht beugt, der muss dafür die Konsequenzen tragen.“ Rummenigge weiß um die Gefahren, er will keine weiteren Diskussionen, sondern Ergebnisse. „Wir dürfen nicht erst reagieren, wenn was passiert ist, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Hier schiebt doch gerade jeder die Verantwortung zum nächsten. Und wenn der Fußball nicht in der Lage ist, sich hier selbst zu regulieren, dann wird die Politik möglicherweise Dinge entscheiden, die dramatisch sein werden. Das kann ich heute voraus sagen.“

Um die Pyrotechnik aufzuspüren, hatte es beim Heimspiel gegen Frankfurt erstmals Zeltkontrollen vor der Nordkurve der Allianz Arena gegeben – eine von Bayern durchgeführte Aktion, auf Anraten der Polizei. Nach derzeitigem Stand wird dies am Samstag vor dem BVB-Spiel nicht wiederholt, trotz der hohen sportlichen Rivalität bei dieser Partie. „Unsere Vorkenntnisse, was die Dortmunder Fans angeht, sind anders als bei den Ultras aus Frankfurt“, erklärte Wolfgang Wenger vom Polizeipräsidium München gestern auf Anfrage der tz. „Es hat daher keine Empfehlung von unserer Seite an den FCBayern gegeben, diese Kontrollen erneut durchzuführen.“

Bayern-Boss Rummenigge lobte die Zusammenarbeit mit der Polizei „und allen anderen Organen in München“. Das Gespräch mit den Fans einiger Ultragruppierungen, das Uli Hoeneß bei der Jahreshauptversammlung vor einigen Tagen angekündigt hatte, fand noch nicht statt. Rummenigge: „Nein. Das hat es noch nicht gegeben.“ Und weiter: „Ich bin der Meinung: Wir haben die Dinge bei Bayern München bis dato relativ gut unter Kontrolle.“

So spektakulär ist die neue Bayern-Erlebniswelt

mic, lop

Auch interessant

Kommentare