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Kleiner Meilenstein: Das ist Manuel Neuers Comeback-Plan

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Von: Hanna Raif

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Wieder in seinem Revier: Manuel Neuer nahm am Freitag erstmals seit sieben Monaten am Teamtraining teil
Wieder in seinem Revier: Manuel Neuer nahm am Freitag erstmals seit sieben Monaten am Teamtraining teil. © MIS / Bernd Feil/M.i.S.

Sieben Monate nach seiner Verletzung trainiert Manuel Neuer erstmals wieder mit den Teamkollegen des FC Bayern. Steht eine baldige Rückkehr in den Kader zur Debatte?

München – Aufmerksame Zuhörer mussten ein wenig aufschrecken, als Jupp Heynckes am Freitag über die Verletztenliste des FC Bayern referierte. Wenn der Deutsche Meister an diesem Samstag (15.30 Uhr) zum sportlich unbedeutenden Frühlings-Kick in Hannover aufläuft, werden alle dabei sein außer die üblichen Verdächtigen, hieß es. Kingsley Coman, Arturo Vidal und Corentin Tolisso wurden vom Trainer aufgezählt, der Name Manuel Neuer fiel indes nicht. Zwei Möglichkeiten blieben: Entweder der Keeper ist aufgrund seiner monatelangen Absenz bei Aussagen dieser Art noch außen vor – oder aber er steht unmittelbar vor der Rückkehr. Die Wahrheit ist eine Mischung aus beidem.

Also: Manuel Neuer ist am Freitagnachmittag nicht in den Bus und den Flieger gestiegen, aber seine Mannschaftskollegen hatten ihn dennoch an diesem Tag aus nächster Nähe erlebt. Zum ersten Mal seit seiner Fuß-Operation im vergangenen Herbst nämlich konnte der Nationalkeeper vor dem vorletzten Bundesliga-Auswärtsspiel der Saison Teile des Teamtrainings absolvieren. „In die Gruppe integrieren“ nannte Heynckes die Maßnahme, konkret mischte der 32-Jährige beim Aufwärmen und leichten Passübungen mit, ehe er individuell weiter arbeitete. Nach und nach soll das Pensum nun gesteigert und spezifiziert werden. Der „hochzufriedene“ Trainer zog aber schon nach diesem kleinen Meilenstein das Fazit: „Stand jetzt haben wir alles richtig gemacht.“

Gemeinsame Runden mit den Kollegen: Robben, Neuer und Wagner (v. li.)
Gemeinsame Runden mit den Kollegen: Robben, Neuer und Wagner (v. li.). © fkn

Heynckes wirkte bei diesen Worten so, als pendle er zwischen zwei Gefühlswelten. Einerseits glücklich – er verwies darauf, dass die Reha „nicht einfach gewesen“ sei –, andererseits besorgt, weil er genau wusste, welche Anschlussfragen kommen würden. Vier Bundesliga-Spiele, ein Pokalfinale und maximal drei Partien in der Champions League stehen noch an, bis er selbst in den Ruhestand geht und Neuer sich zur WM aufmachen will. Es gilt daher einen Weg zu finden, der zwischen Schonung und Spielpraxis liegt – und vor allem nicht nur Neuer selbst, sondern auch seinen Stellvertreter Sven Ulreich betrifft.

Heynckes: „Neuer der Beste und Ulreich der zweitbeste Torhüter der Bundesliga“

Nach der Partie am Dienstag, sagte Heynckes, habe er noch nicht mit dem eigentlichen Ersatzmann gesprochen. Er kenne den 29-Jährigen – in Leverkusen erneut mit zahlreichen überragenden Paraden – aber gut genug, um zu wissen, „dass ihm diese Situation nicht zu schaffen macht“. Das Selbstvertrauen, das Sven Ulreich im Laufe der Saison angesammelt hat, sei enorm: „Sie sehen ja, wie er hält!“ Gleichzeitig sei Ulreichs Beispiel, also die Entwicklung von einem Durchschnitts-Keeper zu einem Weltklasse-Torhüter, ein Ansporn für alle Menschen, die in ihrem Leben im Tief stecken. „Nicht verzagen – jetzt erst recht“, sagte Heynckes.

Die Geschichte des ehemaligen Stuttgarters ist seit Wochen spannend, erhält nun aber noch mal eine ganz neue Dynamik. Für Heynckes sind „Manuel Neuer der Beste und Sven Ulreich der zweitbeste Torhüter der Bundesliga“, was die Entscheidung im Fall der Fälle eigentlich vereinfachen sollte. Nur: Kann man einem Mann wie Sven Ulreich, einem, der „uns so oft im Spiel gehalten hat“, wirklich kurz vor dem großen Saison-Finale seinen Stammplatz entziehen?

Heynckes ist Mensch und Trainer zugleich, er hat sich Gedanken gemacht und weiß, wie er sich im Fall der Fälle verhalten wird. Nur denke er jetzt erst mal an Hannover, versicherte er und platzierte den Hinweis: „Da findet ja auch noch ein Spiel statt.“ Eines, das angesichts der Nachrichten vom Trainingsplatz sowie des nahenden Halbfinal-Duells mit Real Madrid eher zweitrangig ist und sich für eine größere Rotation anbietet. Nur Ulreich ist sein Platz gewiss. Das könnte sich in ein, zwei Wochen ändern. Genau hinhören – ab sofort ein Muss!

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