Sieben Spiele in 22 Tagen – ab jetzt zählen nur noch Siege

Klinsmanns K.o.-Wochen

Was werden die kommenden Wochen bringen? Vermutlich viel Druck für Jürgen Klinsmann...
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Was werden die kommenden Wochen bringen? Vermutlich viel Druck für Jürgen Klinsmann...

Jürgen Klinsmann hatte Glück: Gleich nach dem peinlichen 3:3 gegen Bochum begann eine beinahe zweiwöchige Länderspielpause.

Alle blickten auf die beiden wichtigen Spiele der deutschen Nationalmannschaft in der WM-Quali. Klinsmanns Krise bei den Bayern rutschte etwas aus dem Fokus. Nun aber ist die Pause vorbei – und damit auch Klinsis Schonzeit. Zwei Spiele in fünf Tagen warten auf ihn und seine Bayern – erst am Samstag in Karlsruhe (Anpfiff 15.30 Uhr), dann am Dienstag in der Champions League gegen Florenz. Danach wird es nicht viel leichter: zu Hause gegen Wolfsburg, auswärts in Frankfurt. Es sind Klinsmanns K.o.-Wochen!

Stars im Dunstkreis des FC Bayern - Legt der Meister im Winter nach?

Stars im Dunstkreis des FC Bayern - Legt der Meister im Winter nach? © 
Bayern München soll Interesse an Stürmer Pavel Pogrebnjak (r.) von Zenit St. Petersburg haben. © dpa
Den Angreifer dürften die Bayern in schlechter Erinnerung haben. Beim 0:4 im Rückspiel des UEFA-Pokal-Halbfinales im Mai 2008 erzielte der Russe zwei Treffer. Hier das 1:0 per Freistoß. © dpa
Im gesamten UEFA-Cup-Wettbewerb der Saison 2007/2008 erzielte der 24-Jährige in 13 Spielen elf Tore. © dpa
Selbst ein Lucio hatte mit dem wuchtigen Angreifer große Probleme. © dpa
Glaubt man spanischen Medien, so kann sich Pogrebnjak einen Wechsel zu den Bayern sehr gut vorstellen. "Bayern ist mein Lieblingsteam, seit ich ganz klein war. Mein Vater hat mir als Kind ein Trikot mit der Nummer 18 von Jürgen Klinsmann geschenkt", wird Pogrebnjak zitiert. © dpa
Der Vertrag des Zenit-Angreifers läuft noch bis Dezember 2009, angeblich sind die Bayern schon länger hinter ihm her. © dpa
Sollte der Russe zu den Bayern wechseln, wäre wohl der Abgang von Lukas Podolski besiegelt. © dpa
Bei der Europameisterschaft kam Pogrebnjak übrigens nicht zum Einsatz. © dpa
Der Stürmer hatte sich Ende der vergangenen Saison eine schwere Knieverletzung zugezogen. © dpa
Die Zuschauerrolle müsste Pogrebnjak bei einem Wechsel wohl zunächst nicht übernehmen. Doch noch ist ein Transfer des Stürmers ja nur ein Gerücht. © dpa
Pogrebnjaks Teamkollege bei Zenit, Anatoli Tymoschtschuk (rechts), soll ebenfalls ein heißer Kandidat bei den Bayern sein. Bei dieser Transferangelegenheit handelt es sich möglicherweise sogar um mehr als ein Gerücht.. © dpa
Im Internet tauchte jetzt jedenfalls eine mysteriöse Meldung auf, in der der FC Bayern auf seiner Webseite den Transfer des Ukrainers bekannt gab. Zitat: „Kurz vor Ende der Transferperiode hat der FC Bayern noch einmal personell nachgelegt. Anatoly Tymoshchuk verstärkt für die nächsten XYZ Jahre den FCB."... © dpa
Anscheinend musste nur noch die Laufzeit des Vertrages ausgehandelt werden. Die Mitteilung war am 29. August offenbar vorbereitet worden, dann online gestellt worden, ehe sie aus dem News-Archiv wieder entfernt wurde. Sehr mysteriös. © dpa
Dritter "Zenitler" im Dunstkreis der Bayern ist Andrej Arshavin. © dpa
Der Stürmer stand im Sommer kurz vor einem Wechsel zum FC Barcelona bzw. Tottenham Hotspur... © dpa
Beide schreckten jedoch vor den 25 Millionen Euro Ablösesumme zurück... © dpa
Arshavins Berater zur tz: „Wenn er in die Bundesliga geht, dann nur zu Bayern.“... © dpa
... Ein Angebot gäbe es derzeit aber nicht. Auffallend ist, dass Arhavins Formkurve seit seiner starken EM steil nach unten ging. © dpa
Ein weiterer Kandidat in der Gerüchteküche: Goran Pandev von Lazio Rom... © dpa
Der Mazedonier wird bereits seit geraumer Zeit mit den Bayern in Verbindung gebracht... © dpa
Bei dem Stürmer handelt es sich sprichwörtlich um einen "Sturmtank". Etwas graziler wäre dagegen... © dpa
... Miguel Veloso von Sporting Lissabon. Der 22-Jährige (l.) wäre eine Verstärkung für das defensive Mittelfeld... © dpa
... kann aber auch als linker Verteidiger eingesetzt werden. Was seine Verpflichtung unrealistisch erscheinen lässt: Seine Ablöse wurde auf 30 Millionen Euro festgelegt. Bis zur Öffnung des Transferfensters ist es noch eine Weile hin. Man darf gespannt sein, welche Namen bis dahin noch mit dem FCB in Verbindung gebracht werden. © dpa

Auch der Trainer weiß: Jetzt muss Schluss sein mit den Experimenten, ab jetzt zählen nur noch Siege! Nach dem 3:3 gegen Bochum pfiffen die Fans, erste „Klinsmann raus!“-Rufe kamen aus der Kurve. Die Geduld der Anhänger ist am Ende. Kein Wunder, bei Tabellenplatz 11 und dem schlechtesten Start seit 1966. Klinsmann weiß, dass er Ergebnisse braucht. „Es ist jetzt enorm wichtig, dass wir in der Bundesliga punkten und uns nach oben orientieren“, fordert Klinsmann.

Doch der Trainer verteidigt auch seine Arbeit. Schon vor der Saison hatte er einen holprigen Start vorausgesagt und erklärt, dass seine Vorbereitung nicht nur bis zum ersten Spieltag, sondern bis Ende September dauern würde. Mittlerweile aber ist es Mitte Oktober und die Fans wollen Siege sehen. Klinsmann selbst aber ist überzeugt, mit seinen Methoden richtig zu liegen. „Die Arbeit der vergangenen Monate trägt erste Früchte. Unsere Nationalspieler haben gesagt: „Wir fühlen uns frischer, können das Tempo länger hoch halten“, erklärt Klinsmann. Gegen Bochum war davon wenig zu sehen. Da fing sich Klinsis Team in den letzten fünf Minuten zwei Tore.

Das soll nun nicht mehr passieren. Klinsmanns Fähigkeiten als Motivator sind nun gefragt. Schafft er es, die Mannschaft heiß zu machen? Wenn es nach Klinsmann geht, muss er das gar nicht. „Die Mannschaft weiß sehr wohl, wie sie aufzutreten hat. Die Spieler haben nicht vergessen, dass sie gegen Bochum ganz fahrlässig zwei Punkte liegen gelassen haben.Alle wissen, wie wir das Spiel anzugehen haben, denn wir haben uns selber in die Situation gebracht, in der wir punktemäßig jetzt stecken.“ Klinsmann will eine Reaktion sehen!

Und auf welche Startelf baut Klinsmann dabei? Es habe sich nun eine Mannschaft gefunden, sagt er – welche das genau sein soll, lässt er aber offen. Mark van Bommel dürfte wieder dabei sein, Demichelis daher als Verteidiger auflaufen. Und Poldi auf der Bank oder auf dem Platz? Klinsi hat die Qual der Wahl, aber auch einige Entscheidungshilfen: Demichelis fühlt sich im defensiven Mittelfeld nicht wohl. Mark van Bommel erzielte den Siegtreffer der Holländer in Norwegen, empfahl sich so für einen Startplatz – und Klinsmann hat es gesehen: Der Kapitän wird wieder spielen, vermutlich auch Miro Klose, der nach seinem Schlag auf den Fuß vom Mittwoch wieder fit ist.

Was Klinsi in den gerade mal elf Minuten noch verriet, die er am Freitag vorm Spiel der Presse zugestand: sein System. „Seit Franck Ribérys Rückkehr haben wir wieder auf 4-4-2 umgestellt“, sagt er. Doch wer auf welcher Position spielt – nicht einmal die Spieler wissen Bescheid. Auch innerhalb der Mannschaft sorgt das für Unmut und Unsicherheit.

Zu mehr Sicherheit will Klinsmann dem in der Kritik stehenden Michael Rensing verhelfen. Sein Rezept: Mehr Training! Klinsmann: „Wenn man eine Schwächephase hat, hilft nur eines: Mehr arbeiten! Micha hat viele Extraschichten gemacht, sich die Bälle um die Ohren hauen lassen. Er muss jetzt eine Entwicklung durchmachen, einen Reifeprozess.“ Klinsmann nimmt Rensing in Schutz: „Torwart bei Bayern zu sein ist eben alles andere als einfach.“ Trainer bei Bayern zu sein aber auch. Keiner weiß das im Moment besserals Klinsi.

jj

Quelle: tz

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