Neuer Prozess

Knast-Rabatt für den Hoeneß-Erpresser

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Rupert Heindl verhandelte auch den Fall von Hoeneß-Erpresser Thomas S.

München - Der Erpresser von Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß (63) bekam am Mittwoch neun Monate Knast-Rabatt und wurde gegen Auflagen vorerst auf freien Fuß gesetzt. Eine kuriose Rolle spielte dabei der Richter. 

Das Urteil in der Neuauflage des Prozesses fällte ausgerechnet der Richter, der im März 2014 auch schon die Verhandlung gegen Hoeneß selbst geleitet hatte.

Während Hoeneß immer häufiger Freiluft schnuppert, in der Jugendabteilung der Bayern arbeitet und an den Wochenenden teilweise schon gar nicht mehr ins Freigängerhaus muss, durfte S. das Gefängnis bislang überhaupt nicht verlassen. Er wurde in erster Instanz zu drei Jahren und neun Monaten Haft verknackt. Zum Vergleich: Sein Opfer Uli Hoeneß erhielt wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro mit drei Jahren und sechs Monaten eine mildere Strafe. Der Bundesgerichtshof (BGH) war allerdings der Meinung, dass das Urteil gegen den Erpresser zu hart ausgefallen war.

Richter Rupert Heindl machte am Mittwoch kurzen Prozess: Er verkürzte das Strafmaß auf drei Jahre, außerdem setzte er den Haftbefehl gegen Auflagen vorerst außer Vollzug – bis das neue Urteil rechtskräftig ist.

Damit schließt sich ein weiteres dramatisches Kapitel in Hoeneß’ Steueraffäre. Rückblick: Im Mai 2014 – kurz bevor Hoeneß seine Haftstrafe antrat – hatte seine Frau Susi einen Drohbrief von S. unter dem Pseudonym „Mister X“ bekommen. Darin behauptete der mehrfach wegen Betrugs- und Raubdelikten vorbestrafte Sendlinger, dass er gute Kontakte ins Gefängnis habe. Er drohte Hoeneß mit einem unangenehmen Haftverlauf und seiner Familie mit Gewalt, sollte er nicht 215 000 Euro in einem Mülleimer in der Leutstettener Straße deponieren. Nach einer fingierten Geldübergabe, bei der ein Polizist die Tüte mit dem vermeintlichen Geld platzierte, wurde Thomas S. gestellt. Als er versuchte, mit dem Radl zu fliehen, stürzte er schwer. Mit einem Schlüsselbeinbruch wurde er ins Krankenhaus eingeliefert. Dort gestand er auch die Tat und saß seitdem in Untersuchungshaft.

Vor Gericht wurden die Gründe für die Tat schnell klar. Thomas S. steht mit insgesamt 300 000 Euro in der Kreide. Ein eigenes Geschäft für Computerteile musste er schließen, von den Bayerischen Spielbanken wurde er wegen seiner massiven Spielsucht aus allen Casinos verbannt. Die Vorwürfe räumte er ein, bei Uli Hoeneß entschuldigte er sich.

Am Mittwoch beschäftigte sich das Landgericht hauptsächlich mit dem Gesundheitszustand von Thomas S. Der leidet an einer immer schlimmer werdenden Diabetes. Hinzu kommen Depressionen. Auf Grund dieser „hohen Haftempfindlichkeit“ urteilte Richter Heindl diesmal ganz milde.

Johannes Heininger

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